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BANG YOUR HEAD – Festival 2001

Der Bericht zum Bang Your Head Festival 2001 mit Tierra Santa, Solitude Aeturnus, Brainstorm, Vicious Rumors, Kreator, Rose Tattoo, Judas Priest, Couragous, Eidolon, Anvil, Helstar, Six Feet Under, Megadeth & Dee Snider.

Für die bessere Übersicht:

Der kleine Bang Your Head 2001 – Wegweiser:



Einleitende Gedanken… | Freitag | Tierra Santa | Solitude Aeturnus | Brainstrom | Vicious Rumors | Kreator | Armored Saint | Rose Tattoo | Savatage | Judas Priest | Samstag | Couragous | Eidolon | Anvil | Helstar | Six Feet Under | Megadeth | Dee Snider



Einleitende Gedanken…

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YEPPA! Da war es also wieder, das Bang Your Head Festival! Ein Wochenende großartiger Musik, großartiger Atmosphäre, großartiger Leute und großartigem Spaß!

Und als ich mir ein paar Gedanken zu dieser Einleitung machte – was denn alles so an Punkten angesprochen werden sollten, welche Ereignisse und Fakten von Interesse sein könnten -, musste ich feststellen, dass ich viele der Aussagen aus dem Bericht des Vorjahres im Grunde genommen wiederholen könnte.

Dass sich das Bang Your Head Festival jedes Jahr ein Stück mehr von seinen Ursprüngen entfernt, wurde ja schon letztes Jahr allzu deutlich. Und so konnte man auch 2001 wieder eine weitere Öffnung in Richtung “Gesamtmetalpublikum”, weg von der traditionellen Schiene feststellen. Dies machte sich am deutlichsten dadurch bemerkbar, dass mit SIX FEET UNDER zum ersten mal eine astreine Death-Metal-Band auf der Hauptbühne stand, die aber vom Publikum – wie später zu lesen ist – ausgezeichnet aufgenommen wurde.

Als ich am Freitag Morgen, dem ersten richtigen Festivaltag, um 9 Uhr erfahren durfte, dass bereits alle drei Campingplätze um das Festivalgelände herum komplett dicht waren und nur noch der einige Kilometer entfernte vierte Campingplatz zur Verfügung stand, befürchtete ich schon das Schlimmste: war das Bang Your Head für diese Location bereits im Jahre Drei der Open-Air-Ausgabe zu groß geworden? Waren die Kapazitäten bereits dieser Jahr erschöpft? Doch dem war zum Glück nicht so. Zwar wurde Campen für alle Besucher, die erst am Freitag anreisten zu einem echten Problempunkt, wenn man nicht gerade einen Fußmarsch von angegebenen 1 ½ Stunden in Kauf nehmen wollte (und wer will beim Bang Your Head Festival schon das Auto benützen???) und das Parkchaos auf dem angrenzenden Real-Parkplatz nahm wieder einmal seinen Lauf. Doch ansonsten galt auch wie im Vorjahr: von einer langen Wartezeit am Eingang des Festivalsgeländes am Freitag Morgen mal abgesehen (warum wurde der Eingang denn erst so spät komplett geöffnet?) war an Schlange stehen das ganze Wochenende über nicht zu denken. Umso störender wirkte sich eben das Einlasschaos am ersten Festivaltag aus, was die Macher in Form von vielen Mails und Gästebucheinträgen wohl auch schon deutlich zu spüren bekommen haben dürften. Es war ja auch mehr als ärgerlich zumal man den ersten Bands (TIERRA SANTA und SOLITUDE AETURNUS) auch wirklich keinen Gefallen damit getan hat. Beide Bands hatten einen weiten Anreiseweg auf sich genommen und sie dann ihrem Publikum zu berauben ist wirklich alles andere als fair. Ich denke die Veranstalter dürften sich inzwischen bereits genug Gedanken zu diesem Schwachpunkt gemacht haben und deshalb reden wir lieber darüber, dass ansonsten immer alles reibungslos ablief: Egal ob es darum ging ins Festivalgelände zu gelangen, an den Merchandise-Ständen etwas erstehen zu wollen, an das gute kühle Nass in Form von Bier, Cola oder sonstigen Getränken zu kommen und sogar in der gefürchteten Metalbörse kam es nie zu längeren Wartezeiten oder Drängeleien. Es lief einfach immer perfekt. Und dass sich diese stressfreie Situation auch auf das eingesetzte Personal positiv auswirkte, dürfte jeder nachvollziehen können, der schon einmal bei einer Veranstaltung hinter der Theke gestanden hat.

Und damit hätten wir dann auch gleich den Übergang zu zwei weiteren wichtigen Punkten.

Zum einen war es nämlich wieder mehr als erfreulich wie unproblematisch das Verhältnis zwischen Personal und Festivalbesuchern war. Das gilt sowohl für die Leute an den Essens- und Getränkeständen, die einen auch immer mal wieder in einen kurzen freundlichen Plausch verwickelten, als auch für die Security, die ja fast bei jedem Festival negativ aufzufallen weiß. Nicht aber so beim Bang Your Head und dafür sind die Aufpasser beim BYH ja auch schon bekannt. Es gibt einfach kein dumpfes sinnloses Gemotze, wenn die Security etwas zu beanstanden hatte, dann – so weit uns das bekannt geworden ist – immer nur aus verständlichen Gründen und auch ansonsten stand stets die Deeskalation und das freundliche Miteinander im Vordergrund.

Zum anderen muss dann auch an dieser Stelle wieder die insgesamt extrem friedliche Atmosphäre auf dem Bang Your Head deutlich hervorgehoben werden. Es ist einfach unglaublich, wie relaxt das Miteinander in Balingen abläuft. Spaß steht im Vordergrund und unter Spaß versteht hier zum Glück niemand das Anpöbeln von anderen Metallern oder gar das Provozieren bis hin zur Schlägerei. Für so ´nen bescheuerten Blödsinn verschwendet auf dem Bang Your Head zum Glück niemand seine Energien und das macht ein Wochenende auf dem Balinger Messegelände auch so angenehm. Das Festival ist einfach rundum stressfrei und aggressionsfördernde Situationen konnten bislang immer vermieden werden. Und dazu gehört für mich auch, dass man selbst bei den Hauptacts vor der Bühne noch genug Platz hat ohne gleich befürchten zu müssen, dass man bei nächster Gelegenheit unter einer riesigen Menge begraben wird. Besser kann man Unglücke wie letztes Jahr in Roskilde mit einfachen Mitteln nicht vermeiden und so geht noch mal ein Appell an alle Festivalveranstalter: wenn das Interesse der Besucher noch so groß ist…lasst doch einfach nicht so viele Leute rein, wer fühlt sich selbst beim Gig seiner Lieblingsband denn noch wohl, wenn er vor lauter Leuten nicht mal mehr die Hände nach oben bekommt um seinen Faves zuzujubeln?

Ein ewig zu diskutierender Punkt bei Festivals sind natürlich die sanitären Anlagen. Ich möchte an dieser Stelle dieses Jahr nicht zu viel Worte über mangelnde Klos und fehlende Duschgelegenheiten verlieren. Das Bang Your Head ist sicherlich kein absolutes Negativbeispiel in diesem Punkt und vor allem die Damenklos (warum werden eigentlich immer nur die Damenklos gereinigt??? Ich würde auch gern mal auf die Schüssel sitzen können!!!) auf dem Festivalgelände sind als sehr vorbildlich zu bezeichnen (hab ich mir natürlich nur sagen lassen…), aber auch hier gibt es noch sehr viele Verbesserungsmöglichkeiten, auf die die Festivalveranstalter ruhig mal Rücksicht nehmen könnten. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass jeder Besucher gerne 50 Pf. zahlt, wenn er dafür kein vollgekotzes und verschissenes Dixie betreten müsste… (Remember Dynamo ´97).

Ebenfalls sehr erfreulich war die Tatsache, dass sich die Bang Your Head Veranstalter die Kritik des letzten Jahres bezüglich der Essenspreise zu Herzen genommen haben und dieses Jahr wieder Futter zu normalen Preisen anboten. So was lob ich mir! Jetzt noch die Getränkepreise etwas gedrosselt und die Sache wäre perfekt (man merkt halt doch, dass man auf Festivals das meiste Geld mit Getränken machen kann…).

Genauso positiv anzusehen ist die Tatsache, dass dieses Jahr auf unnütze Gimmicks der Marke “oberpeinliche Stripshow mit Technountermalung” komplett verzichtet wurde. Da dürften die Leute mit der Aktion, dass Musiker die Veranstalter des Bang Your Head mit Torten bewerfen durften, die am Rande des Festivals stattfand sicher ein ganzes Stück amüsanter gefunden haben.

Dafür hatte das Bang Your Head dieses Jahr aber noch mehr Abstriche in Sachen “Kultauftritte” zu vermelden. Gastauftritte gab es im Jahr 2001 überhaupt keine, was doch immer ein so großartiger Bestandteil des Bang Your Head Festivals war. Nachdem ich den SCORPIONS zugegebenermaßen im letzten Jahr mit dem für mich damals erzwungenen Gastauftritt von James Rivera etwas unrecht getan habe ist es umso bedauerlicher, dass dieses Jahr in der Richtung gar nichts geboten wurde. Was hab ich gehofft, dass bei SIX FEET UNDER John Bush die Bühne entern würde um gemeinsam mit der Band “Blackout” zum Besten zu geben, oder wie viele Gelegenheiten wurden bei DEE SNIDER verpasst, nach all seinen Danksagungen an ANVIL oder VICIOUS RUMORS Mitglieder der Band auf die Bühne zu holen. Wirklich Schade, ich hoffe, dass das Bang Your Head in den nächsten Jahren solche Features wieder verstärkt fördert.

Und dann wäre da auch noch der Sound anzusprechen. Denn dieses Jahr hatten es die Leute auf dem Bang Your Head tatsächlich geschafft die fast schon zur Gewohnheit gewordenen Boxenaussetzer zu vermeiden und auch sonst einen Sound hinzuzaubern, über den man sich wirklich nicht beschweren konnte…und das merkte man tatsächlich überall, egal wo man stand. Perfekt (zumindest bei den meisten Bands)!

Ja und zuletzt geht auch dieses Jahr wieder ein dickes Dankeschön an unseren Metal-Heiligen Petrus, der das gesamte Wochenende für bestes Wetter gesorgt hat (vielleicht sogar schon zu gutes Wetter) und lediglich für einen 10-minütigen Wolkenbruch sorgte, der sich aber gleichzeitig zum Kultevent verwandelte.

So, und nun geht´s endlich richtig los….

FREITAG, 29. Juni 2001

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Nachdem die Vampster-Crew auch dieses Jahr wieder den Auftakt am Donnerstag Abend verpasst hatte, war der Freitag für uns dieses Jahr Anreisetag und das Bang Your Head hätte wohl nicht chaotischer beginnen können. So war das Festival für die Vampsters dieses Jahr geprägt von verschlafenden und gänzlich verschollenen Mitarbeitern, Terminschwierigkeiten, Staus, fehlende Campingmöglichkeiten, Sonnenstichen, Alkoholabstürzen, verpassten Bands, defekten Zentralverriegelungen, Mitarbeitern, die Autos nur noch über den Kofferraum “betreten” konnten, Werkstattaufenthalten, fehlende Luftmatratzenventile, Parkplatzgelagen,….absolutes Chaos also und da Chaos schon immer Metal war war auch das Bang Your Head für uns….ABSOLUT METAL!

Aber kommen wir zurück zum Freitag, der – darin waren sich eigentlich alle einig, mit denen man so ins Gespräch kam – ganz klar das bessere Line-Up des Festivals zu bieten hatte….

TIERRA SANTA

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Es hat drei entscheidende Vorteile, wenn man sich zu nachtschlafender Zeit – morgens um 9 Uhr – bereits zu den Toren des Festivalgeländes aufmacht: Erstens gibt es kaum Gleichgesinnte, dementsprechend kein Gedränge am Eingang, zweitens sind die Dixi-Klos auf dem Gelände noch sauber, unbenutzt, quasi jungfräulich und drittens kann man sich die erste Band direkt vor der Bühne anschauen. Frisch erleichtert trat ich den Weg in die spärlich gefüllten ersten Reihen an, genau in dem Moment, als die Euro-Importschlager Tierra Santa die Bühne betraten (als hätten sie gewartet, bis ich fertig war 🙂 ). Die Spanier konnten mit ihren letzten beiden Alben „Legendario“ und „Tierras De Leyenda“ im Underground einigen Staub aufwirbeln, mussten sich aber auch den Vorwurf des „Iron Maiden Clones“ gefallen lassen. Die Aussteuerung des Sounds verhinderte diesen Vergleich in Balingen, denn besonders die Steve Harris-ähnlichen Bassläufe wurden etwas vernachlässigt. Was blieb war eine halbe Stunde Heavy Metal mit der von den Alben bekannten Extravaganz durch den spanischen Gesang von Angel. Dieser Exotenbonus wurde der Band allerdings bei den Ansagen zum Verhängnis, denn Kommunikation kam durch die Sprachbarrieren nicht auf. Leichte Kost am Morgen, von den einzelnen beinharten Supportern bereits abgefeiert, vom Rest amüsiert betrachtet oder zumindest toleriert. (jk)

SOLITUDE AETURNUS

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SOLITUDE AETURNUS – die Doom Götter der Stunde! Kaum eine Band schafft es heute noch, eine solch monströse Atmosphäre, erzeugt durch Melancholie, zähflüssige Melodie und schiere Power, auf Bühne und Alben zu kreieren. Doch funktioniert diese, nach Dunkelheit schreiende Musik zur Mittagszeit? Diese Frage ging wohl jedem Fan der Band in Balingen durch die Gehirnwindungen und trieb die Spannung weiter voran. Zwei Jahre waren seit dem letzen umjubelten Europa Abstecher auf dem Wacken Open Air 1999 vergangen. Zwei Jahre ohne Lebenszeichen die schon oft den Todesstoß für Bands bedeutet haben. Doch die Texaner wischten jeden Zweifel mit ihren heftigen, alles niederschmetternden Gitarrensalven weg. Nachdem Sprachrohr und Bandleader John Perez mehrmals seinen Unmut über die Tageszeit geäußert hatte schockte nur noch der erste Blick auf Sänger Robert Lowe – Haare kurz und blond gefärbt! Doch da fing auch schon das Weiße in seinen Augen an zu leuchten und die Ekstase ergriff Besitz von seinem Körper. Von da an vergaßen die Die Hard Fans die brütende Mittagshitze und fielen – mich eingeschlossen – in eine Trance zwischen Headbanging, gnadenloser Unterstützung und dem Spielen der Airgitarre. Zu meinem Leidwesen zockten SOLITUDE AETURNUS eine etwas durchwachsene Setlist. Die ersten absolut genialen 4 Alben wurden nur mit einem, maximal zwei Songs angekratzt. Es gab viel vom (meines Erachtens) schwächsten Album „Adagio“ zu hören. Auch ein neuer, recht technischer Song kam zum Zuge. Die Songauswahl ist natürlich Geschmacksache und bei einer Spielzeit von nur 45 Minuten immer unbefriedigend. Aussagen der Band zufolge ist das nächste Album in der Mache, mit der Veröffentlichung ist aber sicher nicht vor Herbst 2001 zu rechnen. Wir warten… (jk)

BRAINSTORM

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blankFür viele hat das Festival erst mit BRAINSTORM richtig begonnen, da die ersten beiden Bands entweder keinen (oder wie im Falle SOLITUDE AETERNUS nur ihre Fans) interessierten, oder viele noch am Einlass warteten. Das Wetter wurde immer heißer und mir wurde bewusst, dass das beabsichtige Fehlen der Sonnencreme (ist ja völlig untrue – Bang Your Head und Sonnencreme, das passt nun wirklich nicht *g*) vielleicht doch ein Fehler war. Auch die Band wird in ihren schwarzen Klamotten nicht schlecht geschwitzt haben. Los ging´s mit „Crush Dept“, ein Powermetal Stampfer aller erster Güte und der perfekte Opener. Das letzte mal habe ich die Band im Vorprogramm von ARMORED SAINT gesehen. Da war Andy B. Franck mit kompletten Gipsarm doch recht eingeschränkt und beschränkte sich aufs Singen und Bangen. Aber auf der großen Bühne da fühlte er sich wohl. Man dachte er wollte sämtliche Kilometer die er auf der gesamten Europatour verpasst hat, in diesen 40 Minuten einholen. Zum rechten Rand gerannt, die Leute zum Klatschen aufgefordert. Weiter zum linken Rand gerannt um dann ganz nach vorne zu den Fans zu laufen. Hätte er für jeden Meter nur eine Mark bekommen, er wäre jetzt ein reicher Mann. Er ist der Blickfang (und nicht nur weil er sich jetzt die Haare rötlich gefärbt hat) der Band und ein ganz hervorragender Sänger und Frontman. Mit „Blind Suffering“ gab es noch einen brandneuen Track vom kommenden Album „Metus Mortis“. Die Reaktionen flachten nicht ab, der Song ist ein typischer BRAINSTORM Banger und Andy meinte danach nur kurz „Danke. Feuertaufe bestanden“. Sehe ich genauso. Die Band hat auch ihre Feuertaufe auf großen Festivalbühnen bestanden. War geil Jungs und von Eurer guten Stimmung sollte ich den ganzen Freitag profitieren…

VICIOUS RUMORS

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blankMan merkte richtig wie froh und glücklich die Band war, wieder „zurück“ in Deutschland zu sein. Sie legten eine Spielfreude an den Tag, da wurde man als Zuschauer einfach angesteckt. Eigentlich wollte ich den Gig nur in aller Ruhe ansehen, da danach mit KREATOR und ARMORED SAINT zwei Bands spielten, bei denen man sowieso nicht ruhig stehen bleiben kann. Aber es ging nicht. Ab dem Opener „Digital Dictator“, erlebte man ein Feuerwerk erstklassiger Riffs, coolen Stageactings von fünf wirklichen Persönlichkeiten (Cornbread rules!) auf der Bühne. Auch der neue alte Sänger Brian O`Connor, welcher ja schon der Vorgänger seines Nachfolgers Morgan Thorn war, ist auf der Bühne ein ständiger Blickfang und Unruheherd. Stimmlich passte bei ihm alles, sowohl die alten Klassiker („.On the Edge“, „Down to the Temple“) wie auch die neuen Songs („Sadistic Symphony“, „Liquify“, „Blacklight“) brachte er perfekt rüber. Apropos neue Songs: Erst live entfalten sie ihre ganze Vielfalt. Der Sound auf dem letzten Longplayer war einfach bescheiden und machte vieles kaputt. Die Band ist übrigens gut beraten Brian weiter in der Band zu halten. Für mich waren die Jungs mit die Gewinner des Festivals und sie haben wieder ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Welcome back, VICIOUS RUMORS!

KREATOR

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blankWas war ich gespannt auf KREATOR. Im Vorfeld hatte ich mir ausgemalt, welche Songs Mille und Co. Spielen könnten und mich auch schon mehr oder weniger drauf eingestellt, dass von meiner persönlichen Hitliste maximal fünfzig Prozent gespielt werden – doch ich sollte mich täuschen.

Aber gehen wir der Reihe nach vor: Los ging es mit “Terror Zone”, das mir einfach zu lahm war. So machte sich auch schnell leichter Unmut bei mir breit, einerseits freute ich mich, dass sei diesen Song spielten, doch die Umsetzung sagte mir einfach weniger zu. Zu langsam und ohne den richtigen Biss – so konnte mich die Band nicht überzeugen. Doch irgendwann zündete es auch bei mir und als dann nach und nach Klassiker wie “Pleasure To Kill”, “Flag Of Hate” und “Extreme Aggression” ertönten, war für mich die Welt wieder in Ordnung. Das sahen auch etliche andere so, Milles Frage, ob man denn alte Songs hören wollte, wurde einstimmig mit “JAAAAAAAAAAAA!” beantwortet.

Zwischendurch gab es auch den ein oder anderen nicht ganz so alten Song zu hören, “Renewal” überzeugte mich an diesem Nachmittag völlig, da der Song um einiges druckvoller und härter rüberkam als auf Platte.

“Leave This World Behind”, “Phobia” , “People Of The Lie” waren weitere Songs – KREATOR ließen es sich dann nicht nehmen, einen ganz neuen Song von kommenden Album zu spielen: “Servant in Heaven, King In Hell” – der Track klingt zwar nicht mehr nach Endorama-Material, doch wirklich gefallen hat mir das Stück dem ersten Eindruck nach nicht. Mir persönlich hätte “Under The Guillotine” weitaus mehr zugesagt, doch nachdem ich mich dreimal bei meinem Nebenmann beschwert hatte, dass ich noch immer auf “Terrible Certainty” wartete, geschah das, worauf ich fast nicht mehr glauben konnte: Das unverkennbare Schlagzeugintro zu “Terrible Certainty” erklang. Zwar etwas langsamer als auf “Out Of The Dark…” aber eben unverkennbar einer der besten Songs, den KREATOR jemals geschrieben haben. Alles in allem ein Auftritt, der mir persönlich richtig gut gefallen hat – was allerdings nicht zuletzt an der Songauswahl lag, denn das Stageacting der Herren war ordentlich, aber halt auch absolut nichts besonderes, wenngleich sich die Band offensichtlich über positiven Reaktionen gefreut hat.

ARMORED SAINT

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blankEndlich war es soweit. Nein, ich meine nicht den Auftritt von ARMORED SAINT. Endlich wurde auf der Bühne das letzte Geheimnis gelüftet. Unter den schwarzen Abdeckplanen rechts und links befanden sich….richtig: Harte Hände aus Stahl. Wir fragen uns schon die ganze Zeit welche Bedeutung dies hatte und wissen es einfach nicht. Deshalb mein Aufruf: Falls einer vor Euch weiß, welch wirkliche Bedeutung die Hände hatten, bitte mailen oder als Kommentar anhängen *g*. ARMORED SAINT hatten wir erst 10 Jahre gar nicht und jetzt innerhalb von 10 Monaten zum drittenmal. Kann es eigentlich einmal einen nur durchschnittlichen oder gar schlechten Gig der Band geben? Ich denke das werden wir nicht erleben. Der Sound war beim Opener etwas matschig. Statt „Real Swagger“ hätte ich lieber „Unstaple“ von der neuen Compilation gehört. Aber das war es auch schon an „Minuspunkten“. Die Band kickte und groovte mal wieder ohne Ende. Sind sie die beste Liveband des Universums? Ich denke im Moment schon. Wer die Jungs bereits vorher zweimal gesehen hat, erlebte trotzdem einige Überraschungen in der Setlist. Neben dem bereits angesprochenen „Real Swagger“, gab es noch „Den Of Thieves“ vom letzten Album erstmals live zu hören. „On The Way“ fand auch wieder den Weg zurück in die Playlist der Band, ein Song, welchen die SAINTS zuletzt Ende der 80er live spielten. John Bush (mit lustigen Locken und coolen Fuck Bush Shirt) ist für mich immer noch DER Frontmann in der Metalszene. Eine geile Stimme, eine noch geilere Liveperformance. Ein perfekter Entertainer, welcher auch noch Whiskey in Becher schenkte und diese in den ersten Reihen verteilte. Es war soo perfekt, es war sooo schön. Jetzt wollen sie eine Pause machen. Aber bitte nicht wieder 10 Jahre, das halte ich nicht mehr aus.

ROSE TATTOO

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„Nice Boys Don´t Play Rock And Roll“ – schöne Jungs sind ROSE TATTOO immer noch nicht, erst recht nicht seitdem das Alter auch von ihnen Besitz ergriffen hat. Sie sind hässlich, dreckig und fleischgewordener Rock And Roll. Damit haben sie Geschichte geschrieben und sich ihren Legendenstatus verdient. Ein kleiner glatzköpfiger Sänger, der sich in jungen Jahren voller Ekstase das Mikro bis zur Platzwunde gegen die Stirn geschlagen hat, ein mittlerweile kahlgeschorener Slide Gitarrist, der auch jetzt noch die Johnny Walker Flasche auf der Bühne ´rumreicht und Musik die einfach nur Arsch tritt. ROSE TATTOO sind die Originale – genau so muss man sie auf der Bühne betrachten. Dann wundert es auch nicht, dass ein begeisterter Fan es bis auf die Bühne schafft, vor der Band auf die Knie fällt, um danach Frontmann Angry geradezu endlos zu umarmen. ROSE TATTOO kommen aus der Gosse der australischen Großstätte. Von diesem Leben erzählt ihre Lyrik, daraus entstanden ihre Songs. Und man glaubt es ihnen, denn die Energie von der Bühne lebt durch ihre Ehrlichkeit. Die Schwächen der langen Bühnenabstinenz – letztes Jahr in Wacken noch erkennbar – sind nicht zuletzt durch die gerade absolvierten Tourneen als Headliner und im Vorprogramm der Onkelz fast gänzlich ausgemerzt (mehr ist wohl auch nicht zu holen, die Jungs sind ja nun wirklich keine 18 mehr und heißen auch nicht Angus Young). Der Gig machte der Band sichtbar Spaß und im Vergleich zu den Onkelz-Konzerten wusste das Publikum in Balingen die Hits wie „Scarred For Life“, „Nice Boys“ und „Rock’n’Roll Outlaw“ zu schätzen und die Crew ließ die Band ihren Set, durch heftigen Applaus unterstützt, um einige Minuten überziehen. All das war Rock And Roll. (jk)

SAVATAGE

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blankDie Spannung war enorm hoch wie denn nun der Auftritt von SAVATAGE ausfallen würde, da dies für die allermeisten Besucher des Festivals wohl die erste livehaftige Begegnung mit dem neuen Frontmann Damond Jiniya darstellte. Aber bevor ich auf diesen im Speziellen eingehe, möchte ich eins gleich vorweg schicken: SAVATAGE haben auf dem Bang Your Head absolut gerockt!!! Die Band ging ab ohne Ende und die Spielfreude war hoch wie schon lange nicht mehr. Die Band harmonierte enorm zusammen und es sah so aus als hätten SAVATAGE nach dem Ausstieg von Zak Stevens und Al Pitrelli tatsächlich eine Frischzellenkur erfahren, was zum einen sehr erfreulich war, auf der anderen Seite aber auch irgendwie traurig stimmt, da es doch Schade war, dass Zak so einfach ersetzt werden konnte – obwohl er die Band SAVATAGE doch für Jahre durch seinen großartigen Gesang geprägt hatte – und auch dass die Band inzwischen leider ziemlich über Pitrelli herzieht, der meiner Meinung nach für die Band eine hervorragende Arbeit abgeliefert hat und über den Oliva und Co. in der Vergangenheit immer nur Bestes zu erzählen hatten (puh – durchschnauf). Aber was soll´s, die Gegenwart heißt Oliva, Caffery, Middleton, Jiniya und Frost und die Band arbeitet wirklich grandios zusammen. Jedes einzelne Bandmitglied – von Plate hinterm Schlagzeug und Oliva hinter den Keys mal abgesehen – fegte über die Bühne und so kamen SAVATAGE mit einer Power daher, wie schon lange nicht mehr. Und damit kommen wir also auch endlich zum Blickfang und Neuzugang Jiniya, der bei diesem Gig ab und zu auch mal richtig singen durfte. Es war schon irgendwie ein seltsamer Anblick. Da hat die Band einen neuen Frontmann, der zum einen Ausstrahlung hat und zum anderen auch verdammt gut singen kann, die meiste Zeit des Sets aber mehr als Animateur fungiert, denn als Sänger. Und während unsere liebe Vampi sich mal wieder als echte Expertin für Musiker outete und motzte, warum dieser großartig aussehende Mann da auf der Bühne nicht viel öfter singen dürfte – da er ja wohl eindeutig besser klingt als der alte dicke Mann hinter den Keyboards – waren Frank vom Zosh-Radio und ich uns sofort darüber einig, dass Jiniya die Olivaschen Gesangsparts fast original brachte (so viel zum Thema “bessere Stimme”) und auch sonst über eine Stimme verfügt, die SAVATAGE verdammt gut tut, wie man immer dann feststellen konnte, wenn man den Junge mal endliche von der Kette lies.

Was die Songauswahl angeht, so strich die Band gleich mal einen großen Teil der epischen Stücke und setzte mehr auf die geradlinigeren Teile. Dabei verzichteten SAVATAGE aber nicht auf die ein oder andere Überraschung und so gehörte das grandiose “Strange Wings” sicher zu den Höhepunkten des Sets. Warum die Band dann aber immer wieder auf das Spielen des eher durchschnittlichen “Dead Winter Dead” besteht, verstehe ich bis heute nicht, da wäre doch echt Platz für einen besseren Song gewesen. Klassiker der Marke “Sirens” zum Beispiel, den die Band in alter Frische rüberbrachte, als wäre der Song gerade am Tag zuvor geschrieben worden. Ansonsten boten SAVATAGE eine gelungene Auswahl aus altem und neuem Material, wobei natürlich vor allem die altgedienten Live-Klassiker zu überzeugen wussten, allen voran das bombastische “Chance”, das erneut für eine Explosion im Publikum sorgte. Aber auch die Ballade “Believe” sorgte einmal mehr für Gänsehaut bei den Zuschauern und so gehörte der Auftritt SAVATAGEs als gelungene Feuerprobe mit zu den Höhepunkten des Bang Your Head. Die Zukunft von SAVATAGE scheint vorerst gesichert.

JUDAS PRIEST

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blankAnders als beim With Full Force fuhren JUDAS PRIEST in Balingen eine volle, knapp zweistündige Headlinershow auf. Der Beginn war ähnlich verhalten wie eine Woche zuvor, zwei neue Songs lockerten jedoch die Reihe der ruhigen Stücke auf. Man mag zu den neuen Werken der Herren Tipton, Downing und Co. stehen, wie man will, aber live kam gerade bei den beiden “Demolition”-Tracks enorm Druck rüber. Etwas spröde und unspontan wirkten allerdings die Ansagen von Tim “Ripper” Owens. Man hatte nicht unbedingt den Eindruck, dass er irgendwie auf die Meute vor der Bühne eingeht, sondern eher ein

Unterhaltungspflichtprogramm abspulte. Dafür zeigten die beiden Meister an den Gitarren einiges an Spielfreude, nutzten die Bühnenverlängerung zum unverwechselbaren Synchronbangen und brillierten bei den Soli. Sicher ein cooles Vorbild, das die “alten Herren” da für so manchen bewegungsunfähigen Jungspund ablieferten! Die angebrochene Dunkelheit sorgte zusätzlich dafür, dass die Lichtshow und die zweistöckige Bühnendekoration voll zur Geltung kommen konnten, so dass alle Rahmenbedingungen stimmten, als JUDAS PRIEST bei den härteren Songs angelangt waren. Und so begann der Auftritt richtig Laune zu machen. “Painkiller” wurde vom obligatorischen Mit-der-Harley-über-die-Bühne-brettern eingeleitet und souverän runtergeholzt. Und selbst das eher poppige “You’ve Got Another Thing Coming” kam plötzlich druckvoll aus den Boxen geschallt. “Electric Eye” reizte die Nackenmuskulatur ebenfalls ungemein, und als dann gegen elf Uhr schwäbisch pünktlich Schluss war, hatte sich der Auftritt der Metallegende zu einem durchaus würdigen Headlinergig gemausert, so dass alle zufrieden gen Zeltplatz pilgern konnten.

SAMSTAG, 30. Juni 2001

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Wie der Freitag endete, so startete der Samstag: geiles Wetter, chaotische Verhältnisse im Vampster-Lager, hohe Erwartungen an die bevorstehenden Auftritte. Okay, nicht alles lief ab wie am Tag zuvor. So hatte sich über Nacht doch der ein oder andere Kater unter uns gemischt und besonders fit fühlte sich an diesem Morgen niemand. Aber immerhin lief diesmal das Betreten des Festivalgeländes problemlos ab und so konnte es also bereits mit der ersten Band losgehen….

COURAGOUS

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Die Gewinner des H.O.W./Rockfabrik Bandwettbewerbs COURAGOUS sind für mich keine Unbekannten mehr. Die immer noch aktuelle eigenproduzierte Debut CD „Listen“ rannte seinerzeit bei mir offene Türen ein und auch auf dem Rocktown Open Air 2000 konnten sie mehr als überzeugen. Unter Ausnutzung der beschriebenen Vorteile (siehe TIERRA SANTA Review) betrat ich also wieder „mitten in der Nacht“ das Festivalgelände. Der COURAGOUS Gig auf dem BYH stand ganz im Zeichen des neuen Albums, dass bereits aufgenommen auf eine Labelveröffentlichung wartet. Der feinmotorige Thrash Metal fand seine Unterstützer, selbst wenn ich diese hauptsächlich aus der Heimat der Band, dem Rhein-Main-Gebiet wieder erkannte (unter ihnen der „Mad Arab“ mit weißem Turban, bekannt und legendär aus der Hafenbahn/Offenbach). Ihr merkt, die Reihen waren nicht sehr dicht gesät. Aber haltet Augen und Ohren offen, wenn es um COURAGOUS geht! Die Liveperformance mit Sänger Chris in schwarzem Ledermantel im Vordergrund, ergänzt mit der musikalische Darbietung war wie immer professionell und mitreißend. COURAGOUS bieten technisch anspruchsvollen Thrash mit der nötigen Aggression und sitzen gerade jetzt in den Startlöchern für eine erfolgreiche Karriere. (jk)

EIDOLON

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blankNachdem ich mich auf dem Bang Your Head Festival mit einigen Leuten über EIDOLON unterhalten habe, beschlich mich so langsam das Gefühl, dass ich der einzige Fan dieser Band in ganz Deutschland bin. Für mich völlig unverständlich, aber immerhin fanden sich dann um 10.30 Uhr morgens doch ein paar Leute vor der Bühne ein um die Kanadier lautstark zu unterstützen. Und diese Unterstützung hatten EIDOLON auch absolut verdient! Die Band legte einen geilen Set hin, der sicherlich alles andere als perfekt ablief, den ein oder anderen Spielfehler bei allen Beteiligten barg und dem man auch durchaus anmerkte, dass die Band noch nicht zu oft live auf der Bühne stand. Mir war das aber völlig egal, denn zum einen sah ich endlich mal EIDOLON live und zum anderen ging die Band verdammt nach vorne los. Besonders erstaunlich ist für mich nach wie vor, wie viel Power Glen Drover mit nur einer Gitarre in den Sound der Band bringt. Und so entfachte er ein wahrhaftiges Riffgewitter, das einen Ideenreichtum erkennen lies um den Glen eigentlich von einer ganzen Horde an Gitarristen beneidet werden sollte. Sein Bruder Shawn unterstütze diese Power gemeinsam mit Bassist Adrian gekonnt hinterm Schlagzeug und für viele war sicherlich erfreulich, dass der Drumsound live mit dem auf Platte wirklich gar nichts zu tun hat. Songmäßg lag der Schwerpunkt des EIDOLON-Sets wie zu erwarten auf den letzten beiden Scheiben “Nightmare World” und “Hallowed Apparition”, wobei vor allem die neueren Songs der Marke “Feed the Machine”, “Forever be Free”, “Lord of Desecration” oder “Prelude into Fear” live verdammt gut abgingen. Aber sogar für die Fans der ersten Stunde wussten EIDOLON etwas zu bieten und so gab es noch ein Mini-Medley in denen auch die ersten beiden Alben zum Zuge kamen. Und gerade bei diesen Songs zeigte sich für mich einmal mehr was für eine Entwicklung Sänger Brian Soulard über die Jahre durchgemacht hat und auch wenn es noch genug Leute gibt, die mit seiner Stimme und seinen Gesangslinien anfangen können, war er für mich einmal mehr der perfekte Mann für diesen Job. Brian wusste die Bühne und den Steg ins Publikum sehr gut zu nutzen und gab den Songs Tiefe und Ausdruck. Und was will man mehr von einem guten Frontmann? Eben…zu schade, dass Brian kurz nach dem Auftritt die Band verlassen musste. Dennoch: EIDOLON gehörten für mich zu den heißersehntesten Bands auf diesem Bang Your Head und ich wurde absolut nicht enttäuscht!

ANVIL

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blankANVIL objektiv zu beurteilen war für mich eine wirklich schwere Angelegenheit, da mir doch erst eine Woche zuvor von mehreren Leuten eindringlichst dargelegt wurde, dass diese Band keine Sau braucht. Natürlich kann man absolut geteilter Meinung sein, ob man einer neuen ANVIL-Scheibe heutzutage noch groß Beachtung schenken muss. Live haben die Jungs um Frontmann Lips jedenfalls wieder unter Beweis gestellt, dass ANVIL wirklich eine ganze Menge Klassiker in der Hinterhand haben, die Band verdammt Metal ist und dass es vor allem noch ein großes Publikum gibt, das die Band auch heute noch verehrt. Und so legten die Kiffergesichter einen sehr guten Set hin, auch wenn zum großen Teil das Standardprogramm geboten wurde. Auf die Marihuana-Hymne “Smoking Green” würde der ewiggrinsende Fraggle Lips eh nicht mehr verzichten, genauso wenig wie auf “Forged in Fire”, “Metal on Metal”, das Schlagzeugsolo-Stück “March of the Crabs” oder die Vibrator-Gitarrensolo-Einlage bei “Mothra”. Und die Jungs brachten die Songs mit einer enormen Energie, wobei neben dem Blickfang Lips vor allem Robb Reiner hinterm Schlagzeug absolut zu überzeugen wusste. Der Mann baute aus der hinteren Reihe eine enorme Power auf und die Art wie er seine kleine Trommel zu bearbeiten wusste war einfach nur als großartig zu bezeichnen. Die Fans wussten die Leistung mit großem Jubel zu würdigen und so hatte Lips wirklich allen Grund zu grinsen, als er die Bühne verließ.

HELSTAR

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blankHELSTAR waren für viele Besucher des Bang Your Head Festivals sicherlich die absoluten Regierer des Wochenendes. Von vielen heiß ersehnt, waren die Amis letztendlich auch die einzige Band, die den Kultcharakter des Bang Your Head dieses Jahr am Leben zu erhalten wusste, zumindest was die Bandauswahl anbelangt. Dass HELSTAR den Auftritt von WATCHTOWER im Jahr zuvor nicht toppen hätten können, war wohl den meisten schon vor dem Gig bewusst und dennoch haben HELSTAR den frenetischen Jubel des Publikums wirklich mehr als verdient. Nachdem die Band ja bereits am Abend zuvor im benachbarten WOM einen (wie mir erzählt wurde) saustarken Gig abgelegt hatte, waren die Jungs um die Urmitglieder James Rivera und Jerry Abarca verdammt agil und voller Energie. Die Songauswahl war gut gewählt und deckte das gesamte Spektrum der Bandgeschichte ab, wenngleich verständlicherweise nicht alle Klassiker zum Zuge kommen konnten (“To Sleep, per Chance to Scream” wurde zum Beispiel nicht gespielt, oder kann ich mich einfach nicht mehr daran erinnern???). Naja, ich war ja alleine schon selig, dass die Jungs “Baptized in Blood” gebracht haben, für mich nach wie vor der HELSTAR-Song schlechthin. Aber auch “Winds of War” wusste vor allem durch den langsamen Anfang und den durchdringenden Gesang von James Rivera für Gänsehaut zu sorgen und genauso brachten HELSTAR “Angel of Deathe” in seiner ganzen Härte und Komplexität. So muss das sein. Sänger und Aushängeschild James Rivera zeigte sich auch dieses Jahr wieder einmal von seiner allerbesten Seite, brachte die alten HELSTAR-Klassiker gesanglich perfekt rüber und man konnte deutlich spüren, wie wohl er sich auf dem Bang Your Head fühlte und wie stark seine Erinnerungen an seinen letztjährigen Auftritt mit DESTINYS END waren, bei dem James ja ebenfalls schon mächtig abräumen konnte. HELSTAR wären auf diesem Bang Your Head sicher die absoluten Abräumer und die unangefochtenen Gewinner dieses Bang Your Head gewesen, wenn ihnen der alte Schneider mit einer grandiosen Metal-Party den Titel nicht streitig gemacht hätte. So blieb aber ein Auftritt, der wieder einmal ein echter Höhepunkt in der Geschichte des Bang Your Head darstellt und Metal-Geschichte geschrieben hat.

SIX FEET UNDER

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blankIm Gegensatz zu KREATOR haben SIX FEET UNDER ihre Setlist nicht angepasst – die Band hätte zwar mit den “Graveyard Classics” den ein oder anderen klassischen Metalsong in leicht veränderter Form im Programm, der mit Sicherheit eher zum Rahmen des Bang Your Heads gepasst hätte, so hatte ich eigentlich schon erwartet dass der ein oder andere Track von Barnes runtergeröchelt würde. Doch weit gefehlt, SIX FEET UNDER zeigten sich völlig unbeeindruckt und prügelten sich kompromisslos durch die SFU-Diskographie. Neben alten Songs wie “Sufferin In Exstacy” oder ” War Is Coming” sowie ” Victim Of The Paranoid” oder ” Manipulation” spielten SIX FEET UNDER wie auch beim With Full Force zwei Songs vom kommenden Album “True Carnage” names “Knife, Gun, Axe” und “The Murderers”.

Doch, um ehrlich zu sein, Songtitel waren eher unwichtig, da sich die Band in bester Spiellaune zeigte und einen Track nach dem anderen in bester SFU-Aggressions-Groove-Manier runterzockte, so dass man gar nicht anders konnte, als einfach durchzubangen. Zumindest in den ersten reihen fanden sich einige Fans ein, die sich sichtlich über die Abwechslung auf dem Billing freuten und nach und nach füllte sich der Raum vor der Bühne mit Neugierigen von denen vielen anerkennend mitnickten. Genaugenommen hatte man auch nicht allzu viel verpasst, wenn man statt den Blick auf die Bühne zu heften einfach dem Zucken das Nackenmuskulatur folge, denn der Aktionsradius der Herren war nicht wirklich groß. Was soll`s – bei einem solchen musikalischen Überrollkommando kann die Optik ruhig vernachlässigt werden.

