Florian Schaffer

31 Beiträge
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.

BUFFET OF FATE: Flunkyball mit Metallica

März 2013. BUFFET OF FATE haben gerade ihre neue EP "Spätstücken" kostenlos im Netz veröffentlicht. Die Überraschung: Der moderne Metalcore ist einem partytauglichen Synthie-Sound gewichen. Die harten Gitarren erhalten jetzt Unterstützung von Elektro- und Dubsteb-Einflüssen. "Stilbruch!", könnten die Fans schreien, doch wir hören nichts. BUFFET OF FATE haben nämlich keinen Plattenvertrag, ihre Anhängerschaft ist noch relativ überschaubar - im vergangenen Sommer hatte die Band erst als Finalist des "New Blood Awards" auf dem SUMMER BREEZE-Festival gespielt, die Fanschar baut sich also erst auf. Weil dieser unerwartete Stilwandel dennoch einen Farbklecks in der Genrelandschaft hinterlassen hatte, der originelle Sound frisch und unverbraucht war, schnappten wir uns die fünf lebensfrohen Musiker und sprachen mit ihnen über die Highlights der 90er, die neue EP und eine zukünftige olympische Sportart.

DARK TRANQUILLITY: Auf der Suche nach dem Kern

"Construct" ist vielleicht eine der interessantesten Veröffentlichungen, die DARK TRANQUILLITY bislang hervorgebracht haben. Die Schweden verließen ihren altbewährten Pfad des traditionellen skandinavischen Melodic Death Metals und begaben sich auf die Suche nach einer neuen Quelle der Kreativität, indem sie den Fokus auf die zugrunde liegende Atmosphäre ihrer Arbeit lenkten. "Construct" kann daher leicht missverstanden werden, dreht sich im Kern aber weniger um unabhängige Stücke oder rasende Hits, sondern um das Erschaffen einer packenden Vision düsterer Musik, die wiederum auf ausgearbeiteten Gedankengängen fußt. Wir sprachen mit Keyboarder Martin Brändström via E-Mail über einen neuen Ansatz, Musik zu schreiben, über die Auswirkungen seiner unterliegenden Stimmungslage auf die Kreativität, sowie über die beste Art und Weise, das neue Album zu hören.

HEAVEN SHALL BURN: Man wächst an seinen Aufgaben

HEAVEN SHALL BURN sind wieder zurück in der Spur. "VETO" erschließt für die Thüringer Band vielleicht keine neuen Welten, bringt alle Stärken der vergangenen Alben dafür auf einen gemeinsamen Nenner. Der Elan und die Energie des Werks reißen mit, die kontroversen Themen auf lyrischer Seite werfen einige Fragen auf. Um die zu klären, haben wir auf elektronischem Weg mit Schlagzeuger Matthias gesprochen, der einiges zu erzählen hatte - über das aktuelle Album "VETO", über gesellschaftliche Streitfragen und über seine Gesangskunst auf der neuen Platte.

AEON: Blond oder brünett – warum nicht beides?

Einfach nur brutal reichte ihnen nicht mehr. Mit "Aeons Black" rückten die Schweden von AEON ihren zermalmenden Death Metal in ein kontrastreicheres Licht. Ohne an Härte einzubüßen, verfeinerte das Quintett anno 2012 ihr kompromissloses Auftreten mit häufigen Tempowechseln und ruhigen Interludes. Weil das Resultat dieses ungemütlichen Cocktails eine intensive wie fordernde Erfahrung war, baten wir Gitarrist Zeb Nilsson auf elektronischem Weg zum Gespräch, um mehr über das düstere Konzept, wichtige Entscheidungen im Produktionsverlauf sowie die Rückkehr von Schlagzeuger Arttu Mallki zu erfahren.

THE INTERSPHERE: Die Welt von oben [Brainstorming]

Ohne Frage war "Interspheres|Atmospheres" in mancherlei Hinsicht ein wegweisendes Album. Natürlich für die Band selbst, die damit ihren künstlerischen Durchbruch feierte, aber auch für die deutsche Alternative-Szene. THE INTERSPHERE balancierten zwischen Pop und Progressive mit einer Selbstverständlichkeit, die für ein Zweitwerk nicht weniger als verblüffend ist. Weil eben dieses Schlüsselwerk im Backkatalog des Quartetts nun neu aufgelegt wurde, haben wir mit Sänger und Gitarrist Christoph Hessler im Rahmen unserer "Brainstorming"-Reihe ein kleines Frage-Antwort-Spiel veranstaltet, bei dem die eine oder andere interessante Information zu Tage kam.

ANTROPOMORPHIA: Bier an Tankstellen [Brainstorming]

Man mag es kaum für möglich halten, doch die Niederlande sind ein erstaunlich starkes Pflaster für Freunde der extremen Musik. Neben Tulpen und Käse ist das Nachbarland in einschlägigen Kreisen auch für seine Auswahl an hochklassigen Oldschool Death Metal-Bands berühmt. Zu den viel gelobten ASPHYX und HAIL OF BULLETS gesellt sich nun auch das Trio von ANTROPOMORPHIA, die zwar selbst bereits seit vielen Jahren im Geschäft sind, doch erst vor kurzem wieder aktiv in den Ring zurückgekehrt sind. In unserem Brainstorming zeigt Frontmann Ferry, dass hinter dem Konzept von "Evangelivm Nekromantia" mehr Sorgfalt und Detailverliebtheit steckt, als man dem ersten Eindruck nach annehmen könnte.

DEVIL SOLD HIS SOUL: Das Licht am Horizont

Die Erwartungen waren groß, das Resultat noch größer. Mit "Empire Of Light" hat die britische Post Hardcore-Band DEVIL SOLD HIS SOUL erneut ein mitreißendes und atmosphärisches Album vorgelegt, das vor Optimismus und Hoffnung nur so sprüht. Anstatt den Vorgänger "Blessed & Cursed" zu kopieren, versuchen die Jungs die Essenz ihrer Musik mittels kompakterer Strukturen direkt auf den Punkt zu bringen. "Empire Of Light" zählt somit sicherlich zu den spannendsten Veröffentlichung des laufenden Jahres. Gitarrist Rick unterhält sich mit uns über den neuen Ansatz, die Risiken des Tourlebens und natürlich die Bedeutung des inhaltlichen Konzepts für die Band selbst.

LOONATARAXIS: Nüchtern auf dem Oktoberfest

Der Crossover lebt. Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu, doch schon lange hat er sich nicht mehr so lebendig gefühlt wie mit "Up Here". LOONATARAXIS haben auf ihrem Zweitwerk an den richtigen Schrauben gedreht, die natürliche Verrücktheit in einen verständlichen Rahmen gebracht und so ein rundes Hörerlebnis kreiert, das den Kopf bei aller Zugänglichkeit trotzdem fordert. Weil sich dieser Anspruch nicht nur auf die Musik, sondern auch die lyrischen Inhalte bezieht, haben wir uns Sänger Till Herence geschnappt und in einem entspannten Telefonat zum neuesten Sprössling befragt.

FILTER: Mit der Zerstörung im Reinen

Richard Patrick ist ein vielbeschäftigter Mann. Gerade erst hat er mit seiner Band FILTER ein neues Album herausgebracht, hat damit die stationierten Truppen im Irak besucht und befindet sich schon wieder auf dem Sprung zur nächsten US-Tournee. Weil "The Trouble With Angels" aber auch hierzulande eingeschlagen hat, konnten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, auf elektronischem Weg bei Herrn Patrick ein wenig nachzuhaken. Im Gespräch gab sich Richard Patrick, wie es sich für einen vielbeschäftigten Mann gehört, größtenteils kurz angebunden, ein paar interessante Einblicke ließ er sich letztendlich dennoch aus ihm herauskitzeln.

THE ABSENCE: Zu wenig angesagt, um relevant zu sein

THE ABSENCE sind irgendwo schon ein wenig außergewöhnlich. Obwohl die Band aus dem sonnigen Florida stammt, könnte man beim Genuss von "Enemy Unbound" schwören, die Jungs wären die verlorenen Söhne von AT THE GATES und IN FLAMES. Und weil sie das, was sie tun, auch noch richtig gut machen, haben wir uns Gitarrist Patrick Pintavalle geschnappt, um ihm per E-Mail ein paar Hintergrundinformationen zu Band und natürlich Album zu entlocken.

FLESHWROUGHT: Wahnsinn kommt vor [Brainstorming]

Hinter FLESHWROUGHT verbirgt sich niemand anderer als Navene Koperweis, ehemals Schlagzeuger der nicht mehr existenten ANIMOSITY. Anstatt sich aber bei seinem neuen Projekt wieder ausschließlich auf den Platz hinter den Kesseln zu konzentrieren, zeichnet er sich gleich für alle Instrumente selbst verantwortlich. Eigentlich also ein Death Metal-Soloprojekt, wäre da nicht JOB FOR A COWBOY-Fronter Jonny Davy, der die Vocals auf "Dementia / Dyslexia" übernommen hat. Da dieses zudem ein Death Metal-Album voller technischer Finesse, Wendungen und Überraschungen ist, haben wir Mastermind Navene Koperweis zum Brainstorming gebeten, um herauszufinden, was in so einem verrückten Kopf normalerweise vorgeht.

BURDEN OF GRIEF: Ölfässer statt Schlagzeug-Trigger

Es gibt eine Welt abseits des typischen Göteborg-Sounds. Anstatt dem klischeehaften Melodic Death Metal der Marke Westschweden zu frönen, loten BURDEN OF GRIEF auf ihrem neuen Album "Follow The Flames" mutig die Genregrenzen aus, verbinden aggressive Thrash-Anleihen mit Hardrock-Elementen und Hammond-Orgel. Weil diese Symbiose nicht nur frisch klingt, sondern auch verdammt viel Spaß macht, gab es mehr als genug Gründe, um mit Gitarrist Philipp über stilfremde Einflüsse, den ambivalenten Begriff des "Melodic Death Metal" und die entspannte Arbeit mit Dan Swanö zu sprechen. Was es dabei alles zu sagen gab, lest ihr in unserem ausführlichen Interview.

ALLEGAEON: Mit literweise Kaffee zum Erfolg

Ein überraschend gutes Death Metal-Album kam dieses Jahr von den Newcomern ALLEGAEON, die nach ihrer selbstbetitelten EP mit dem Debüt "Fragments Of Form And Function" ihren Labeleinstand feierten. Trotz hohen technischen Anspruchs schaffen es die Amerikaner stets, den Song nicht aus den Augen zu verlieren, mit einem letztendlichen Ergebnis, das nicht nur vielseitig, sondern auch hochwertig geworden ist. Da dem Album zudem ein interessantes lyrisches Konzept auf Basis wissenschaftlicher und philosophischer Fragen zugrunde liegt, haben wir uns Gitarrist Ryan Glisan geschnappt, um ihm über das Internet interessante Antworten zu Konzept, Musik und Entstehungsprozess des neuen Albums zu entlocken.

KEEP OF KALESSIN: Die große Schlange mit ungetrübtem Blick

Wild, vielseitig, episch und spannend. Das sind Adjektive, die "Reptilian" wohl am besten umschreiben. Völlig überraschend meldeten sich KEEP OF KALESSIN dieses Jahr mit einem Album zurück, das sich von den einstigen Black Metal-Wurzeln emanzipiert hat und nun gleichermaßen im Thrash und Death Metal zu Hause ist. Ja, sogar leichte Doom-Anleihen finden sich bei den Norwegern wieder. Dies und natürlich die Teilnahme am Vorentscheid des diesjährigen Eurovision Songcontests nahmen wir zum Anlass, um mit Schlagzeuger Vyl über ein bislang ereignisreiches Jahr zu sprechen.

PERIPHERY: Nicht schüchtern, aber sehr hässlich!

