AYAT: Six Years Of Dormant Hatred

Ein cooles schwarzmetallisches "Fuck off!" aus dem Libanon…

Eine gekreuzigte Nackte, das hatten wir bei CRADLE OF FILTH doch schon mal. Aber das holde Weib auf dem Cover von Six Years Of Dormant Hatred hat wenigstens richtige Rundungen. Daneben ein interessantes Logo. Anorektischer Tintenfisch? Langhaarperücke für Ü40-Metaller? Oder die Gedanken dieses Tieres, welches aussieht wie eine Kreuzung aus Hund und Schwein?

Nein, dieses geile Logo verkündet, dass es sich bei diesem Album um eines von AYAT handelt. Das anno 2000 gegründete Duo legt nach zwei EPs und etlichen Demos endlich das Debütalbum vor. Eigentlich nichts Besonderes, doch das Herkunftsland Libanon macht neugierig auf AYAT, die nur eine minimalistische Homepage betreiben und nicht auf Myspace eingenistet sind, wie es scheint. Wie klingt Black Metal, der aus einem kriegserschütterten Land kommt? Wie tönt es, wenn Musiker Krieg nicht nur aus Büchern und von Großvaters Geschichten kennen, sondern er zur jüngsten Vergangenheit gehört?

Im Fall von AYAT ist klar, wie der Black Metal dann tönt: angepisst. Und zwar extrem angepisst. Und punkig. AYAT sind das uneheliche Kind von Mika Luttinen und Hellcommander Nattefrost, das im Libanon ausgesetzt wurde und das dortige Wetter nicht mag. Also wird getrotzt, gekotzt und gerotzt. Und zwar mächtig. Im Opener scheint der Sound nur aus Zischen und Bass zu bestehen, die überdrehten Vocals erinnern unweigerlich an BLACK SEPTEMBER. Außerdem kommt mittels Sample noch eine Schweineabschlachtung vor – schön, melodiös oder bombastisch wird dieses Album kaum sein.

Und das ist es auch nicht. Nicht nur in Fornication And Murder erinnern AYAT groovend und hässlich an NATTEFROST. Mit Maschinengewehrsalven eröffnen sie The Fine Art of Arrogance Part One (The Icon And The Cattle), schmettern widerspenstige IMPALED NAZARENE-Parallelen und beschließen den Song mit sphärisch-kranken Klängen, welche auch in einer experimentellen FURZE-Phase vorkommen könnten. Der Titel Puking Under Radiant Moonlight (Followed by a Century Long Ejaculation) dürfte dann sämtlichen Kvlt-Ansprüchen genügen und auch hier geben sich AYAT groovend und mit viel Rock`n`Roll im Blut. Die Werke VENOMs und MOTÖRHEADs kann man mit 99,9%-Sicherheit ebenfalls in Beirut erstehen…

Die schwarzmetallische Vorstellung wird mit einigen Kriegssamples abgerundet, aber AYAT beschränken sich hier auf kurze Einspielungen und verwenden die Spielzeit lieber für ihre verzerrte eigene Mucke. Es gilt: Wer es hässlich und räudig mag, wird mit Six Years Of Dormant Hatred garantiert glücklich. Denn AYAT können es auch ohne Exotenbonus…

Veröffentlichungstermin: 04.11.2008

Spielzeit: 58:17 Min.

Line-Up:
Reverend Filthy Fuck: Vocals
Mullah Sadogoat: All Strings

Gastmusiker
Dr. Cripples: All Skins
Aisha Suicide: Estrogenic Throats

Label: Moribund Records

Homepage: http://www.geocities.com/swineayat/

Tracklist:
1. Ilahiya Khinzir! (All Hail Allah the Swine)
2. Fornication And Murder
3. The Fine Art of Arrogance Part One (The Icon And The Cattle)
4. Collective Suicide in The Boudoir (Feeling Wonderful Tonight)
5. Puking Under Radiant Moonlight (Followed by a Century Long Ejaculation)
6. Misogyny When We Embrace
7. Necronarcos (Tame You Death)
8. Curses! Curses! and Never Sleep…
9. Thousands of Pissed Motherfuckers…
10. Such a Beautiful Day! (The Exaltation of Saint Francis)