AXEL RUDI PELL: Tales of the crown

Wie erwartet genau das Album, das man als Fan hören will. Die können also getrost zugreifen, auch wenn die Routine hier das alte Feuer wohl etwas verdrängt.

Falls Deutschland immer noch international für solide, gute Wertarbeit steht, dann gilt musikalisch diese Wertung besonders auch für AXEL RUDI PELL. Auch wenn er zuletzt mit seinem Coveralbum Diamonds unlocked geradezu schon innovativ war, so weiß man doch eigentlich ganz genau, was einen auf der nächsten Scheibe erwartet.

So ist auch das mittlerweile achtzehnte Album, Tales of the crown, wieder genau das, was ein Fan von dieser Band hören möchte. Grundsolide gibt es typisch deutschen Melodic-Metal, der die Deutschlandflagge trotzdem problemlos in der internationalen Rock-Szene verankert. Eingängigste Melodien, die man schon mitsummt, bevor man sie zu Ende gehört hat, gepaart mit leichtfüßigem, hartem Rock, den man in jeder Lebenslage gefahrlos anhören kann. Egal, ob Sänger Johnny Gioeli (HARDLINE, BRUNETTE) nun Ami ist, er erinnert mich immer wieder an eine Mischung aus Klaus Meine (SCORPIONS) und Claus Lessmann in Zeiten, als BONFIRE noch richtig knackig waren. Die Keyboards tragen die Songs, ohne sie zu verkleben, das perfekt eingespielte Duo Bass/Drums drückt erwartungsgemäß professionell ohne viel Schnickschnack. Und auch PELLs Gitarrenspiel ist gewohnt erdig und traditionell. Hier und da erwischt man mal einen moderneren Part in den Songs oder einen zeitgemäßen Groove, ansonsten findet man die gewohnten, wirklich guten zeitlosen Rocker, mal stampfig, mal drückt man auf die Tube. Die balladesken Töne sind passgenau kurz vor der Kitschgrenze und wissen zu gefallen. Bei Herrn Pell freut man sich auch gern über ein stimmiges Instrumental.

Warum ich das hier so runterleiere? Ganz einfach, weil eigentlich schon lange alles gesagt ist über den Sound von AXEL RUDI PELL und es keine großen Überraschungen gibt, um sie ausführlich zu verwursten. Und das ist gut so, denn wie erwartet ist Tales of the crown genau das Album, das man als Fan von ihm hören will. Die können also getrost ungehört zugreifen, aber auch für Neulinge bringt das Album alles mit, was die AXEL RUDI PELL-Band auszeichnet und sie zum Garant deutscher Wertarbeit gemacht hat. An Bandklassiker wie Kings and queens kommt man allerdings schon länger nicht mehr ran, die Routine hat hier das alte Feuer wohl etwas verdrängt. Und wer die Band nicht mehr hören kann, weil doch alles seit Jahren ähnlich klingt, der hat eh nicht mitgelesen.

Veröffentlichungstermin: 24.10.2008

Spielzeit: 60:30 Min.

Line-Up:
Johnny Gioeli: Vocals
Axel Rudi Pell: Guitars
Ferdy Doernberg: Keyboards
Volker Krawczak: Bass
Mike Terrana: Drums

Produziert von Axel Rudi Pell und Charlie Bauerfeind
Label: Steamhammer/SPV

Homepage: http://www.axel-rudi-pell.de

MySpace: http://www.myspace.com/axelrudipellunofficial

Tracklist:
1. Higher
2. Ain´t gonna win
3. Angel eyes
4. Crossfire
5. Touching my soul
6. Emotional echoes
7. Riding on an arrow
8. Tales of the crown
9. Buried alive
10. Northern lights