DONG OPEN AIR 2006: Dong Of The Dead

Das DONG OPEN AIR wurde seinem Ruf als DAS Festival für Undergroundfans erneut gerecht. Man kann nur hoffen, dass das Veranstalterteam noch viele Jahre Spaß an der Sache haben wird, denn ohne das DONG OPEN AIR würde der Festivalsaison definitiv etwas fehlen.

Das Festival

Freitag, 14. Juli 2006

The Bonny Situation | Motorjesus | Contradiction | Mystic Prophecy |
Commander | Hidden In The Fog | Turisas | Savage Circus

Samstag, 15. Juli 2006

Grailknights | Gun Barrel | Negator | Lords Of Decadence |
Osyris | Guerrilla | Symbiontic | Horrorscope | Dragonland | Rotting Christ | Die Apokalyptischen Reiter

Das Festival

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Das DONG OPEN AIR ist ein Festival, für das man in den Monaten zuvor fleißig trainieren muss, wenn man nicht gerade zu der Sorte Mensch gehört, die sich ganzjährig sportlich betätigen und eine entsprechende Kondition vorweisen können. Das galt diesmal noch mehr als in den vergangenen Jahren, denn die Parkplatzsituation war kritischer denn je, und die Sonne zeigte sich von ihrer erbarmungslosesten Art. Der Weg hinauf auf den Dongberg war somit für viele, die zunächst einmal mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen mussten, bis sie am Fuße des Bergs ankamen, eine echte Herausforderung. Doch auch dieses Jahr sollte sich die Anstrengung lohnen, denn das DONG OPEN AIR war einmal mehr eine sehr gelungene Veranstaltung, friedlich und trotz des großen Andrangs immer noch familiär. Alles beim Alten also, selbst der legendäre Preis von nur einem Euro für einen halben Liter Bier – ein Alleinstellungsmerkmal, an dem die Veranstalter offenbar aus Prinzip seit Jahren festhalten, sämtlichen inflationären Tendenzen zum Trotz.

Musikalisch war das dieses Jahr unter dem Motto “Dong Of The Dead” stehende Festival zwar nicht ganz so erstklassig besetzt wie in den letzten Jahren, ein großer Teil der Bands wusste aber dennoch zu überzeugen, und auch dieses Jahr gab es eine ausgewogene Mischung aus Underground-Perlen und populären Combos zu sehen und zu hören, wenn auch die Running Order nicht immer ganz glücklich gewählt war.

Dennoch: Das DONG OPEN AIR wurde seinem Ruf als DAS Festival für Undergroundfans erneut gerecht. Sehr schön, dass das Festival zwar mittlerweile deutlich professioneller abläuft als noch in der Anfangsphase – Stromausfälle und daraus resultierende stundenlange Verzögerungen gehören wohl endgültig der Vergangenheit an -, seinen Charakter als Festival von Fans für Fans aber stets beibehalten hat. Man kann nur hoffen, dass das Veranstalterteam noch viele Jahre Spaß an der Sache haben wird, denn ohne das DONG OPEN AIR würde der Festivalsaison definitiv etwas fehlen.

Freitag, 14. Juli 2006

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THE BONNY SITUATION

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The Bonny Situation auf dem Dong Open Air 2006
Metal-Pop aus Duisburg: THE BONNY SITUATION

THE BONNY SITUATION aus Duisburg nahmen die Rolle des Openers des diesjährigen DONG OPEN AIRS ein – wie üblich also wurde das Festival von einer Band aus der näheren Umgebung eröffnet. THE BONNY SITUATION begannen sogar ein paar Minuten zu früh, das Zelt war zu diesem Zeitpunkt natürlich nur sehr schlecht gefüllt, was sich auch im Laufe des Auftritts nicht signifikant ändern sollte. Das, was die Jungs selbst als “Metal-Pop” bezeichnen, entpuppte sich als eine sehr wirre Mischung aus oft hartem Metal, billig klingenden Synthesizer-Sounds und poppigen Melodien. So konfus das Ganze auch klang, war es vielleicht gerade deswegen schon fast wieder cool. Die Versuche von Sänger Martin, das Publikum zum Mitsingen zu animieren, müssen aber als gescheitert gelten, denn dazu war mangels Kenntnis der Songs nur ein harter Kern von Fans in der Lage. Das heimische Publikum, bestehend aus eben diesen Fans, ging trotz des etwas matschigen Sounds, in dem die Gitarrenriffs teilweise untergingen, ganz gut ab. Dabei störte es sich auch nicht daran, dass Sänger Martin ganz sicher nicht zu den Talentierstesten seines Fachs gehört – zu dünn, zu beliebig und zu uncharismatisch war seine Stimme, um wirklich überzeugen zu können. (doomster)

MOTORJESUS

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Schon als zweite Band des Tages mussten die Mönchengladbacher Heavy Rocker MOTORJESUS auf die Bühne. Dementsprechend war leider noch nicht all zu viel los. MOTORJESUS legten wie üblich mit “Powertool” los und ballerten dem Publikum eine einwandfreie Setlist mit leichtem Übergewicht des Debüts “Dirty Pounding Gasoline” um die Ohren. Besonders in der ersten Reihe gingen die Zuschauer ab wie die Hölle und auch der Rest im Zelt ging mächtig steil. Schade nur, dass, was Stageacting angeht, dieses mal eher Sparprogramm angesagt war. Bis auf das übliche Posing von Gitarrist Andreas Peters gab es nicht viel zu sehen. Auch Rampensau Chris Birx lag das eine oder andere mal stimmlich etwas daneben, aber das tat dem ansonsten gewohnt starken Auftritt der Motor-Propheten keinen Abbruch. Nachdem die Band nach “Return Of The Demons” von der Bühne ging, gab es minutenlange Zugabenrufe, so dass die Band noch mal auf die Bühne kam und dem Publikum mit “Motorjesus” endgültig den Rest gab. Als Fazit lässt sich festhalten, dass MOTORJESUS auf ganzer Linie abgeräumt haben. Für mich ist es absolut unverständlich, dass die Jungs so früh ran mussten, denn zu einem späteren Zeitpunkt vor mehr Leuten hätte dies ein echter Triumphzug werden können. Das Biertrinken auf der Bühne sollten wir allerdings noch mal üben, Herr Birx. Das Zeug gehört in den Hals! (agony&ecstasy)

Motorjesus auf dem Dong Open Air 2006
Räumten mit einem Stageacting-Sparprogramm auf ganzer Linie ab: MOTORJESUS
Setlist MOTORJESUS


Powertool
Dirty Pounding Gasoline
Legion Of Rock
Destroyer
The Black Days
The Seven
Distortion Sleep
The Howling
Return Of The Demons

Motorjesus

CONTRADICTION

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Contradiction auf dem Dong Open Air 2006
Ex-GUERRILLA-Basser Andreas Westphal half bei den Wuppertalern CONTRADICTION aus.

Nach dem verdammt starken Auftritt von MOTORJESUS folgte mit CONTRADICTION schließlich die erste wirklich harte Band des Tages. Die Wuppertaler boten Thrash Metal zwischen Tradition und Moderne. Dabei wurde zwar größtenteils ordentlich geknüppelt, immer wieder aber wurden coole Midtempo-Moshparts eingestreut, ebenso wie unmelodische, wilde Thrash-Soli. Aufgrund des durchgehend gleichbleibenden Brüllgesangs von Frontmann Oliver Lux wirkte die Musik der Wuppertaler dennoch etwas zu monoton, wie auch die Musik auf Dauer trotz allem etwas zu gleichförmig war und frei von richtigen Killer-Riffs. Immerhin konnte die Band unter Beweis stellen, dass sie die Kunst der Politiker beherrscht, komplexe Problemstellungen auf eine simple Parole zu reduzieren, die garantiert auf breite Zustimmung trifft – so geschehen, als der Song “Nation Of Fear” mit den Worten “Fuck you, George Bush!” angekündigt wurde. Für Aufmerksamkeit selbst unter denjenigen, die den Auftritt von CONTRADICTION nicht verfolgten, sorgte im übrigen Ex-GUERRILLA-Bassist Andreas Westphal, der während der Show das eine oder andere Mal auf dem Festivalgelände herumlief – so, als wolle er mal die Reichweite seiner Sendeanlage demonstrieren. Die Band verabschiedete sich schließlich mit einer gelungenen Coverversion von SEPULTURAs “Dead Embryonic Cells” vom “Arise”-Album, die aber auch deutlich machte, dass den eigenen Kompositionen eben doch noch das gewisse Etwas fehlte. (doomster)

MYSTIC PROPHECY

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Mystic Prophecy auf dem Dong Open Air 2006
Hatte das Publikum voll unter Kontrolle: MYSTIC PROPHEY-Frontmann Lia

Als MYSTIC PROPHECY dann loslegten, war es war auch noch nicht wirklich voll im Zelt, die Anwesenden hatte das Quintett aber voll im Griff. Mit ihrem teilweise vom Thrash beeinflussten, aber dennoch melodischen Power Metal trafen die Jungs offenbar genau den Nerv der Zuschauer, welche die Band richtig abfeierten und während des gesamten Auftritts in bester Stimmung waren. In einem solchen kleineren Rahmen kommen MYSTIC PROPHECY eben doch viel besser an als auf der riesigen Bühne des ROCK HARD FESTIVALs. Dass Power Metal-Bands auf dem DONG OPEN AIR im Vergleich zu Knüppelbands stets das Nachsehen haben, wurde durch diesen Auftritt gekonnt widerlegt: Das Publikum fraß Frontmann Lia bei den Mitsingspielchen regelrecht aus der Hand. Besonders punkten konnten MYSTIC PROPHECY mit dem vielen bekannten “Evil Empires”, aber auch der Rest des Sets, darunter der Titelsong des aktuellen Albums “Savage Souls“, konnte absolut überzeugen. Richtig abräumen konnten die Jungs dann am Ende mit dem MANOWAR-Cover “Fighting The World”, welches von Lia sehr souverän interpretiert wurde und natürlich von einem großen Teil des Publikums mitgesungen wurde. Die anschließenden Zugaberufe verstummten dann schnell, als die Pausenmusik eingesetzte, denn eine Zugabe war zu dieser Tageszeit aufgrund des engen Zeitplans einfach nicht drin. (doomster)

COMMANDER

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Im Programmheft des DONG OPEN AIRs ist noch Bassistin Birgit Öllbrunner (MIDNATTSOL) abgebildet. Von dieser aber hatten sich die Münchener vor kurzem aufgrund der zu großen räumlichen Distanz getrennt. So betraten COMMANDER nun mit ihrem neuen Bassisten Tobias Brandl die Bühne, der nicht nur sein Instrument beherrscht, sondern es auch vorzüglich versteht zu posen und böse zu gucken. Mit “Salvation For A Dead World”, das einigen sicher auch vom lobenswerten JOINING FORCES-Sampler bekannt sein dürfte, ging man dann auch gleich in die Vollen. Mit ihrem mal rasanten, mal groovenden Death/Thrash, stets mit ausgefeilten Gitarrenharmonien gespickt, sorgten die Musiker in den ersten Reihen schnell für viele Knoten in den Haaren. Einziges Problem der Band, die im Laufe der Show fast ihr gesamtes Debütalbum zum Besten gab: Wie schon die Kollegen von CONTRADICTION schaffen es auch COMMANDER, ihre Songs in sich abwechslungreich zu gestalten, die einzelnen Songs sind sich aber auf Dauer etwas zu ähnlich und der “Gesang” nicht gerade abwechslungsreich. So traten während des Gigs der Münchener dann auch bald Ermüdungserscheinungen auf. Zur deutschen Death/Thrash-Elite zählen COMMANDER also noch nicht, dennoch ein solider Auftritt, dessen Höhepunkt das mehr als gelungene METALLICA-Cover “Damage Inc.” darstellte. (doomster)

Commander auf dem Dong Open Air 2006
COMMANDER-Neuzugang Tobias Brandl kann nicht nur Bass spielen, sondern auch posen und böse gucken.

HIDDEN IN THE FOG

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Als nächstes standen die Magdeburger Black Metaller HIDDEN IN THE FOG an. Diese hatten zu Beginn mit der einen oder anderen Rückkopplung und schlechtem Monitorsound zu kämpfen, was zu ein wenig Meckerei seitens der Band führte. Bei dem recht komplexen und technisch anspruchsvollen Songmaterial ist dies aber durchaus verständlich. Dieses besteht aus bombastischem, verfrickeltem Black Metal, wie ihn die allmächtigen EMPEROR zu seligen “Anthems”- beziehungswiese vor allem zu “IX Equilibrium“-Zeiten zelebriert haben. Sänger und Gitarrist Ghash war für die Screams, Krächzer und den klaren Gesang zuständig, während Gitarrist Gorbag die tiefen Growls ablieferte. Die Keyboards und Samples kamen vom Band, was sich allerdings nicht großartig negativ bemerkbar machte. Umso mehr taten dies die deutlichen Schwächen in Sachen Songwriting. Denn wo bei EMPEROR die Wechsel zwischen rasendem Gehacke und atmosphärischen Parts mit klarem Gesang fließend und perfekt ineinander übergehen, wirkt das Ganze bei HIDDEN IN THE FOG noch ein wenig nach Patchwork-Songwriting. Da werden die verschiedenen Songparts aneinander gereiht ohne Rücksicht auf den Songfluss. Schade eigentlich, denn das Potenzial dieser Band ist meiner Meinung nach schlicht und ergreifend riesig: Bei jedem der Musiker handelt es sich um einen bemerkenswerten Techniker und auch die Live-Performance war an sich wirklich überzeugend. Trotzdem frickelten HIDDEN IN THE FOG wohl mehr Leute aus dem Zelt als sie begeistern konnten. Und so bleibt der Auftritt für mich schwer zu bewerten. Nicht dass es mir nicht teilweise gefallen hätte, was ich da zu hören bekam, aber was das Songwriting angehtm müssen sich die Magdeburger schlicht und einfach noch gewaltig steigern, sonst wird das nichts mit der hinreißenden Live-Performance. (agony&ecstasy)

Hidden In The Fog auf dem Dong Open Air 2006
Frickelten mehr Leute aus dem Zelt als sie begeistern konnten: HIDDEN IN THE FOG

TURISAS

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Turisas auf dem Dong Open Air 2006
Wahrhaft barbarisch: TURISAS

Der erste Festivaltag näherte sich dem Ende, bevor aber SAVAGE CIRCUS als Headliner die Bühne betraten, war die Zeit gekommen für mehr als eine Stunde Battle Metal. TURISAS präsentierten sich in Felle gekleidet, geschminkt und mit Kunstblut besudelt als wilde Barbaren und sorgten somit schon rein optisch für die richtige Stimmung, bei manch einem aber sich auch für Heiterkeit, denn mit ihrem Outfit bewegten sich die Finnen natürlich schon an der Grenze zur Peinlichkeit. Indem sie die deutsche Nationalhymne anspielten und zur gelungenen Fußball-WM gratulierten, entpuppten sich die grimmigen Barbaren dann auch noch als elende Schleimer, die den Dongberg statt mit Waffengewalt lieber mit netten Worten zu erobern versuchten. Leider hatte die Band aber auch traurige Nachrichten zu verkünden: Gitarrist Georg, der einen schweren Unfall hatte, hat die Band verlassen, weil er nicht mehr in der Lage ist zu spielen. TURISAS schafften es aber auch ohne ihn, das Publikum zu begeistern. Das bisher einzige Album, “Battle Metal” wurde nahezu vollständig abgedeckt, und Songs wie der Opener “As Torches Rise”, “Land Of Hope And Glory”, besonders aber das zum Mitgrölen einladende “One More” verfehlten ihre Wirkung nicht, so dass die Finnen vom DONG-Publikum verdientermaßen abgefeiert wurden. Mit ihren folkloristischen Geigenmelodien und den an BAL SAGOTH erinnernden Fanfaren traf man den Geschmack des Publikums, und da in diesem Jahr keine andere folkbeeinflusste Band dabei war, waren TURISAS ohnehin konkurrenzlos. In der Zugabe gab es dann auch den tollen Titelsong des Debüts zu hören, der gleichzeitig die selbstgewählte Stilbezeichnung ist. Ein starker Auftritt, der zumindest die zahlreichen Genrefans begeistern konnte. (doomster)

SAVAGE CIRCUS

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Savage Circus auf dem Dong Open Air 2006
Shotgun justice: SAVAGE CIRCUS-Sänger Jens Carlsson

Nach dem Auftritt von TURISAS strömten erst einmal 70 Prozent der Leute nach draußen. Durch die vorangegangenen Verspätungen starteten SAVAGE CIRCUS mit halbstündiger Verspätung. Inzwischen war das Zelt wieder zu gut zwei Dritteln gefüllt, so voll wie noch bei TURISAS sollte es allerdings während des gesamten Auftritts nicht mehr werden. Die Anwesenden feierten allerdings die deutsche Festivalpremiere von SAVAGE CIRCUS. Am Schlagzeug ersetzte Veteran Thomas Nack (IRON SAVIOR/ex-GAMMA RAY) den aufgrund persönlicher Probleme unpässlichen Thomen Stauch. Los ging es mit “Tommorowland” und das erstmal bei katastrophalem Gitarrensound. Und mit katastrophal meine ich kaum zu hören. Dies wurde glücklicherweise aber bereits beim zweiten Song, “Evil Eyes”, besser, so dass man nicht nur den Bass, sondern auch die beiden Sechssaitigen hören konnte. Die stimmungsvolle Lightshow machte bei SAVAGE CIRCUS als erster Band des Abends wirklich Sinn. Sänger Jens Carlsson heizte das Publikum ordentlich an, während bei Piet Sielck eher Standfußball angesagt war. Neben sämtlichen Songs des Debütalbums spielte die Band im Hauptteil außerdem noch zwei Songs vom 1997er IRON SAVIOR-Debüt, namentlich “Brave New World” und “For The World”, bei denen sich Piet Sielck am Gesang beteiligte. Damit war erst einmal kurz Schicht im Schacht. Alle Songs von “Dreamland Manor” waren gespielt, bisher allerdings noch keine BLIND GUARDIAN-Nummer. Doch es blieb ja noch der Zugabenblock. Dieser kam in Form der drei Coversongs “Detroit Rock City”, “Grinder” und “Plastic Betrand” über uns und trieb die Stimmung noch mal in die Höhe. BLIND GUARDIAN-Songs? Fehlanzeige. Aber ganz ehrlich: Auch wenn es mich sicherlich überrascht hat, vermisst habe ich die Songs von Thomens Ursprungsband nicht. SAVAGE CIRCUS haben mit diesem starken Auftritt bewiesen, dass man sie als vollwertige Band und nicht nur als BLIND GUARDIAN-Tribute-Band sehen muss. (agony&ecstasy)

Setlist SAVAGE CIRCUS


Intro
Tomorrowland
Evil Eyes
Waltz Of The Demon
It – The Gathering
Between The Devil And The Seas
Brave New World
Beyond Reality
Ghost Story
For The World
When Hell Awakes
Born Again By The Night

Detroit Rock City
Grinder
Plastic Betrand

Samstag, 15. Juli 2006

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GRAILKNIGHTS

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Grailknights auf dem Dong Open Air 2006
Suchten in Comichelden-Kostümen nach dem Gral und hatten dabei eine Begegnung mit Skeletor: GRAILKNIGHTS

Zugegeben, der melodische, epische Death Metal der GRAILKNIGHTS ist schon ziemlich simpel gestrickt und nicht wirklich ausgereift. Live funktioniert das Ganze aber hervorragend und macht richtig Spaß, wie sich schon wenige Sekunden, nachdem die Band loslegte, herausstellte. Offenbar waren nicht wenige Besucher neugierig auf die Show der GRAILKNIGHTS, denn diese konnten das Publikum mit den Worten “Wer hätte das gedacht? Morgens um 12, und das Zelt ist voll!” begrüßen. Tja, wer hätte das gedacht, dass die erste Band des Samstags mehr Leute als der gestrige Headliner ziehen würde? Die Veranstalter jedenfalls nicht, denn wenn im Orgateam des Festivals entdeckte man jede Menge verblüffte Gesichter. Zum Teil lag es sicher daran, dass die Band eine beachtliche Fanschar mitgebracht hatte, doch waren sehr viele Leute sicher auch einfach neugierig auf die Show der Jungs, die sich in einer gewagten, im Grunde höchst albernen Comic-Helden-Kostümierung präsentierten. Im Laufe des Auftritts erzählten sie dann ihre Geschichte von der Suche nach dem Gral und dem Kampf gegen Skeletor – eine seltsame, aber amüsante Vermischung. Die Show der Band war dermaßen unterhaltsam, dass man die zweifellos vorhandenen musikalischen Defizite getrost ignorieren konnte, zumal die reichlich vorhandenen Mitgröl-Chöre live einfach hervorragend funktionierten. Auf Platte mag die Musik zwar weniger mitreißend sein, aber zusammen mit den sehr humorvollen Show-Elementen der Band war sie bestens geeignet, das Publikum in Begeisterung zu versetzen. Dieses nahm dann auch die Gelegenheit wahr und übte sich fleißig im Crowdsurfen. Das reguläre Ende des Gigs kam dann früher als geplant – offenbar eine bewusste Entscheidung der Band, im Wissen darum, dass sie zweifellos um eine Zugabe gebeten würden. So kam es dann auch, und nach der Zugabe ließen sich die GRAILKNIGHTS noch von vielen neu hinzugewonnenen Fans abfeiern. Ein sehr unterhaltsamer und für die Band überaus erfolgreicher Auftritt. (doomster)

GUN BARREL

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Gun Barrel auf dem Dong Open Air 2006
GUN BARREL-Bassist Tim Kintgen poste, was das Zeug hält.

Bei GUN BARREL war das Zelt im Vergleich zum vorangegangenen Auftritt der GRAILKNIGHTS deutlich leerer. Gitarrist und Chefdenker Rolf Tanzius sowie Bassist Tom Kintgen stürmten mit Cowboyhüten bewaffnet die Bühne und die Band legte mit “Dear Mr. Devil”, dem Opener des aktuellen Albums sowie dessen Titeltrack, los. Die älteren Semester wirkten extrem spielfreudig, gerade Schlagzeuger Toni Pinciroli ging mal wieder ab wie Animal aus der Muppet Show und lieferte sich erneut ein kurzes Wasserspuck-Duell mit Sänger Xaver Drexler. Trotzdem sah man besonders Rolf und Xaver deutlich an, dass die vergangene Nacht wohl nicht überwiegend mit Schlaf verbracht wurde. Dass ich ersteren bereits am voran gegangenen Nachmittag mit MOTORJESUS-Frontmann Chris Birx den Bierstand belagern sah, sei hier nur als kleiner Anhaltspunkt erwähnt. So euphorische Reaktionen wie die GRAILKNIGHTS konnten GUN BARREL zwar nicht ernten, aber trotzdem kamen die Kölner beim DONG-Publikum gut an und spielten mit “On The Road Again” auch eine Zugabe. (agony&ecstasy)

Setlist GUN BARREL


Dear Mr. Devil
Bombard Your Soul
Roll Of The Dice
Fearing The Fear Of My Fears
I´m Alive
Gates Of God
The Raven
Bloody Pretender
Battle Tested

On The Road Again

NEGATOR

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Negator auf dem Dong Open Air 2006
Sah er nach einem Hooligan als einem Black Metal-Frontmann aus: NEGATORs Nachtgarm

Die nordgermanischen Blackies NEGATOR legten soundcheckbedingt mit zehnminütiger Verspätung los. Gelohnt hat es sich zumindest, denn der Sound war während des gesamten Auftritts der Hamburger Black Metaller ziemlich gut. Die Ansagen von Frontglatze Nachtgarm, der in seinem “Fight Club Hamburg”-Shirt eher nach Hooligan als nach Black Metal-Frontmann aussah, beschränkten sich größtenteils auf das Ansagen des nächsten Songs und den einen oder anderen Anheizer-Spruch. Aber wer will Black Metaller auf der Bühne schon reden hören? Seinen Job als Fronter machte der Gute jedenfalls bestens, sowohl was die “gesangliche” Leistung als auch das unverzichtbare BM-Posing anging. Da wirkte jedenfalls nichts aufgesetzt. Der Rest der Band war da eher unbeweglich. Musikalisch gab es eine knappe Stunde ordentlich auf die Fresse, da sich NEGATOR fast nur auf schnelle Songs beschränkten. Langweilig wurde das allerdings zu keiner Sekunde, denn dafür zündeten die Songs viel zu gut. Textlich wurden in deutscher und englischer Sprache die üblichen schwarzmetallischen Kriegs- und Herrschaftsfantasien verarbeitet. Besonders gut kam das während des gesamten Auftritts geforderte und kurz vor Schluss dann endlich gespielte “Der Infanterist” an. Zur Auswahl von NEGATOR für das Biling kann man den DONG-Veranstaltern nur gratulieren, denn die Hamburger räumten mit einem starken Gig ordentlich ab. Daumen hoch für eine der großen Hoffnungen im deutschen Black Metal. (agony&ecstasy)

Setlist NEGATOR


Free Bird
Old Stigma
Türme
Science Of Nihil
Gloomy Sunday
In the Unholy Halls of Eternal Frost
Eisen Wieder Siechtum
Der Infanterist
Honour Demise
Die Eherne Replik

LORDS OF DECADENCE

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Lords Of Decadence auf dem Dong Open Air 2006
Die Österreicher LORDS OF DECADENCE lieferten einen der schwächeren Auftritte des Festivals ab.

Nach dem schwarzmetallischen Prügelinferno waren die Ösis LORDS OF DECADENCE an der Reihe. Aufgrund der Tatsache, dass NEGATOR ihren Auftritt bereits überzogen hatten und die Band selber ebenfalls beim Soundchecken noch etwas länger brauchte, begann der Auftritt mit zwanzig Minuten Verspätung mit dem Intro vom Band. Als die Band die Bühne betrat, gab es nur verhaltenen Applaus aus dem Publikum. Das Material der Band klang stellenweise deutlich nach SOILWORK, nur dass man von deren Liga noch ziemlich weit entfernt ist. Beim ersten Song war von der Leadgitarre erst einmal so gut wie nichts zu hören, dafür umso mehr von den schwachbrüstigen Krächzern des Bassisten. Gar nicht gut. Die Vocals von Gitarrist und Frontmann Norbert Leitner waren zwar besser, aber auch nicht wirklich überragend. Allgemein hatte die Band irgendwie keinerlei Ausstrahlung, auch wenn die Songs teilweise ganz in Ordnung waren. Anzumerken wäre noch, dass die Band mit einem Aushilfsdrummer antrat, der sich die Setlist in zwei Proben drauf geschafft hat, weil der etatmäßige Schlagwerker sich die Hand gebrochen hatte. Respekt dafür! Trotzdem war der Auftritt der LORDS OF DECADENCE meiner Meinung nach eher einer der schwächeren des diesjährigen DONG OPEN AIRS. (agony&ecstasy)

Setlist LORDS OF DECADENCE


Intro
Ronin Revolution
Living A Li(f)e
This Feeling
Demons In My Veins
Cognitive Note Of Discord
Point Of No Return
Open Wounds
Set It Off!
The Hero´s Day
Relationship: Erased

OSYRIS

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Osyris auf dem Dong Open Air 2006
OSYRIS-Sänger Bads Becker war leider nicht besonders gut zu hören.

OSYRIS gehörten dann zu den Bands, die aufgrund der Verspätung, die durch die Verzögerungen vor den Auftritten von NEGATOR und den LORDS OF DECADENCE entstanden war, aus ihre Setlist spontan ein wenig zusammenstreichen mussten, worüber sie natürlich alles andere als glücklich waren. Die Jungs aus Ahlen, die auch schon 2003 mit einem bärenstarken Auftritt glänzen konnten, gaben trotzdem ihr Bestes, hatten aber mit einem nicht besonders guten Sound zu kämpfen. So war der Gesang von Frontmann Bads leider über weite Strecken viel zu leise abgemischt und teilweise kaum zu hören. Wer mit Songs wie “A Lesson In Senselessness” oder “Pain Amplifier” vom aktuellen Album nicht vertraut war, dürfte somit seine Schwierigkeiten gehabt haben, mit dem thrashigen Power Metal richtig warm zu werden. Aber auch denjenigen, die das Album in- und auswendig kannten, machten es OSYRIS nicht einfach, spielten sie doch eine beachtliche Zahl von neuen Songs, die zwar beim einmaligen Hören durchaus gefielen, die man aber sicher öfters und unter besseren akustischen Bedingungen hören muss, damit sie sich einem richtig erschließen. Etwas negativ machte sich zudem das Fehlen eines zweiten Gitarristen im Line-up bemerkbar, musste man so doch auf viele der liebgewonnenen Gitarrenharmonien verzichten. Alle negative Kritik soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Auftritt von OSYRIS sowohl musikalisch als auch die Performance betreffend zu den Höhepunkten des Festivals zählte. Besonders Sänger Bads stand mal wieder kaum eine Sekunde still und sorgte für Action auf der Bühne – der Horror eines jedes Konzertfotografen. Mit dem Klassiker “Taken By Force” und dem Ohrwurm “Manifest Destiny” beendeten die Ahlener eine starke Show unter schwierigen Rahmenbedingungen, die aber dennoch deutlich machte, dass sie zu den besten Power Metal-Bands des deutschen Undergrounds gehören. (doomster)

GUERRILLA

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Guerrilla auf dem Dong Open Air 2006
Trieb seine Spielchen mit den Fotografen: Ex-GUERRILLA-Frontmann Marcello

Eigentlich sollten an dieser Stelle die Pagan-Metaller BLACK MESSIAH spielen, da diese jedoch ihre Teilnahme absagen mussten, wurden GUERRILLA relativ kurzfristig als Ersatz verpflichtet. Diese nutzten die Gelegenheit, um noch einmal zusammen ehemaligen Mitgliedern und solchen, die die Band in Kürze verlassen werden, eine ordentliche Party zu feiern. So war die Bühne dann auch gut voll, und Ex-GUERRILLA-Basser Andreas Westphal, der ja schon am Vortag mit CONTRADICTION auf der Bühne gestanden hatte, hatte sichtlich Spaß dabei, die Songs seiner ehemaligen Kapelle mitzugrölen. Der nicht besonders eigenständige Thrash Metal, angekündigt als “frauenfeindlicher Girl-Metal aus Kapstadt”, war zwar musikalisch durchaus ganz ansprechend, allerdings auch wenig originell, und das etwas prollige Auftreten der Band ist und bleibt Geschmackssache. Dargeboten wurden nicht nur Songs des aktuellen Albums, darunter “Dead Man Walking”, “Guardian Demon” und “Imperial Gloom”, sondern mit dem Opener “Speed” auch ein Stück von der 1999er CD “Breed Us, Feed Us, Weed Us”. Dass die Jungs dabei jede Menge Spaß hatten, war zu jeder Sekunde deutlich zu erkennen – Sänger Marcello etwa bereitete es große Freude, die Fotografen mit übertriebenen Posen oder Grimassen zu verärgern, wenn er merkte, dass gerade eine Kamera auf ihn gerichtet war. (doomster)

SYMBIONTIC

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Nun war es endlich Zeit für die musikalisch und technisch anspruchsvollste Darbietung des Festivals: SYMBIONTIC kamen und siegten. Leider mussten auch die Bochumer einen Song aus ihrer Setlist streichen, sie nutzten die ihnen verbleibende Zeit aber, um ihre Stellung als eine der besten deutschen Death Metal-Combos zu unterstreichen. Das Tempo und die Präzision, mit der Schlagwerker Helmut seine Felle und Becken bearbeitete, war einmal mehr atemberaubend. Die Saitenfraktion stand diesem hohen technischen Niveau in nichts nach und wusste ebenso zu begeistern mit komplexen Riffs und ausgefeilten zweistimmigen Melodien. Trotz des Hangs zur Progressivität waren die Songs der Band aber stets griffig genug, um vor der Bühne für ordentlich Bewegung zu sorgen. Seinen Anteil daran hatte aber auch Frontmann Volker, der das Publikum gekonnt anstachelte. Sehr interessant war mal wieder der Kontrast zwischen seinem zur aggressiven Musik passenden Stageacting während der Songs und den Ansagen auf der anderen Seite, in denen er im Gegensatz zu einem Großteil seiner Kollegen wie immer sehr natürlich und sympathisch rüberkam. SYMBIONTIC spielten eine ausgewogene Mischung aus Songs des als Eigenproduktion veröffentlichten “BioConstruct” und es aktuellen Albums “Vaya“, hatten mit “Psychlon’s Eye” aber auch noch ein brandneues, bislang nicht veröffentlichtes Lied parat, welches ebenso zu gefallen wusste. SYMBIONTIC räumten verdientermaßen ab, und gerne hätten man ihnen noch länger zugehört. (doomster)

Symbiontic auf dem Dong Open Air 2006
SYMBIONTIC-Sänger Volker stachelt das Publikum an.
Setlist SYMBIONTIC


Soulraped
Demon
Psycho
Ascending Of The Blackest
Psychlon’s Eye
A Cold Day In Hell
Bloodpath
Shotgun Surgery

HORRORSCOPE

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Horrorscope auf dem Dong Open Air 2006
“Ahlen, Ahlen!” – die Polen HORRORSCOPE wussten, wie man sich zumindest einen Teil des Publikums zu Freunden macht.

Nachdem ich mir bei GUERRILLA und SYMBIONTIC draußen die Sonne auf den Bauch habe scheinen lassen, war ich pünktlich um 20:00 Uhr zu den polnischen Thrashern HORRORSCOPE wieder im Zelt. Bei einer Band mit dem Namen HORRORSCOPE beantwortet sich die Frage nach den Vorbildern ja fast von selbst. Und so klangen OVERKILL tatsächlich ordentlich durch. Doch auch die Bay Area hat es den Polen deutlich angetan. Und HORRORSCOPE vermischen diese Einflüsse zu einem hochexplosiven Sound, der jedem Old School Thrasher bestens rein laufen sollte. Beste Voraussetzungen also? Fast! Dass so wenige Leute sich den Auftritt ansehen wollten, war schade, denn hier stand meiner Meinung nach die beste Thrash-Metal Band des Festivals auf der Bühne (ok, ok, so viele andere waren ja auch nicht da…). Im Verlauf des Gigs wurde es zwar voller im Zelt, aber gemessen an der Qualität des Gebotenen war verdammt wenig los. Bei denen, die anwesend waren, begannen jedenfalls mehr und mehr Schädel zu rollen, so dass HORRORSCOPE bei den meisten Anwesenden wohl einen mehr als überzeugenden Eindruck hinterließen. Ein wahrlich eindrucksvoller Auftritt, der neugierig auf das bald erscheinende Album “Evoking Demons” macht. (agony&ecstasy)

Setlist HORRORSCOPE


Highway
Hunger
Paranoico
Mephisto
24/7
Killers Breeding
Inner Pride
One Minute Queen
Black Is Black
Firebolid

Traumatic Legacy

DRAGONLAND

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Und wieder so eine Band, bei der man nur den Namen zu hören braucht um zu wissen, wohin die Reise musikalisch geht. Und so gab es dann bei DRAGONLAND tatsächlich skandinavischen, um genau zu sein schwedischen Melodic Metal, wie er skandinavischer kaum sein kann. Die Keyboards zum Beispiel erinnerten mich fast durchgehend an STRATOVARIUS. Da dieser Sound dem Publikum eher zu liegen scheint als polnischer Thrash Metal, war das Zelt auch wieder deutlich voller. Unverständlich eigentlich, denn auch wenn DRAGONLAND sicher nicht schlecht waren, boten die Jungs nichts, was mich vom Hocker hauen konnte. Netter, aber völlig uneigenständiger und schon drölfzig mal gehörter Melo-Metal der Gute-Laune-Sorte, der einem je nach Tagesform und musikalischem Empfinden ein Grinsen ins Gesicht oder den Schmalz aus den Ohren treibt. Am heutigen Tage schafften DRAGONLAND mit ihrem sympathischen Auftreten allerdings eher ersteres. Mit “Astronomy” wurde auch ein brandneuer Song zum Besten gegeben, der auf jeden Fall zu den Highlights des Konzerts gezählt werden musste. Zum Abschluss holte man sich für den Song “Starfall” noch DREAMLAND-Frontman Joacim Lundberg als Gastsänger auf die Bühne und setzte somit den Schlusspunkt unter einen ordentlichen Auftritt, der gut beim DONG-Publikum ankam. (agony&ecstasy)

Dragonland auf dem Dong Open Air 2006
Melodic Metal der Gute-Laune-Sorte: DRAGONLAND
Setlist DRAGONLAND


The Returning
Calling My Name
Astronomy
The Calm Before The Storm
Majesty Of The Mithril Mountains
Cassiopeia
As Madness Took Me
Ride For Glory
Starfall

ROTTING CHRIST

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Rotting Christ auf dem Dong Open Air 2006
Bereiteten sich auf ihre Performance backstage mit Dehnübungen vor: die Griechen ROTTING CHRIST

Als vorletzte Band des Festivals traten die griechischen Düster-Metal-Urgesteine ROTTING CHRIST an. Nachdem man sich backstage mit Dehnübungen auf die folgende Performance vorbereitet hatte, ging es gegen kurz vor halb elf los. Das Zelt war zu diesem Zeitpunkt gut gefüllt. Die Lightshow untermalte den Auftritt der Düsterheimer sehr ansprechend. So wurde Frontmann Sakis zum Beispiel von unten rot angeleuchtet, was ihm den notwendigen diabolischen Touch gab. ROTTING CHRIST boten eine gute Show und kamen beim Publikum entsprechend auch gut an, so dass sich schon bald ein Moshpit bildete und auch fröhlich auf und ab gesprungen wurde. Ok, hüpfende Black Metaller sieht man nun wirklich nicht alle Tage, also war ich zunächst etwas irritiert, aber man gewöhnt sich ja an fast alles. Ein paar langsamere, atmosphärische Stücke mehr hätten dem Auftritt allerdings meiner Meinung nach nicht geschadet, aber vielleicht lag das Fehlen dieser auch daran, dass der Band aufgrund der über den Tag angefallenen Verschiebungen gut eine Viertelstunde vom Set gekürzt wurde. Warum das ausgerechnet bei der Band mit der längsten Anreise, die zudem auch noch Co-Headliner war, passieren musste, verstehe ich leider nicht ganz. So war dann leider bereits nach einer knappen Stunde inklusive einer Zugabe Schluss. Trotzdem war es insgesamt ein guter Auftritt der Griechen. (agony&ecstasy)

DIE APOKALYPTISCHEN REITER

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DIE APOKALYPTISCHEN REITER als Headliner – das war eine Entscheidung, mit der die Veranstalter alles richtig gemacht haben, denn die Popularität dieser Band kennt offenbar keine Grenzen, so sehr wurden die Reiter vom DONG-Publikum abgefeiert. Welche Rolle spielt es da schon, dass die Band sowieso ständig auf Achse ist und man stattdessen auch einen Headliner hätte verpflichten können, der sonst kaum live zu bestaunen ist – oder dass die Vampster-Abordnung mit der Musik der Weimarer einfach nichts anfangen konnte? DIE APOKALYPTISCHEN REITER schafften es ohne Mühe, die Fans mit einer ausgewogenen Mischung aus neueren Songs und alten Klassikern zu begeistern, darunter auch “Metal Will Never Die”, die voller Pathos steckende Hymne mit True Metal-Spirit. Aber auch das in Kürze erscheinende neue Album “Riders On The Storm” wurde in der Songauswahl bereits berücksichtigt. Nach mehreren Zugaben, in denen unter anderem auch “Dschingis Khan” zum Besten gegegeben wurde, war dann aber irgendwann doch Schicht im Schacht. So wenig es die Reiter geschafft haben, den Rezensenten mitzureißen, muss man doch anerkennen, dass sie ihre Rolle als Headliner meisterlich erfüllt haben. (doomster)