TEABAG: Kult aus dem Underground

Unter Fans von PSYCHOTIC WALTZ dürfte es sich bereits herumgesprochen haben: mit TEABAG aus San Diego steht eine weitere Band auf dem Plan, die sich aus ehemaligen Musikern des Kultacts zusammensetzt. Schlagzeuger Norm Leggio und Gitarrist Steve Cox bilden eine Hälfte des Quartetts, das sich wie auch schon die Vorgängerband, voll und ganz dem komplexen Prog Metal verschrieben hat, dabei aber so deftig zu Werke geht wie es bei PSYCHOTIC WALTZ seit "A Social Grace" nicht mehr der Fall war und gleichzeitig mit einem recht modernen Sound auffährt. Schon jetzt ist "Teabag" mit diesem gewissen kultigen Charakter behaftet, es führte also kein Weg an einem Interview mit Steve und Norm vorbei.

Unter Fans von PSYCHOTIC WALTZ dürfte es sich bereits herumgesprochen haben: mit TEABAG aus San Diego steht eine weitere Band auf dem Plan, die sich aus ehemaligen Musikern des Kultacts zusammensetzt. Schlagzeuger Norm Leggio und Gitarrist Steve Cox bilden eine Hälfte des Quartetts, das sich wie auch schon die Vorgängerband, voll und ganz dem komplexen Prog Metal verschrieben hat, dabei aber so deftig zu Werke geht wie es bei PSYCHOTIC WALTZ seit A Social Grace nicht mehr der Fall war und gleichzeitig mit einem recht modernen Sound auffährt. Schon jetzt ist Teabag mit diesem gewissen kultigen Charakter behaftet, es führte also kein Weg an einem Interview mit Steve und Norm vorbei.

Bekommt man die CD in die Hände fällt einem erst mal der Bandname auf – TEABAG! Was ist denn das für ein Name? Was verbirgt sich dahinter?

Steve: Der Name hat seinen Ursprung in einem Witz, den wir uns im Tourbus

während der Bleeding-Tour von PSYCHOTIC WALTZ erzählt haben. ´Teabag´ hat

eine sexuelle Bedeutung, ich bin mir sicher, dass viele sie kennen. Wer nicht draufkommt, was sich dahinter verbirgt, sollte einfach mal seine

Freundin, Frau oder ähnliches befragen. Norm und ich witzelten immer rum, dass es ein wunderbarer Bandname wäre…tja, und nun heißen wir so!

Der zweite Blick fällt auf das Coverartwork, das absolut großartig aussieht. Nicht wie die üblichen Metal Cover…ein sehr atmosphärisches Bild, das ziemlich düster rüber kommt.

Norm: Ich mag es unheimlich, es ist sehr finster und verstörend. Mir kommt

es immer vor wie eine bösartige Version von JETHRO TULLs Aqualung-Artwork.

Vor allem das kleine Mädchen mit dem fehlenden Schuh ist ein sehr

aufrüttelndes Element. Das Motiv entstammt den dunklen Gehirnwindungen meines alten Kumpels, dem ehemaligen PSYCHOTIC WALTZ-Coverzeichner Mike Clift, der mittlerweile als Tätowierer sein Geld verdient. Ich lasse mich bei ihm ständig stechen, seine Tattoos sehen ebenso genial aus wie seine Coverzeichnungen!

Als nächstes nimmt man das Booklet in die Hand und öffnet es. Hmm…keine Lyrics, einfach ein paar Worte. Keine Thankslist oder so was…einfach ein paar Worte…Songtitel…Teile der Lyrics…

Steve: Wir ließen Mike freie Hand mit der Gestaltung des Inlays. Seine

Überlegung war, dass die Texte – hätten wir sie komplett reingenommen – in zu kleiner Schrift hätten abgedruckt werden müssen. Also pickte er sich einfach einige Zeilen aus Rons Texten heraus, die ihn besonders inspiriert haben. Aber vielleicht sind die Texte ja in der zweiten Auflage komplett drin?

Dann nehmen wir uns mal die Musiker unter der Lupe…Steve Cox und Norm Leggio! Scheiße, das sind diese PSYCHOTIC WALTZ-Typen! Was ist passiert seit dem PW-Split? Wie habt ihr euch zu Teabag zusammengefunden?

Norm: Seit dem Split habe ich mich um meinen Plattenladen Blue Meannie

Records (www.bluemeanniemetal.com) gekümmert und bei San Diegos größtem Rock-Radiosender Rock 105.3 FM (www.rock1053.com) eine Metal-Sendung etabliert. Sie heißt Another State of Mind (www.go.to/asom) und ist ein großer Erfolg. Was die Musik angeht, so haben Steve und ich in verschiedenen Besetzungen von TEABAG etliche Gigs in San Diego, Los Angeles und Umgebung gespielt sowie viel in seinem Heimstudio aufgenommen. Gegründet haben wir uns ein halbes Jahr nach dem PSYCHOTIC WALTZ-Split. Steve hatte wieder seine alte Band reaktiviert und ihr damaliger Drummer stieg aus. Mir gefielen die Demos, die er mit seinem Drumcomputer ausgearbeitet hatte. Zwei der Songs hatten wir auch schon mit PSYCHOTIC WALTZ live auf der letzten Bleeding-Tour gespielt. Wir probten drei Monate zusammen, bevor wir ein erstes Demo aufnahmen und

unseren ersten Auftritt hatten in einem Club namens Brick By Brick in San

Diego, wo wir für ULTRASPANK vor hundert Leuten eröffneten. Wir versuchten einen zweiten Gitarristen zu integrieren, was aber nicht funktionierte. Er und der Basser verließen die Band gerade zu der Zeit, als Steve und ich Ron als Sänger einer IRON MAIDEN-Tributeband sahen und ihn vom Fleck weg verpflichteten. Eines Tages, wir hatten am Abend zuvor für CANNIBAL CORPSE eröffnet, kam Sebastian von FROM THY ASHES in meinen Laden und meinte: Hi, ich komm´ aus Deutschland und hab´ gehört, dass dein Laden cool sein soll. Er kannte PSYCHOTIC WALTZ, und so bequatschten wir ihn, bei uns während

seines Auslandssemesters an der San Diego State University am Bass auszuhelfen. Er hat dann auch noch zu ein paar Tracks der CD die Bassspuren beigesteuert. Als das Semester vorüber war, musste er leider wieder zurück nach Deutschland, obwohl ich ihm sogar einen Heiratsantrag gemacht hab´, damit er sich eine Aufenthaltserlaubnis hätte erschleichen können, hehe! Während dieser Zeit schrieben wir weiter fleißig Songs und spielten einige Shows. Ron stieß dann auf Marty als Ersatz für Sebastian.

Bist du denn noch in Kontakt mit den anderen PSYCHOTIC WALTZ Mitgliedern?

Was die anderen PSYCHOTIC WALTZ-Mitglieder angeht, so habe ich zu

Buddy gar keinen Kontakt mehr, ich hoffe, ihm geht´s gut. Dan läuft mir

gelegentlich in einem Club oder sonst wo über den Weg, aber wir unternehmen nicht viel miteinander. Ward sehe ich jeden Monat mindestens einmal. Er hat einen Job als Mischer in einigen größeren Locations hier vor Ort, was er prima macht. Mit Brian telefoniere ich eigentlich ständig. Er arbeitet bei Guitar Center, einem großen Musikinstrumenteladen. Es geht ihm gut. Wir haben versucht, ihn dazu zu bringen, wieder mit uns Musik zu machen, aber er hat mittlerweile andere Prioritäten in seinem Leben. Phil beschäftigt sich mit Film- und Videoproduktionen, ist mittlerweile verheiratet und werdender Vater. Seit PSYCHOTIC WALTZ sich aufgelöst haben, hatte er keinen Bass mehr in der Hand.

Von Buddy hat man ja merkwürdige Geschichten gehört, dass er sozusagen aus den USA fliehen musste und nach Österreich gezogen ist, wo er jetzt leben soll…weißt du darüber näheres?

Alle Gerüchte, dass Buddy aus den Staaten fliehen musste, sind unwahr. Ich

vermute, dass er einfach nur verduftete, ohne jemandem Bescheid zu geben, um Alimentezahlungen und Kreditkartenschulden zu umgehen. Seine Schuldner riefen mich im Laden an, weil sie nach ihm suchten, nachdem er abgezischt war. Ich sagte ihnen, sie sollen Dan belangen, hehe – nur Spaß!

Gut…zurück zur CD…legen wir sie mal ein…. WOW! Sehr cooles Riffing…yes, großartiges Break…diese Rhythmus-Sektion rult! Aber der Sound ist ganz schön modern…sieht so aus als hättet ihr eine ganze Menge MESHUGGAH oder ähnliches gehört. Ich hätte ja eigentlich etwas eher Traditionelles erwartet…

Steve: Über all die Jahre hinweg, die ich nun schon Musik mache, versuche

ich moderne Einflüsse in meine Songs einzubinden. Schon immer inspirierte mich neue Musik. Wenn ich für die Band Songs schreibe, verbinde ich diese

Einflüsse mit dem, was mich als Gitarristen ausmacht und was ich bis dahin

musikalisch gemacht habe. Ich versuche mir insofern treu zu bleiben, als dass Leute erkennen sollen, dass es nach wie vor meine Art Gitarre zu spielen ist, und zugleich bastle ich viel an meinen neuen Ideen rum, so dass sie dennoch frisch klingen. Es ist echt ein Geschenk des Himmels, mit Leuten wie Norm und Ron Musik zu machen, da sie jede meiner Ideen aufgreifen und sie immer auf´s nächste Level bringen. Ganz egal, ob ein Riff nun eher einen alt- oder neumodischen Touch hat, ob er von Prog beeinflusst wurde oder in die Hardcore-Ecke tendiert, ich kann mich darauf verlassen, dass sie ihr Bestes aus sich herausholen.

…der Sänger setzt ein…uh…ganz schön heftig…mit dieser hohen Stimme dürften einige Leute ihre Schwierigkeiten haben…hört sich manchmal an wie eine extreme Version von Dave Mustaine, hehe…aber anscheinend soll er das PSYCHOTIC WALTZ-Material fast besser singen als Buddy selbst…

Norm: Meiner Meinung nach hat er eine grandiose Stimme, die sich zudem von

vielen anderen abhebt. Ich finde weniger, dass er nach Dave Mustaine klingt, eher nach Ozzy. Er probiert auf der CD aber auch viele andere verschiedene Gesangsstile aus, beispielsweise eine tiefere Stimme oder auch einen kräftigen Grunzer oder Schrei. Er hat die Fähigkeit, jeden Ton zu treffen, den er will und besitzt eine differenzierte Aussprache und Betonung. Ron kann Bruce Dickinson´s Vocals in seiner Tribute-Band erstklassig kopieren, so dass es für ihn nicht weiter schwer war, mit Buddys Art zu singen klarzukommen.

In der Musik hört man noch immer diese PSYCHOTIC WALTZ-Einflüsse heraus. Ist das etwas, dem ihr einfach nicht entkommen könnt? Oder ist es so, dass das eure Fans einfach aus eurer Musik heraushören wollen, egal ob der Einfluss da ist oder nicht?

Steve: Der PSYCHOTIC-Einfluss kommt sicherlich daher, dass Brian, Dan, Buddy und ich als Songschreiber alle zur gleichen Zeit aufwuchsen und die gleiche Musik hörten. Buddy und ich liebten RAINBOW und BLACK SABBATH, während Dan und ich auch beide von einem anderen lokalen Gitarristen namens Craig Goldy beeinflusst wurden. Brian und ich fuhren zudem völlig auf all die alten Sachen ab, AC/DC, ACCEPT, MERCYFUL FATE und so. Schon 1988 half er bei meiner damaligen Band aus, um einen Set mit MOTÖRHEAD-Coverversionen runterzuzocken. Es ist also keinesfalls eine bewusste Entscheidung, PSYCHOTICs Sound nachzueifern, sondern passiert einfach von ganz alleine.

Die Musik ist ziemlich komplex, tritt aber gleichzeitig auch ordentlich Arsch. Nicht viele Bands können anspruchsvolle Musik mit einem derartigen Kick umsetzen…

Steve: Als großen Musikfan, der ich bin, bewegt es mich am meisten, wenn es

einem Künstler gelingt, den perfekten Mittelweg zwischen Kopf und Herz zu

finden. Ich hatte schon immer den Drang, ein guter Musiker zu werden und mich mit ebenbürtigen Leuten zu umgeben, so dass ich komplexes Riffing und

komplizierte Arrangements anbringen kann, doch ohne Herz ist all die Komplexität nicht viel wert. Ich vergleiche es gerne mit Lyrik: Die einflussreichsten Dichter waren nicht zwangsweise die, welche die längsten Worte benutzten.

Schade dass keine Lyrics im Booklet sind. Es würde mich brennend interessieren, worum es darin geht…scheint ziemlich düsterer Stoff zu sein…

Steve: Ron ist ein eher altmodischer, sich an sprachlichen Bildern

orientierender Textschreiber. Er besitzt eine ungeheure Kreativität, wenn es darum geht, Zeilen voller dunkler und abwegiger Gedanken hervorzubringen. Was die Inspirationsquelle angeht, bin ich mir nicht ganz sicher, aber ich weiß, dass Ron ein großer Fan von modernen Horrorfilmen ist. Incantation ist von dem Film Evil Dead 2 beeinflußt, alle Samples in dem Song wurden aus den Dialogen des Films zusammengebastelt. Vielleicht sollten wir einfach die Texte auf unsere Homepage (www.teabagmetal.com) stellen?!?

Oh…da gibt es ja doch noch eine Thankslist auf der Innenseite der CD-Hülle…mal schauen…ihr dankt dort einigen Labels, darunter auch größere Sachen…die Band selbst hat aber kein Label, das Album ist eine Eigenproduktion. Wie kommt es? Die Musik ist absolut proffessionell, wobei sie natürlich nicht unbedingt die breite Masse anspricht…

Norm: Viele Leute auf der Dankesliste sind Geschäftsfreunde, mit denen ich

durch meinen Laden zu tun hab´. Als Plattenladenbesitzer habe ich ständig mit Plattenfirmen und Leuten in der Musikindustrie, die mir über die Jahre hinweg geholfen haben, zu tun. Durch die Radiosendung habe ich noch mal einen ganz anderen Einblick in das Business gewonnen und auch da einige Freunde gefunden. Es hätte nur so komisch ausgesehen, wenn meine Dankesliste so ewig lang ist, während alle anderen ihre sehr kurz hielten. Also machten wir einfach eine große draus. Was TEABAG angeht, so sind wir nach wie vor nahezu unbekannt. Zum Glück besitzt Steve sein Heimstudio, so dass die Finanzen kein Problem waren. Wir entschieden uns, den Underground-Weg zu gehen und unser Fundament ganz an der Basis zu legen. Die CD ist über all die in der Liste erwähnten Labels auf dem Postweg zu bestellen oder eben über unsere Website. Wir sind nun auf der Suche nach einem Label in Europa, welches unsere CD lizenzieren möchte. Hoffentlich interessiert sich jemand dafür!

Und noch ein Name fällt auf…Sebastian Schult…du hast ja vorher schon kurz von unserem Drachen erzählt, aber lass uns doch mal noch ein paar peinliche Geschichten aus seiner TEABAG-Zeit von ihm hören, einfach zu unserem persönlichen Amüsement…

Steve: Eines Abends gingen meine Frau und ich mit Sebastian in einem

mexikanischen Restaurant essen und fraßen, bis wir knapp davor waren zu platzen. Danach dachten wir, er würde vielleicht gerne sehen, wie das Oktoberfest hier in der Stadt gefeiert wird, also gingen wir dort auf ein Bier hin. Es war so überfüllt und so ein Gedränge, dass Sebastian plötzlich bleich wie ein Gespenst wurde vor Übelkeit, so dass wir heimgehen mussten. Tja, ich kann mich auch noch gut an mein erstes Bier erinnern, hehe…

(Anm. Sebastian: War wohl eher der Alkohol in Verbindung mit unvernünftigem

Fresswahn und dem Gestank von Sauerkraut und Bratwurst, hehe…)

In den USA scheint ihr ja sehr viel live zu spielen, unter anderem auch mit größeren Bands wie PAPA ROACH, MOTÖRHEAD, SAXON, NEVERMORE, usw. Dabei scheint es egal zu sein, ob es eher traditionelle oder modernere Bands sind, mit denen ihr auftretet. Denkst du, dass TEABAG einen Sound besitzt, der bei den verschiedensten Fanschichten funktioniert?

Steve: In San Diego wie eigentlich in ganz Amerika ist der Metal aus Sicht

der Fans nicht so in tausend Stilrichtungen unterteilt wie in Europa. PAPA

ROACH, MERCYFUL FATE, SAVATAGE und DOKKEN werden alle gleichermaßen als Metal betrachtet, kaum zu glauben, was? Das hilft uns dabei, auf so unterschiedlichen Billings gut anzukommen. Wir sind live heavy, energiegeladen, laut und überzeugend. Zudem spielen wir meistens nur eine halbe Stunde lang im Vorprogramm größerer Acts, da bleibt den Leuten keine Zeit, loszurennen, um fauliges Obst zu kaufen und auf uns zu werfen, wenn´s ihnen nicht gefällt.

Was sind eure Erwartungen mit der Band? Mit PSYCHOTIC WALTZ hattet ihr ja eine Art Kultstatus, speziell in Europa, habt ihr da nicht Angst, dass euch die Leute immer mit der Musik von PW vergleichen werden, so wie es zum Beispiel bei DARKSTAR der Fall ist?

Norm: Ich hege keinerlei Erwartungen. Klar wünsche ich mir, noch mal einen

ähnlichen Kultstatus wie mit PSYCHOTIC WALTZ zu erreichen, aber wenn das nicht hinhaut, macht es mir nichts aus. Ich mache Musik, weil ich gerne live auftrete und beim Aufnehmen das Maximum rausholen möchte. Ich bin also zufrieden, solange wir live rocken und gute Musik, hinter der ich stehen kann und von der ich vollauf überzeugt bin, aufnehmen. Dass wir dem Vergleich mit PSYCHOTIC WALTZ nicht aus dem Weg gehen können, ist mir klar, da wir damals eine einzigartige, gute Band waren, also werden uns stets Leute daran messen. TEABAG hat auf alle Fälle auch mehr mit PSYCHOTIC WALTZ zur A Social Grace-Ära gemeinsam als DARKSTAR.

Ich habe gehört, dass Norm im Inlay des neuen KING DIAMOND als Horseman in Erscheinung tritt…wie kam´s denn dazu?

Norm: Trav Smith war für deren Cover zuständig. Ich glaube, ich stelle im

Inlay eine Figur namens O´Brian von den ´Dark Horsemen´ dar. Meine Ex-Freundin ist als Abigail auf dem Cover vorne drauf.

Ein anderes Gerücht, das Norm betrifft: Stimmt es, dass er auf der ersten PSYCHOTIC WALTZ Tour im Winter nach Europa kam und lediglich Shorts dabei hatte?

Norm: Ja, das stimmt. Auf dem Weg nach Europa ging mein ganzes Gepäck mit

allen Klamotten von mir verloren. In Kalifornien war ich natürlich in

Shorts und T-Shirt in den Flieger gestiegen. Ich kaufte mir sofort eine Jacke und lieh mir von Brian ein Paar Jeans. Später schickten mir meine Eltern dann per FedEx einige Kleider hinterher, aber am ersten Tag fror ich mir beinahe die Eier ab!

Ihr Jungs seid ja aus San Diego, einer der wärmsten Orte in den Vereinigten Staaten…was pisst euch so sehr an, dass ihr solch aggressive Musik spielt, anstatt BEACH BOYS-mässigem Surf-Rock zu machen und am Strand rumzuhängen?

Steve: Ich liebe das Wetter hier, aber ich war noch nie ein großer

Strandfreund. Ich bekomme immer gleich einen Sonnenbrand, und das Wasser ist meistens auch zu kalt zum Baden. Witzigerweise fing ich damals in einem Sommer an, mir das Gitarrespielen beizubringen, in dem meine Familie ständig Urlaub am Mission Beach hier in San Diego machte. Während sie sich Hautkrebs holten, hockte ich drinnen und übte OZZY- und UFO-Songs.

Norm, du hast einen Metal-Laden in San Diego. Wie überzeugst du junge Leute anständige Musik wie TEABAG zu kaufen, anstatt das neue LIMP BISKIT Album?

Norm: Das macht mir nix aus. Wenn jemand mir 15 $ für einen Riesenmist geben will, so verkaufe ich ihm einen Riesenmist. Ich verkaufe allerdings kaum Rap-Rock, sondern mehr Power, Black und Death Metal und halt die alten

Klassiker. Viele Jugendliche finden im Moment Zugang zu dem ganzen Untergrundkram, indem sie sich die Radioshow anhören und im Laden vorbeischauen. Natürlich kann ich´s nicht lassen, ihnen auch meine eigene Band anzupreisen, unsere CD ist schließlich billiger.

Was ist euer Lieblingsvorurteil gegenüber Deutschen?

Norm: Ihr Deutschen esst zuviel Schnitzel!

Steve: Mir fällt da die amerikanische Parodie-Fernsehserie Hogan´s Heroes

ein, die im Zweiten Weltkrieg spielt.

Ich kann mir die PSYCHOTIC WALTZ Fragen einfach nicht verkneifen: Wenn ihr auf die Zeit mit PW zurückblickt, was habt ihr für euch aus dieser Zeit herausgezogen? Was waren die besten, seltsamsten, lustigsten oder traurigsten Momente die ihr mit der Band hattet? Was denkt ihr ist bei PW schief gelaufen?

Norm: Das Lustigste war, wie wir an der österreichischen Grenze rausgezogen

wurden. Ich bekam es mit der Angst zu tun und schluckte einen Haufen Gras und Hasch runter. Du kannst dir vorstellen, wie fucked up ich am nächsten Morgen aufgewacht bin! Brian hat es alles auf Video aufgenommen. Mir wurde so was von übel, ich kotzte, schlief weiter und spielte danach den Gig. Der traurigste Moment war hingegen die Bandauflösung nach unserer Rückkehr von der zweiten Bleeding-Tour. Meine Lieblingsmomente mit PSYCHOTIC WALTZ waren wohl der Auftritt beim Dynamo vor 30.000 Leuten und als Chuck, Steve und Gene von DEATH zu einer unserer Shows in Holland kamen. Wir rauchten was mit ihnen, spielten den Gig und hingen danach mit ihnen und Scott Burns noch gemütlich ab. Chuck war unheimlich nett, ruhe in Frieden, mein Freund!

Was waren die letzten drei Alben, die ihr euch gekauft habt oder die euch besonders beeindruckten?

Norm: Da ich durch den Laden Hunderte von Promos bekomme, kaufe ich selber

keine CDs mehr. Ich kann mich nicht auf die besten Drei beschränken…am

liebsten gebe ich mir zur Zeit SYSTEM OF A DOWN – Toxicity, NEVERMORE – Dead Heart In A Dead World, ABSU – Tara, DIMMU BORGIR – Puritanical…, PISSING RAZORS – Where We Come From, KREATOR – Violent Revolution, MEMENTO MORI – La Danse Macabre, MEMORY GARDEN – Mirage, alles von MESHUGGAH, DYING FETUS – Destroy, BURNING INSIDE – Apparition und MAYHEMs Live-DVD. Ich könnte dir vermutlich noch 50 weitere nennen, die es alle auch unter www.bluemeanniemetal.com zu kaufen gibt.

Steve: Unser Norm, immer ganz der Geschäftsmann…

Was waren eure lustigsten Erlebnisse live auf der Bühne?

Steve: Da gibt es so viele…mal bin ich in ein Loch auf der Bühne getreten, mal hat´s mich auf den Allerwertesten gesetzt, einmal warf ich dabei das Ridebecken unseres damaligen Drummers um, dem das Teil voll in die Leistengegend krachte. Der lustigste Moment bei PSYCHOTIC WALTZ war bei einem Auftritt in Ungarn, während wir Stargazer von RAINBOW spielten. Ich kam auf die glorreiche Idee, auf die PA-Boxen zu klettern. Der Haken an der Sache war, dass ich kein kabelloses System mehr benützte wie Jahre zuvor, als ich schon mal auf diese blöde Idee kam. Und so riss mich mein Gitarrenkabel von der Box wieder runter. Ich konnte mich nur noch mit einer Hand an einem Vorhang an der Bühnenseite festhalten und einen Fuß auf die Bühne bekommen. Buddy musste rüberkommen und meinen Arsch auf die Bühne zurückziehen.

Welche Person würdet ihr in eurem Leben gerne einmal treffen und warum?

Norm: Die Latin Pop Sängerin Shakira, der will ich mal auf den Arsch klopfen!


Fierce & Rachendrachen