ANTROPOMORFIA: Engendro

ANTROPOMORFIA: Engendro

Wenn eine Band, die seit 14 Jahren existiert, erst jetzt ihr Debütalbum veröffentlicht, so hat sie irgendwas falsch gemacht. Wenn diese Band im Jahre 2003 nur noch aus einem Musiker besteht, so hat sie, respektive der überbleibende Musiker noch mehr falsch gemacht. Und wenn sich die Musik immer noch so anhört, wie sie bereits im Jahre 1992 geklungen haben muss, so hat dieser Herr, namentlich Fernando Payer, noch viel mehr falsch gemacht.

Sehr altertümlich klingender Death Metal der Sorte MONSTROSITY, DEICIDE, alte CANNIBAL CORPSE und MALEVOLENT CREATION rotzt der Spanier runter, der teilweise sogar sehr schön komplex ist, aber nicht aus verschiedenen Gründen nicht überzeugen kann. Da wäre zuerst das Problem, dass die Musik sehr verbraucht klingt. Weder große Überraschungen, noch viele interessante Details sind zu hören, dafür wird so ziemlich alles in Grund und Boden gestampft.

Und zwar mit miesem Sound, der so ziemlich das Matschigste ist, das ich in den letzten Monaten gehört habe. Der Drumcomputer klotzt mit uferlosen Triggern daher, die Gitarren schraddeln dumpf vor sich hin und von der kultigen Wärme alter Scheiben, wie der ersten MALEVOLENT CREATION ist rein gar nichts mehr da. Das Gegrunze ist so wuchtig, wie wenn sich Olaf und Detlef wieder mal mit Wattebällchen bewerfen, das alles macht Engendro zu einem Album das genau drei coole Songs beinhaltet: Asi te Pudras, Holocausto Cannibal und das etwas progressiver und heavier gehaltene En Avanzado Estado de Descomposición. Das TERRORIZER-Cover After World Obliteration könnte ich mir auch besser vorstellen, mit ein paar eigenen Einflüssen beispielsweise.

Tja, lieber Fernando, da hast Du wohl schon wieder was falsch gemacht. Sorry, aber so macht man keinen kultigen Death Metal. Hör Dir mal PAGANIZER an, die fahren zwar auf der Schwedenschiene, machen es aber richtig und rocken dir den Arsch weg. Wahr wohl nix.

VÖ: Mai 2003

Spielzeit: 36:09 Min.

Line-Up:
Fernando Payer – Guitars, Bass, Vocals, Programming
Label: Necromance Records

Tracklist:
1. Trance
2. Hedor Pestilence
3. Asi Te Pudras
4. Corruptus Interium
5. Holocausto Canibal
6. El Nombre de Dios
7. Mortal Curación
8. Corpore in Sepulto
9. En Avanzado Estado de Decompositión
10. Metastasis
11. Engendro
12. Reqiuem
13. Nu-Metal
14. After World Obliteration

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle