blank

ANGUS McSIX: Angus McSix And The Sword Of Power

ANGUS McSIX legen sich keine Leine an: Auf dem Debüt “Angus McSix and the Sword of Power” vermengt das Quartett seinen Power Metal mit allem, was potenziell Spaß macht.

Man sieht es ihm nicht an, doch der güldene Harnisch muss von einer Schicht Teflon überzogen sein: Der Split mit GLORYHAMMER im Sommer 2021 war alles andere als sauber und doch perlte offenbar jeder noch so unschöne Vorwurf an Sänger Thomas Winklers poliertem Brustpanzer ab. Stattdessen fand der Frontmann mit Songwriter, Gitarrist und Produzent Sebastian „Seebulon“ Levermann (ORDEN OGAN) schnell einen prominenten Partner, mit dessen Hilfe die Geschichte um den wiedergeborenen Kronprinzen weitererzählt werden soll. „One Better“ lautet das Motto: Aus McFife wird McSix, aus dem legendären Hammer das strahlende Schwert Sixcalibur – und auch sonst lehnt sich das Universum, das ANGUS McSIX spinnen, in seinen Eckpunkten stark an die Fantasy-Welt der Ex-Kollegen an.

Das darf man selbstverständlich kritisieren, obgleich wir selbst dann zugutehalten müssen, dass wohl niemand den übertriebenen Fantasy-Kitsch und -Nonsens so souverän und leidenschaftlich vorlebt wie Fronter Winkler alias Angus McSix selbst. Überraschend kommt es also nicht, dass der wiedererstarkte Held im Zentrum der Konzeptgeschichte steht, die das Debüt „Angus McSix And The Sword Of Power“ zu erzählen versucht. Umso kurioser erscheint allerdings zeitgleich die Entscheidung, das markante Organ des Sängers im allgemein etwas matschigen Mix zu vergraben, wodurch die Verständlichkeit mancher Zeilen leidet. Angesichts der Erfahrung Sebastian Levermanns wohl ein bewusster, obschon gewöhnungsbedürftiger Schritt.

ANGUS McSIX legen sich keine Leine an, sondern vermischen ihren modernen Power Metal mit allem, was Spaß macht

Dessen Handschrift prägt derweil auch das Songwriting in entscheidendem Maße: „Angus McSix And The Sword Of Power“ vermischt zeitgemäßen Power Metal mit modernen Synthesizern, Disco-, Dance- und sogar Pop-Elementen, wobei gerade die klassischeren Tracks wie die eröffnenden Singles „Master Of The Universe“ sowie „Sixcalibur“ eine gute Prise ORDEN OGAN im Blut tragen. Auf diesem Fundament aufbauend bemühen sich ANGUS McSIX um ein eigenes Profil, ohne sich selbst an irgendeine Leine zu legen. Erlaubt ist, was Spaß macht, selbst wenn sich das eingängige „Ride To Hell“ mit seinen primitiven Chor-Shouts gefährlich nahe an heutigen Partyschlager herantastet. Dafür schlägt das kauzige „Laser-Shooting Dinsoaur“ durch seine Synthesizer eine unwiderstehliche Brücke zwischen ELECTRIC CALLBOY und BEAST IN BLACK, wohingegen das an AC/DCs „Thunderstruck“ angelehnte „Starlord Of The Sixtus Stellar System“ dem Orchester-Bombast ein paar markante 70er Keyboards unterjubelt.

Zwischen Musical-Flair im Refrain des abschließenden „Fireflies Of Doom” und eingängigen wie lebhaften Hymnen („Eternal Warrior“, „In A Past Reality“) übersehen wir zwischendurch sogar den recht formelhaften Aufbau vieler Stücke, die sich doch arg oft der gleichen Schemata bedienen. Zeit zum Nachdenken bleibt angesichts der zahllosen Synth-Spuren und Angus McSix‘ beherzter Gesangsperformance ohnehin nicht, weshalb das Quartett am Ende sogar irgendwie mit der seltsamen Entscheidung davonkommt, die Konzept-Handlung den Singles unterzuordnen: Letztere eröffnen nun „Angus McSix And The Sword Of Power“, während Intro (!) und Story-Finale in die Mitte des Albums rutschen.

Bei “Angus McSix And The Sword Of Power” liegt der Fokus auf launigen Party-Nummern

Es ist nicht der einzige Hinweis, dass die neu erschaffene Welt nach GLORYHAMMER-Vorbild wohl eher am Reißbrett entstanden und mehr Mittel zum Zweck ist. Der Fokus liegt bei ANGUS McSIX stattdessen auf launigen und eingängigen Party-Nummern, die ab und an fehlende Substanz mit Heiterkeit und einem gesunden Maß Megalomanie locker zu übermalen wissen. Erzdämon Seebulon mag dabei im Hintergrund die Fäden ziehen, doch zusammenhalten kann ein solches Fantasy-Feuerwerk letztendlich nur der strahlende Held an der Front: Wie gut, dass sich Showman Angus augenscheinlich um Flecken auf dem goldenen Panzer auch künftig keine Sorgen machen muss.

Veröffentlichungstermin: 21.04.2023

Spielzeit: 45:59

Line-Up

Angus McSix – Vocals
Seebulon – Guitar, Bass
Thalestris – Guitar
Skaw! – Drums

Produziert von Sebastian „Seeb“ Levermann

Label: Napalm Records

Homepage: https://www.angusmcsix.net/
Facebook: https://www.facebook.com/angusmcsix/

ANGUS McSIX “Angus McSix And The Sword Of Power” Tracklist

  1. Master of the Universe (Video bei YouTube)
  2. Sixcalibur (Video bei YouTube)
  3. Laser-Shooting Dinosaur (Video bei YouTube)
  4. Amazons of Caledonia
  5. Ride to Hell
  6. Starlord of the Sixtus Stellar System
  7. The Vision in the Fires (Intro)
  8. Eternal Warrior
  9. The Key to Eternity
  10. In a Past Reality
  11. Fireflies of Doom
  12. Just a Fool Will Play Tricks on Angus McSix (Bonus Track)
Cookie Consent mit Real Cookie Banner