MEGADETH

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blankIch habe in der Redaktion einen sehr schweren Stand. Das liegt vor allem an meinen kurzen Haaren (haben John Bush und Joey Vera am Vortag nicht bewiesen, dass auch Kurzhaarige verdammt Metal sein können *g*?) und an meinem doch recht breiten Musikgeschmack. Was aber die meisten absolut nicht verstehen, ist meine Liebe zu MEGADETH. Auf Diskussionen gehe ich dann meist gar nicht wirklich ein. Muss ich mit jemanden diskutieren, der HOLY MOSES geil findet und gleichzeitig behauptet Mustaine kann nicht singen? Eben. Kommen wir zum Gig. Ach übrigens, es war mein zehnter seit 1990. Nur soviel am Rande. Ein würdiger Rahmen für mein Jubiläum war gegeben. Schönes Wetter, viele Leute vor der Bühne. So soll es sein. Die Band konnte wirklich abräumen und hat viel mehr Applaus erhalten, als die Tralala Finnen von STRATOVARIUS. Im Gegensatz zum Gig beim WFF in Leipzig, als man ja nur 45 Minuten Zeit hatte, fanden „Motopsycho“, „Reckoning Day“, „In My Darkest Hour“, „She-Wolf“ und „Trust“ den Weg zurück in die Playlist. Die Band war um einiges aktiver als bei meinen ersten Gigs vor vielen Jahren, Dave Ellefson trug ein verdammt cooles gelbes MEGADETH Shirt und Mustaine war neben Dee Snider der einzige wirkliche Rock`n`Roller des Festivals. Soviel zu den Fakten. Damit es nicht heißt ich berichte durch die „MEGADETH Fanbrille“ noch ein paar kleine negative Anmerkungen am Rande. Wer Songs wie „Holy Wars“ oder „Wake Up Dead“ in seinem Repertoire hat, sollte auch mit einem solchen anfangen und nicht mit „Dread And The Fugitive Mind“. Beim Beginn von „Holy Wars“ spielte Jimmy De Grasso den Beginn von „Peace Sells“. So, das war es auch schon. Verdammt cool war wieder das sympathisch rüberkommende Auftreten des Herrn Mustaine. Spielerisches Können trifft gesunde Arroganz. So soll es sein. Einen dicken Pluspunkt gab es auch noch für den in deutsch gesungenen Refrain bei „Trust“ (Mein Körper schmerzt von Fehlern, betrogen von Lust, wir haben einander oft angelogen, so dass wir an nichts mehr glauben) oder so ähnlich…War wie immer spitze und ich lass mich von meinen Mitstreitern nicht unterkriegen. Auf die nächsten 10 Konzerte!

DEE SNIDER

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blankIch hätte ja ehrlich gesagt nicht gedacht, dass DEE SNIDER auf diesem Bang Your Head wirklich soo abräumen würde. Aber er schaffte es und ging wohl ohne Zweifel als der Gewinner des Festivals von dannen. Dabei fing der Gig gar nicht so spektakulär an…ja, fast hätte er ja gar nicht stattgefunden. Denn während die Band bereits auf dem Bang Your Head-Gelände eingetroffen war, sind Teile des Equipments auf dem Flughafen verschollen und so wäre der Auftritt beinahe geplatzt, hätte nicht noch in letzter Minute ein Bass aufgetrieben werden können. Und wem haben wir das zu verdanken? PSYCHOTRON-Mampf, der just den Bass im Proberaum stehen hatte, der benötigt wurde und den er in einer Spontanaktion auf das Messegelände schaffte. Saubere Arbeit!! Dee startete dann die Show mit einer Mischung aus alten Klassikern der Marke “Stay Hungry” und neueren Songs, die mir allerdings nicht bekannt waren. Die Stimmung war gut, die Band in Hochform und vor allem Dee zeigte schon jetzt, dass er eben nach wie vor zu den großen Rock ´n´ Roll Rebellen gehört. Sein Stageacting ist einfach über jeden Zweifel erhaben und mit seiner ganz besonderen Ausstrahlung weiß er auch heute noch, wie er das Publikum auf seine Seite zu ziehen hat. Nachdem er sich der Aufmerksamkeit der Meute also sicher sein konnte, startet Dee erst richtig los. “I am (I´m Me)” war der Beginn eines Hitfeuerwerks, mit dem auch gleichzeitig eine riesige Metal-Party losging. “Leader of the Pack”, “Be cruel to your school” und “I wanna Rock” folgten, bevor es mit “Widowmaker” noch mal eine kleine Verschnaufpause gab. Hätte nicht unbedingt sein müssen, aber als die ersten Töne von “Burn in Hell” erklangen war das Publikum sofort wieder voll dabei! Sogar Leute, die zuvor noch verkündeten, dass DEE SNIDER ja wohl voll für den Arsch wäre, konnten sich dieser großartigen Stimmung nicht entziehen und mit “Under the Blade”, “S.M.F.”, “The Price” und “We´re not gonna take it” setzte SNIDER dem ganzen die Krone auf. Dazwischen gab es immer wieder längere Ansagen, die man dem alten Entertainer Dee aber gerne verzeiht, da er es einfach versteht das Publikum auch während dieser musikalischen Pausen zu fesseln und vor allem seine Kampfansage an die aufziehenden Gewitterwolken wird den Fans wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Und tatsächlich schaffte er es auch die Wolken bis zum Ende des Sets davon abzuhalten ihren Inhalt über den Leuten auszuschütten. Erst mit den letzten Tönen von DEE SNIDER und mit dem Abschlussfeuerwerk setzte wie geplant der große Wolkenbruch ein. Innerhalb kürzester Zeit waren wirklich alle Leute auf dem Messegelände bis zu den Knochen durchnässt, doch das tat der großartigen Partystimmung keinen Abbruch. Der Regen prasselte auf das Publikum nieder, die Leute strömten zum Ausgang und plötzlich konnte man von überall her die “We´re not gonna take it”-Chöre vernehmen. Die Leute waren einfach viel zu sehr von SNIDER und seiner Band aufgeputscht, als dass sich irgend jemand durch den Regen die Laune hätte verderben lassen. Im Gegenteil. Jeder schien dieses Ereignis zu genießen und die Leute sangen, bis die Wolken nach ca. 15 Minuten ein einsehen hatten und den Regenguss beendeten. Ein wahrhaft magischer Moment Metal und so wie man hörte startete eine größere Gruppe Metaller angepeitscht von dem Erlebten dann auch noch im nahe gelegenen McDonalds eine oberkultige Metal-Party, wie sie eben nur ganz spontan entstehen kann. DEE SNIDER hat es also tatsächlich geschafft, den oft herbeigesehnten Zusammenhalt in der Metal-Szene und den alten Spirit zu wecken und so war dieses Konzert für alle Beteiligten ein ganz großes Erlebnis. Metal!

Vom Bang Your Head berichteten: Boxhamster, Fierce, Jens Koch, Frank, Rachendrachen & Vampi

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