THE ACACIA STRAIN: Wormwood

THE ACACIA STRAIN: Wormwood

Okay, folgendes Szenario: Nachdem ich das vorbereitete Abendessen im Ofen verstaut habe, wechsle ich von der Küche über ins Wohnzimmer und lasse dort die CD, die ich soeben gehört habe weiterlaufen. Die Tracknummer habe ich mir nicht gemerkt, nach kurzem skippen habe ich aber das richtige Lied wieder gefunden, da ich das Anfangsriff des Songs erkannt habe. Was daran besonders ist? Die CD ist von THE ACACIA STRAIN. Eine Band, die versucht, das stumpfe Draufhauen salonfähig zu machen. Bud Spencer und Terrance Hill in einem Film mit Tiefgang? Heutzutage ist auch nichts mehr sicher.

If you think you know what these songs are about, you´re probably wrong. Also doch nicht Breakdowns? Aber es muss einfach so sein. Denn wenn eine Band es schafft, alle Kickboxer deiner Hood ein unbeschreibliches Massaker im Pit anrichten zu lassen, dann THE ACACIA STRAIN. Nach Continent besinnen sich THE ACACIA STRAIN, welch Überraschung, auf bodenlos tief gespielte Riffs und treibende Moshgrooves, aber dieses Mal sind sie ein wenig abwechslungsreicher und vertrackter, und trotzdem noch eine Spur wütender, als zuvor. Leadgitarren gibt es nur noch selten zu hören, dafür brüllt sich Sänger Vincent alles aus dem Leib, was geht.

Erstaunlich, wie viel Mühe sich eine Band mit dem Konzept des Artworks und teilweise auch den Lyrics geben kann, und dabei die musikalische Komponente so außen vor lassen kann. THE ACACIA STRAIN schaffen es aber, diese Sturheit mit einer gewissen Würde zu verbinden. Irgendwie sind sie sympathisch und irgendwie gefällt es auch, was sie aus primitiven Ideen, wie in The Hills Have Eyes, Ramirez, Terminated, Bay Of Pigs und Tactical Nuke machen. Stell dir einfach die Cursed von ION DISSONANCE ohne jegliche Finessen, die Mathcore- und Grind-Elemente vor, wie sie mit schlichten Siebensaitern ihre MESHUGGAH-light-Riffs leicht verständlich für alle von 6 – 99 wiedergeben.

Produziert ist Wormwood natürlich am Anschlag, viel zu sauber und steril, mit einem typisch unecht klingendem Schlagzeug. Das ist ebenso übertrieben, wie die gute Dreiviertelstunde es auch musikalisch ist. Aber trotzdem, irgendwie sind THE ACACIA STRAIN eine sympathische Band, irgendwie bodenständig und bei aller Primitivität doch mit einem Hang für das Künstlerische gesegnet. Um wirklich Fan dieser Band zu werden, muss man den groben Metalcore mit der Muttermilch aufgesogen haben, während die Eltern Kulturpädanten und keine Hartz IV-Empfänger sind. Für die schlimmen Karatespastis im Pit sind THE ACACIA STRAIN glücklicherweise doch zu schlau.

Veröffentlichungstermin: 24. September 2010

Spielzeit: 47:38 Min.

Line-Up:

Vincent – Vocals
D.L. – Guitar
Jack – Bass
Kevin – Drums

Label: Prosthetic Records
MySpace: http://www.myspace.com/theacaciastrain

Tracklist:

1. The Beast
2. The Hills Have Eyes
3. BTM FDR
4. Ramirez
5. Terminated
6. Nightman
7. The Impaler
8. Jonestown
9. Bay Of Pigs
10. The Carpathian
11. Unabomber
12. Tactical Nuke

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle