AKERCOCKE: Words That Go Unspoken, Deeds That Go Undone

Mit diesem Album haben AKERCOCKE wohl ihren Weg gefunden und können im unüberschaubaren Dschungel der härteren Metal Bands ihre Duftmarke setzen.

Schon seid geraumer Zeit geistern die Engländer von AKERCOCKE durch den metallischen Blätterwald. Was ich bisher eher für einen Hype gehalten habe, entpuppt sich mit Words That Go Unspoken, Deeds That Go Undone“ als hochinteressanter Mix aus diversen Extrem-Metal Spielarten. Doch als erstes fällt einem die offensichtlichste Änderung im Vergleich zu den Vorgänger-Alben auf. Die nackte Frau auf dem Cover ist verschwunden! Zierte eben jene bisher in der einen oder anderen Pose das Artwork eines jeden Albums dieser Band, hat man die Holde nun in die Wüste geschickt. Oder man hat sie gegen ein paar OPETH-CDs eingetauscht. Das würde zumindest erklären, warum die britischen Anzugträger auf ihrem neuesten Output doch recht häufig nach den Mannen um Mikael Akerfeldt klingen. So pendeln AKERCOCKE öfters zwischen infernalischem Geprügel und ruhigen atmosphärischen Parts. Frontmann Jason Mendonca macht in sämtlichen stimmlichen Variationen eine gute Figur, egal ob grabestiefes Geröchel, krächziges Geschrei, bedrohlicher Halb-Sprechgesang oder melodischer Cleangesang. Und das alles feuert einem der Gute teilweise in einem einzigen Song um die Ohren.

Mit den beiden ersten Songs Verdelet und Seduced prügeln AKERCOCKE gnadenlos nach vorne. Doch schon diese beiden Songs werden hier und da von ruhigeren oder schlicht abgefahrenen Parts unterbrochen, ehe der Knüppel-ICE weiter durchs Unterholz pflügt. Das folgende Shelter From The Sands ist mit zehn Minuten das Kernstück des Albums. Ein großartiges Düsterepos in dem AKERCOCKE all ihre Stärken ausspielen. So kurzweilig und spannend können zehn Minuten sein. Und auch auf den folgenden Songs haben die ruhigeren, atmosphärischen Parts einen deutlich höheren Anteil als noch bei den ersten beiden Nummern. Das abschließende Lex Talonis kommt gar vollkommen ohne verzerrte Gitarren und fieses Gebrüll aus. Vorher packen AKERCOCKE mit The Penance jedoch noch einmal den Vorschlaghammer aus. Und genau diese Mischung aus Ruhe und Geballer ist es die aus Words That Go Unspoken, Deeds That Go Undone ein wirklich gelungenes Extrem-Metal Album macht. Mit diesem Album haben AKERCOCKE wohl ihren Weg gefunden und können im unüberschaubaren Dschungel der härteren Metal Bands ihre Duftmarke setzen. Anhänger purer Raserei werden mit dieser Band nicht mehr glücklich werden, Freunde abwechslungsreichen Düsterstahl wiederum sollten spätestens jetzt ein Auge auf diese Engländer haben.

Veröffentlichungstermin: 10.10.2005

Spielzeit: 48:23 Min.

Line-Up:
Jason Mendonca – Guitar/Vocals

Matt Wilcock – Guitar

Peter Theobalds: Bass

David Gray: Drums

Produziert von Goat Of Mendes Studio / Mix: Neil Kernon
Label: Earache/SPV

Homepage: http://www.akercocke.com

Email: akercocke@hotmail.com

Tracklist:
01. Verdelet

02. Seduced

03. Shelter From The Sands

04. Eyes Of Dawn

05. Dying In The Sun

06. Words That Go Unspoken (Part 1)

07. Intractable (Words That Go Unspoken Part 2)

08. Seraphs And Silence

09. The Penance

10. Lex Talonis