AKERCOCKE: The Goat Of Mendes

Lasst Euch selbst hinabziehen in einem schwarzen Strudel voller Bösartigkeit und Dunkelheit…

Eins gleich vorneweg: Für The Goat Of Mendes braucht man Zeit, sehr viel Zeit. AKERCOCKE machen es dem Hörer alles andere als leicht: ein wüstes Durcheinander aus Black Matal, Death Metal und Grindcore ist so schon schwer genug nachvollziehbar, wenn man dann aber auch noch wie die englische Band konsequent auf konventionelle Songstrukturen verzichtet, verlieren sich Musiker und Hörer schnell im Chaos.

Nicht so bei Akercocke, die Band entführt in eine akustische Welt voll von unergründlicher Dunkelheit – wenn man bereits ist, sich darauf einzulassen. Denn The Goat Of Mendes ist kein Album, das man mal eben nebenbei hört, dazu erscheinen die Songs dem ersten Eindruck nach viel zu zerhackstückelt. Das mag an der hemmungslosen Kombination aus grabestiefen Growls, durchdringenden Schreien, Blastbeats, schleppendem Death Metal Riffing und anderen Elementen aus dem Extrem Metal Bereich liegen, doch gerade diese wilde Mischung und verschiedene klare Gesangspassagen, die nicht immer den Gesetzen einer herkömmlichen Melodie gehorchen und manchmal auch reichlich disharmonisch klingen, erzeugen eine ungewöhnlich intensive Atmosphäre.

Das kurze Streicherinstrumental Fortune my Foe bietet Gelegenheit, kurz Luft zu holen, doch insgesamt gesehen, lassen Akercocke einen bösartigen Soundbastard nach dem anderen frei, wobei Abwechslung oberstes Gebot ist . Wenngleich auch manchmal die Songs einfach zu unübersichtlich werden, fällt dieser Kritikpunkt nicht allzu sehr ins Gewicht, da Songs wie Infernal Rites oder A Skin for Dancing in, das mit epischem Momenten und einem kurzen, wunderschönen Akustikpart überrascht, der ohne Bruch mit schwarzmetallischer Raserei aufgelöst wird – als ob die Tatsache, dass inmitten des wüsten Geprügels eine zarte kleine Melodie aufblitzt nicht erstaunlich genug wäre – eine Atmosphäre ausstrahlen, wie man sie nur selten findet. Lasst Euch selbst hinabziehen in einem schwarzen Strudel voller Bösartigkeit und Dunkelheit…

Tracklist:

Of Menstrual Blood and Semen

A Skin for Dancing in

Betwixt Iniquitatis and Prostigiators

Horns of Baphomet

Masks of God

The Serpent

Fortune my Foe

Infernal Rites

He is Risen

Breaking Silence

Initiation

Cermony of Nine Angels

+ video enhanced track: Infernal Rites

Spielzeit: 56:44

Label: Peaceville/SPV

Veröffentlichungstermin: 26.06.2001

Hompage: http://www.akercocke.com