PERIPHERY sind schon ein Phänomen. Mit der kostenlosen Veröffentlichung ihrer Songs im Internet konnten die Amerikaner innerhalb der letzten fünf Jahre eine solch große Fangemeinschaft für sich gewinnen, dass auch die großen Labels nicht mehr wegsehen konnten. Die große Überraschung: Das selbstbetitelte Debütalbum, das irgendwo zwischen MESHUGGAH und DEFTONES anzusiedeln ist, schaffte in Amerika sogar den Sprung in die offiziellen Billboard Charts. Mit Bassist Tom Murphy sprachen wir über die Vorzüge des World Wide Webs, hässliche Musiker und selbstverständlich das aufregende Erstlingswerk der sechs ambitionierten Musiker.

DEVIL SOLD HIS SOUL: Augen zu, Kopfhörer auf!

Ein monumentales Werk ist es geworden, das dritte Album der englischen Post Hardcore-Band DEVIL SOLD HIS SOUL. In bester Tradition von ISIS nimmt "Blessed & Cursed" den Hörer mit auf eine Reise in sein Inneres und zeigt ihm eine Welt, die grausam und dabei wunderschön ist. Weil dem Sextett mit viel Liebe zum Detail eine der intensivsten Platten des laufenden Jahres gelungen ist, die kein Freund anspruchsvoller, tief gehender Musik verpassen sollte, baten wir DEVIL SOLD HIS SOUL auf elektronischem Weg zum Gespräch - über das neue Album, die Einflüsse der Band und die Freiheit der Interpretation.

SOILWORK: Hirnforschung mit Pawlow

SOILWORK gehören zu den Bands, die seit Jahren im Geschäft sind, sich bereits eine beachtliche Fangemeinde erspielt haben und doch immer wieder für eine Überraschung gut sind. Die letzte war nicht unbedingt das neue Album "The Panic Broadcast", das erneut gekonnt alle Trademarks der Schweden in sich vereint, sondern die Rückkehr von Gitarrist und Gründungsmitglied Peter Wichers, der nach drei Jahren Abstinenz wieder im Melodic Death Metal mitmischen will. Folglich gibt es mit Sänger Björn Strid viel zu bereden. Über Peter, über den BP-Boykott und natürlich über das neue Album.

STIGMA: Gangsta-Vocals mit dem Zombiechor

Mit "Concerto For The Undead" ist den Italienern von STIGMA in der ersten Jahreshälfte eine richtige Überraschung geglückt. Mit immenser Spielfreude und einem lyrischen Konzept über die Kulthorrorreihe "Tales From The Crypt" ("Geschichten aus der Gruft") vermengen STIGMA Einflüsse von AT THE GATES und THE BLACK DAHLIA MURDER gleichermaßen und haben so ein Album geschaffen, das wohl mit zum besten gezählt werden darf, was der Metalcore in diesem Jahr hervorgebracht hat. Sänger Vlad sprach mit uns auf elektronischem Weg über Horrorlegenden, Zombiechöre, das neue Album sowie die eigene Entwicklung. Dabei zeigt er nicht nur eine ganze Menge Humor, sondern auch ein gesundes Maß an Selbstkritik. Doch lest selbst...

AEON: Tim Burton auf LSD [Brainstorming]

Mit einer gewaltigen Brachialität im Stil ihrer amerikanischen Kollegen von DEICIDE begruben die Schweden AEON jüngst die harte Konkurrenz im Death Metal unter einem Hagel aus brettharten Riffs und Doublebass-Attacken. "Path Of Fire" ist ein rasantes, technisch ausgefeiltes Drittwerk geworden, das nicht zuletzt dank seiner organischen Produktion für alle Nachzügler festgeschrieben hat, wie Death Metal 2010 klingen muss. In unserem Brainstorming erzählt Gitarrist Daniel von seinen Helden von einst und offenbart eine schier beängstigende Aversion gegen Sauerkraut sowie eine ausgeprägte Affinität zu Fluchwörtern jeglicher Art.