INSOMNIUM: In The Halls Of Awaiting

INSOMNIUM sind keine einzigartige Band und sie erfinden keinen neuen Stil, doch sie haben ein untrügliches Gespür für wunderbare Gitarren-Hooklines und einen ausdrucksstarken Sänger, der nicht nur von seiner Stimmlage an den Ex-SENTENCED und THE BLACK LEAGUE Frontman erinnert…

Du magst die Stimme von Taneli Jarva? Dir haben „Amok“ und „Love &Death“ von SENTENCED gefallen? Du trauerst den Zeiten hinterher, als AMORPHIS noch Alben wie „Tales From The Thousand Lakes“ gemacht haben? IN FLAMES sind Stammgast in deinem CD-Player? Du hast eine Schwäche für diese angeblich typische finnische Melancholie? Du kannst diese Fragen mit „Ja“ beantworten? Dann haben INSOMNIUM genau das richtige Album für dich aufgenommen!

Schwelgerische, bitter-süße Gitarrenharmonien wie im Opener „Ill-Starred Son“ und Textzeilen wie „Where has my dearest gone to – where sings now my maiden fair – beneath the darksome waters – underneath the moonlit sky“ sind mit Sicherheit nicht gerade einzigartig, doch die Finnen treffen genau die richtigen Töne und somit mitten ins Herz.

Doch das ist nur eine Seite dieser Band, „Song Of The Storm“ und „Journey Unknown“ stammen aus der Songschreibefeder des Gitarristen Ville Friman, der – das ist nicht zu überhören – eine Schwäche für melodischen Death Metal hat. Doch auch diese beiden Songs haben das gewisse Etwas, um aus der Veröffentlichungsflut zu ragen. Die zehn Songs umspülen den Hörer mit auf- und abebbenden Melodien, und genau in dem Moment, in dem man in Wehmut zu ertrinken droht, reißen INSOMNIUM das Ruder herum und beweisen, dass sie auch einfach drauflos rocken können. Dabei gehen die Jungs immer so geschickt zu Werke, dass man zunächst gar nicht merkt, mit wie viel Liebe zum Detail die Songs arrangiert sind – der tiefblaue Fluss der schmerzhaft-schönen Melancholie bahnt sich stetig und regelmäßig seinen Weg – bestes Beispiel dafür ist der zehnminütige Titeltrack des Albums, der ohne übertriebenen Anspruch auskommt und stattdessen mit durchdachten und ansprechenden Ideen auf voller Länge überzeugt.

INSOMNIUM sind keine einzigartige Band und sie erfinden keinen neuen Stil, doch sie haben ein untrügliches Gespür für wunderbare Gitarren-Hooklines und einen ausdrucksstarken Sänger, der nicht nur von seiner Stimmlage an den Ex-SENTENCED und THE BLACK LEAGUE Frontman erinnert, sondern auch wie Jarva seine Stimme vielseitig einsetzt und eher Geschichten erzählt als nur singt. Und diese Geschichten sind so wunderschön und eindringlich umgesetzt, dass dieses Debütalbum den brennenden Wunsch nach einer Fortsetzung aufkommen lässt.

Tracklist:

Ill Starred Son

Song Of The Storm

Medeia

Dying Chant

The Elder

Black Waters

Shades Of Deep Green

The Bitter End

Journey Unknown

In The Halls Of Awaiting

Besetzung:

Niilo Servanen – Bass, Gesang

Ville Friman – Gitarre

Ville Vanni – Gitarre

Markus Hirvonen – Schlagzeug

Spielzeit: 55:39

Label: Candlelight Records

Veröffentlichungstermin: 08.04.2002