Zeitreise: April 2002

Im April 2002 gab es nicht nur einen „Hammer Abend“ mit  THUNDERSTORM, MIRROR OF DECEPTION und WELL OF SOULS in der Eiche in Crailsheim, von dem unser WOSFrank heute noch schwärmt – es war auch der Abend, an dem wir ihn überzeugen konnten, bei vampster anzufangen – und die Geburtststunde des Doom Shall Rise Festival – es war also ein wirklich historischer Abend.

Weniger erfreulich: Anfang April 2002 ist Laney Staley von ALICE IN CHAINS an einem Koks/Heroin-Cocktail gestorben.  Auf andere Art gestorben ist für viele damals OZZY OSBOURNE mit seiner Reality Sitcom. Offenbar kam sie bei vielen aber gut an. Wir haben es aber nie verstanden… Seltsam, wenn nicht schon (achtung, Wortspiel:) PARADOX war die Meldung „BANG YOUR HEAD: PARADOX canceln“ – und zwar mit der Meldung „PARADOX mussten ihren Auftritt beim Bang-Your-Head-Festival absagen, da Gitarrist Kai Pasemann ausgestiegen ist um sich um seine Kanzlei zu kümmern“. Aha. Aha! Na, man muss Prioritäten setzen. Nicht ganz so entscheidungsfreudig waren damals ANTHRAX. Sie machten sich einen Spaß aus der ein oder anderen Titeländerung für das kommende Album. Am Ende hieß es dann ja etwas später „We´ve come for you all“. Der Ausstieg von Pekka Kasari am Schlagzeug bei AMORPHIS war zum Glück nicht weiter dramatisch, wurde er doch schnell durch Jan „Snoopy“ Rechberger ersetzt, der schon davor – und bis heute – bei den Finnen für das solide Fundament sorgt. Viel mehr Sorgen musste man sich damals um Dave Mustaine von MEGADETH machen: MEGADETH: Das Ende? hieß es damals schon fast dramatisch. Schuld für die Meldung war eine Verletzung seines linken Arms. Zum Glück hat er sich ja aber wieder erholt.

Was gab es an Reviews? UNLEASHED liefern mit Hell´s Unleashed ein durchwachsenes Comebackalbum ab, RED HARVEST haben mit Sick Transit Gloria Mundi dafür den perfekten „Soundtrack für die Hölle“. Jeder, wie er kann! Können tut es  damals schon YNGWIE MALMSTEEN mit der Concerto Suite. „Stratocaster meets Orchester. Etwas Vergleichbares habe ich nie zuvor und auch danach nicht wieder gehört“ schrieb unser Jutze damals dazu. Und das will bei ihm und seinem breiten Musikgeschmack etwas heißen.  Mag er zum Beispiel auch ELÄKELÄISET, die damals mit „Pahvische“ ungefähr das Gegenteil von MALMSTEEN ablieferten – und auf Ihre Art trotzdem zu begeistern wussten. In eine nochmals ganz andere Richtung ging es bei EMPYRIUM mit Weiland. „Das Werk EMPYRIUMs bekommt mit ‚Weiland‘ abschließend seine Krone aufgesetzt“ schreibt ein damals begeisterter Andreas Holz. Wohingegen unser Rachendrachen bei TO ELYSIUM: Dearest Vile offen zugibt: „Ich bekenne ja freimütig: Ich bin ein Masochist… Ich bin VfB-Fan, da sollte alles sagen. Doch selbst meine Leidensfähigkeit hat ihre Grenzen…“. Ihm hat das Album also offenbar nicht ganz so gut gefallen. Sein Verriss ist trotzdem ganz nett zu lesen. Deutlich besser kamen INSOMNIUM mit „In The Halls Of Awaiting“ bei uns an. „INSOMNIUM sind keine einzigartige Band und sie erfinden keinen neuen Stil, doch sie haben ein untrügliches Gespür für wunderbare Gitarren-Hooklines“. Und das stimmt ja so bis heute.

Bei den Interviews hatten wir uns im April 2002 diese Kollegen zum Gespräch geschnappt:
END OF GREEN: Woher kennen Finnen SCOOTER?
SOILWORK: Ein Anruf von Devin Townsend und eine E-Mail vom Metalgott persönlich
DESPAIRATION: Fliegende Schamanen und verzweifelte Hobbits
INSOMNIUM: Karelischer Metal

Live ist uns vom April 2002 noch die Prologues To Infinity Tour mit ASTERIUS, DISILLUSION und BEHIND THE SCENERY  im Gedächtnis geblieben. Irgendwie lustig, dass wir neulich, also genau 15 Jahre später, DISILLUSION und BEHIND THE SCENERY an zwei aufeinander folgenden Wochenenden wieder live gesehen haben – und beide in top Form. Was ist eigentlich aus ASTERIUS geworden?

Als Abschluss unserer Zeitreise in den April 2002 empfehlen wir euch noch die Lektüre von Hölzerner Wahnsinn: Trash saved me! („Kitsch rettete mich. Und Kant schlug Purzelbäume in einer absurden Welt – warum Italiener gut für die Gesundheit sind.“) und, schon fast ein Klassiker, unsere Serie Der Herr der Ringe-Film durch Metaller-Augen (Teil 3).

Viel Spaß!
Euer vampster-Team

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Markus

„Kümmere mich um die Technik und die Weiterentwicklung von vampster, schreibe ab und zu Reviews und schieße bei Festivals und Konzerten Fotos für vampster. Habe das Magazin 1999 mit gegründet.“