ANDRAS: Iron Way

Wer die härtere Variante von C.O.L.D.U.N. schätzt, kommt am neuen ANDRAS-Werk nicht vorbei…

Drei Jahre nach Of Old Wisdom erschallen die schwarzmetallischen ANDRAS-Klänge wieder aus dem Erzgebirge. Zwar hätte der Produktion von Iron Way ein Tick mehr Druck im Sinne des Albumtitels gut getan, aber alles in allem bewegt sich die Produktion im grünen Bereich und vermag es, die verschiedenen Klangfacetten der pagan angehauchten Black Metal-Klänge angemessen zur Geltung zu bringen.

Zu diesen Facetten gehört auch ein Keyboard, welches auf Iron Way oftmals allein für epischen Touch und Abwechslung zuständig zu sein scheint – leider. Dieser Umstand äußert sich nicht nur in einem pathetischen Intro und Outro, sondern auch innerhalb der Songs, welche allzu reichhaltig mit simplen Keyboardlines und –sounds versehen sind. Selbst wenn es auch in neuerer Zeit Bands gibt, welche mit simplen Tastenklängen eine großartige Atmosphäre zu schaffen vermögen – man denke an SORGSVART oder OAKENSHIELDANDRAS gehören schlicht nicht dazu.

Im Gegensatz dazu setzen ANDRAS in Sachen Gesang schon eher Akzente. Während die tiefen Grunzvocals (etwa in Dunkelwald) und das Kreischen im Durchschnittsbereich liegen, verleiht Ecthelion mit seinem charakteristischen Cleangesang dem Gebotenen eine eigene Note. Durch diesen Zug drängt sich der Vergleich zu C.O.L.D.U.N. auf, der auch durch einige sehr melodiöse Ausflüge der Gitarren (Return to Black Hill) motiviert wird. Das Abkupfern bei QUEENs The Show Must Go On in Pagan Path ist dann jedoch wesentlich weniger prickelnd…

Insgesamt überzeugt Iron Way trotz einiger guter Ansätze und der spürbaren Erfahrung der Band jedoch nicht. ANDRAS versuchen zwar, verschiedene Elemente in ihre Musik aufzunehmen und erhabene Momente zu schaffen – aber es fehlt an wirklich gutem Songwriting, welches das vorhandene Stückwerk zu einem Weg aus einem Guss(eisen) machen würde. Fans der Band können bei Iron Way sicherlich zugreifen, für andere Black Metal-Anhänger birgt dieses Stück solides Mittelmaß keine Schätze…

Veröffentlichungstermin: 28.06.2008

Spielzeit: 44:57 Min.

Line-Up:
Nightsky: Gitarre
Robby Kunz (PERSECUTION): Gitarre
Adversarius (VILKATES): Synths
Ecthelion (PERSECUTION, ISENBURG, C.O.L.D.U.N.): Vocals
Shardik (KRATER): Drums

Label: Einheit Produktionen

Homepage: http://www.andras.de.vu

Tracklist:
1. Intro
2. Miasma Track
3. Spellbreaker
4. Across those Highlands
5. Return to Black Hill
6. Infested
7. Dunkelwald
8. Pagan Path
9. Kreuzweg
10. Outro