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Christoph

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"...weil ein Leben ohne Musik kein Leben ist, sondern nur Armut und Schneematsch." - Jón Kalman Stefánsson
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NAILS: Fuck Everyone [Brainstorming]

Kurz, präganant und zynisch, das ist zeichnet die knapp fünfzehnminütige Hasssalve "Unsilent Death" von NAILS aus. Das erste Lebenszeichen der Krawallbrüder um den ehemaligen TERROR-Gitarristen Todd Jones tut verdammt weh, macht aber extrem Spaß und weckt kämpferische Lebensgeister. Und weil Jones uns mit seiner neuen Band einen so schönen Gefallen getan hat, versuchen ihm etwas zurück zu geben, indem wir seinem Gedächtnis mit unserem Brainstorming auf die Sprünge helfen und ein paar Anekdoten aus ihm heraus kitzeln. Irgendwie wundert es nicht, dass die Antworten vom guten Todd so klingen, wie das, was er musikalisch von sich gibt. Und weil es dir nach dieser kleinen Lektüre immer noch nicht von NAILS reichen wird, solltest du im November dringend deren Konzerte als Support von RISE AND FALL besuchen.

SARATAN: Antireligion [ausgemustert]

Während MANNGARD mit ihrem Death-Thrash die gehörige Portion bedenklichen Wahnsinn bieten und NILE mit orientalischen Instrumenten für Authentizität sorgen, schaffen es SARATAN mit ihrem auf Hochglanz polierten, genau dazwischen liegenden Zweitwerk "Antireligion" nicht mal auf die Ersatzbank. Die sterbenslangweiligen Riffs haben rein gar nichts Besonderes zu bieten, die lieblos zusammengeschusterten Songs sind eher zum Einschlafen als zum Ausflippen geeignet. Nicht mal die zwei oder drei orientalisch klingenden Gitarrenharmonien, mit denen das Label wirbt, erzeugen eine Regung im Hörer. "Antireligion" ist eine, immerhin tadellos gespielte, aber erschreckend blutleere Plastikscheibe, die innerhalb kürzester Zeit in Vergessenheit geraten wird.