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ANGTORIA: God Has A Plan For Us All

ANGTORIA: God Has A Plan For Us All

So so, das ist sie also, die Debütscheibe der sich von diversen Bandprojekten emanzipierten Sarah Jezebel Deva. Gemeinsam mit den beiden Kompositions- und Instrumentalbrüdern Rehn firmiert die Sängerin, die sich vor allem dank ihres Engagements bei CRADLE OF FILTH einen Namen gemacht hat, seit knapp zwei Jahren unter dem Namen ANGTORIA. Und da Vitamin B auch im Musikbusiness ein probates Mittel darstellt, konnte sich das Trio auch gleich einen Plattenvertrag bei Listenable Records sichern. Und um noch einen Hauch mehr auf die Etikette zu achten, ließ sich das Trio auch gleich von einer Reihe namhafter Gastmusiker umgeben, um zusätzliche Aufmerksamkeit zu erzielen.

Hat die Musik auf God Has A Plan For Us All diese Effekthascherei nötig? Zum einen nein. Denn ANGTORIA spielen eine sehr einfach zu konsumierende Mischung aus Symphonic Metal und Gothic Rock, die sich butterweich in die Ohrmuschel schmieren lässt. Verträumte Melodien, mitsingbare Refrains mit Ohrwurmcharakter (God Has A Plan For Us All) und eine Eingängigkeit, die selbst der Populärmusik alle Ehre machen würde. Zum anderen hat ANGTORIA diese fremden Federn, die das Album zusätzlich schmücken (die Dame auf dem Cover ist im übrigen Dani Filths Lebenspartnerin), aber doch nötig. Denn im Vergleich zu anderen Symphonic Metal Bands, die mit einer Frontdame ausgestattet sind, sticht das neuformierte Gespann kaum heraus.

Das Problem ist dabei nicht an einem Punkt festzumachen, wenngleich ich gerne mit Sarah Jezebel Deva den Anfang machen möchte. Zwar verfügt sie über eine angenehme Stimme, der man gerne lauscht, doch umschmeichelt sie unaufhörlich auf identische Weise die Ohren, so dass die Lauscher mit der Zeit langsam ertauben. Des Weiteren stößt es bitter auf, dass Sarah Jezebel Deva stets nur mit halber Stimmkraft aber dafür mit doppelt aufgedrehtem Lautstärken- und Echoregler ins Mikro haucht. Das gibt dem Gesang eine uninspirierte und unnatürliche Klangfärbung, die mich gerade zu einem Zeitpunkt, wo authentische und kraftvolle Rockröhren wie Agnete Kirkevaag (MADDER MORTEM), Alexandra Bernard (BEYON-D-LUSION) oder Amanda Palmer (THE DRESDEN DOLLS) meine Playlist bevölkern, auf dem falschen Fuß erwischen.

Aber auch an den Instrumenten ist nicht alles eitel Wonne. Der symphonische Soundtrack-Charakter mag zwar stellenweise verzücken, doch meinen es die Gebrüder Rehn etwas zu gut mit dem Soundkleister. Denn allzu viel davon lässt die Musik nicht mehr befreit aufatmen, so dass das Album in seiner Gesamtheit klinisch und künstlich wirkt. Dass die Musiker ihr Handwerk verstehen, ist offensichtlich, schließlich finden sich wirklich angenehme Melodiebögen wieder, die nicht nur einmal echten Ohrwurmcharakter entwickeln. Zu bedauern ist zudem, dass auf auflockernde Elemente wie Gitarren-Soli bis auf zwei Ausnahmen (Deity Of Disgust und That´s What The Wise Lady Said) fast gänzlich verzichtet wurde. Auch der nur ansatzweise in Gebrauch befindliche Chor-Gesang (Hell Hath No Fury Like A Woman Scorned) hätte ausgeweitet werden können, um dem Album insgesamt zu mehr Griffigkeit zu verhelfen.

Schlussendlich haben wir es mit einem lauschigen Album zu tun, das dem Metalvolk keinerlei neuen Impulse gibt, für das man sich aber auch nicht schämen muss, wenn man es im Schrank stehen hat.

Veröffentlichungstermin: 27.04.2006

Spielzeit: 49:09 Min.

Line-Up:
Sarah Jezebel Deva – Vocals
Chris Rehn – Guitars, Keyboards, Bass & Programming
Tommy Rehn – Guitars, Keyboards, Bass & Programming

Gastmusiker:
Andreas Brobjer (PLATITUDE) – Drums
Dave Pybus (CRADLE OF FILTH) – Bass
Aaron Stainthorpe (MY DYING BRIDE) – Vocals
Martin Häggström (MOAHNI MOAHNA) – Vocals
Richard Andersson (SPACE ODYSSEY, TIME REQUIEM) – Keyboard
Tony Könberg – Choir Vocals

Produziert von Chris Rehn & Tommy Rehn
Label: Listenable Records

Homepage: http://www.angtoria.com

Email-Adresse der Band: info@angtoria.com

Tracklist:
1. The Awakening
2. I´m Calling
3. God Has A Plan For Us All
4. Suicide On My Mind
5. Deity Of Disgust
6. The Addiction
7. Six Feet Under´s Not Deep Enough
8. Do You See Me Now
9. Original Sin
10. Hell Hath No Fury Like A Woman Scorned
11. Confide In Me
12. That´s What The Wise Lady Said

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge