ARMORED SAINT: Punching The Sky

ARMORED SAINT präsentieren sich auf ihrem achten Album wieder mal in überragender Form.

Ein neues ARMORED SAINT-Album ist immer ein Grund zum Feiern. Zum einen liegen zwischen den Veröffentlichungen immer ein paar Jahre, sodass man Zeit hat, ausreichend Vorfreude zu entwickeln. Und zum anderen wird eben diese Vorfreude eigentlich nie enttäuscht, denn ARMORED SAINT haben bisher noch mit jedem Album überragenden US Metal abgeliefert, welcher zwar stets die Wurzeln im Blick hat, aber niemals zur reinen Retro-Show verkommt. Keine Band klingt wie ARMORED SAINT, keine Band hat diesen völlig eigenen, überragenden Groove und natürlich hat keine andere Band einen John Bush. Also, inzwischen zumindest. Nach erneut fünf Jahren Wartezeit liegt nun also “Punching The Sky” vor, der Nachfolger des 2015er Knallers “Win Hands Down” und das insgesamt achte Album der Band.

ARMORED SAINT haben noch nie enttäuscht und tun es auch auf “Punching The Sky” nicht

Schon nach der Veröffentlichung des ersten Vorab-Songs “End Of The Attention Span” war klar, dass die Band immer noch eine Menge Feuer im Arsch hat. Ein rasanter, treibender Headbanger mit jeder Menge geilem Leadgitarren-Gedudel. Hier jagt wirklich ein Solo das andere. Dazu dürfte live so richtig die Post abgehen. Doch erstmal geht es mit “Standing On The Shoulders Of Giants” los. Ein Dudelsack eröffnet das achte ARMORED SAINT-Album, dann übernehmen cleane Gitarren, Schlagzeug, John Bush haucht ein erstes Mal “Punching The Sky everyday”, Spannung baut sich immer weiter auf und entlädt sich in einem satt groovenden Mid Tempo-Stampfer mit einem typischen, hymnischen John Bush-Refrain, in dem auch der Albumtitel vorkommt.

Ob relaxed groovend oder voll auf die Zwölf, ARMORED SAINT zeigen sich auch auf “Punching The Sky” vielfältig

Das relaxed groovende “Lone Wolf” zeigt die Band von ihrer filigraneren Seite und mit der melancholischen Bridge sowie dem Refrain sorgt John Bush für eines der Highlights des Albums. Genau für solche Songs liebe ich diese Band! Danach ist erstmal Schluss mit Kuscheln und ARMORED SAINT packen mit “Missile To Gun” einen straighten Vollgas-Rocker aus, der sich irgendwo zwischen “End Of The Attention Span” sowie “Little Monkey” von “La Raza” platziert. Selbst auf den ersten Blick etwas unauffälligere Stücke wie “Bubble” oder “Do Wrong To None” entpuppen sich als hartnäckige Ohrwürmer.

Fünf herausragende Musiker und begnadete Songwriter: ARMORED SAINT sind und bleiben einzigartig

Bass-Genie Joey Vera und Gonzo Sandoval bilden eine perfekt geölte Groovemaschine und macht einen ganz wichtigen Teil des ARMORED SAINT-Sounds aus. Dazu kommt das Gittarrenduo Jeff Duncan und Phil Sandoval, welches ebenfalls nicht von dieser Welt ist. Das Gitarrenspiel auf dem gesamten Album ist einfach nur geil, knackige Riffs und vor allem jede Menge leidenschaftliche Soli. Und dann ist da natürlich noch John Bush, einer der besten Metalsänger überhaupt, eben auch weil er so viel mehr kann als nur klassischen Metalgesang. Jede einzelne Zeile, die der Mann singt, singt er mit Leidenschaft und Hingabe.

Frei von Klischees, frisch und energiegeladen – ARMORED SAINT haben das gewisse Etwas

Aber neben der überragenden Klasse sämtlicher beteiligten Individuen sind es vor allem die unfassbar guten Songs, diese Stücke jenseits jeglicher Klischees oder allzu formelhaftem Songwriting. In bald vierzig Jahren Bandgeschichte hat diese Band nicht ein einziges mittelmäßiges Album abgeliefert – okay, es waren zugegebenermaßen auch nicht so furchtbar viele. Aber ARMORED SAINT liefern auch nach so langer Zeit immer noch ab, klingen zu keiner Zeit angestaubt, sondern frisch, energiegeladen und vor allem eigenständig. Diese Band hat einfach das gewisse Etwas und hat hier erneut ein überragendes Album zustandegebracht, vielleicht sogar das beste seit der Reunion, wobei das ob der durchgehend hohen Qualität ein knappes Rennen ist. Danke ARMORED SAINT, schön, dass es euch noch gibt! Hoffentlich bald auch wieder live, denn so gut diese Band auf Platte auch ist, live spielen die Jungs immer noch jeden an die Wand!

Veröffentlichungsdatum: 23.10.2020

Spielzeit: 53:35

Line Up:
John Bush – vocals
Joey Vera – bass
Jeff Duncan – guitar
Phil Sandoval – guitar
Gonzo Sandoval – drums

Produziert von: Joey Vera, Bill Metoyer & Josh Newell

Label: Metal Blade Records

Bandhomepage: http://armoredsaint.com
Facebook: https://www.facebook.com/thearmoredsaint
Bandcamp: https://armoredsaint.bandcamp.com/

ARMORED SAINT „Punching The Sky“ Tracklist

1. Standing on the Shoulders of Giants (Video bei YouTube)
2. End of the Attention Span (Video bei YouTube)
3. Bubble
4. My Jurisdiction
5. Do Wrong to None
6. Lone Wolf
7. Clip zu „Missile To Gun“
8. Fly in the Ointment
9. Bark, No Bite
10. Unfair
11. Never You Fret