SAMAEL: Der Beginn einer ’Neuen Ära’?

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Der Musiker an sich ist ja sehr eigen. Eine Portion Egozentrismus und Exhibitionismus gehört ebenfalls dazu, ständig über sich in Interviews zu reden und permanent vor Hunderten von Leuten aufzutreten. Und das ist gut so. Alles wohl dosiert, wohl bemerkt.
Manchmal erhält diese Mischung aber noch eine zusätzliche Dosis Sturheit. Oder was auch immer. Jedenfalls gehören SAMAEL zu den Bands, die alles andere als einfach sind. Nach dem Release von “Eternal“ im Jahr 1999 war die Band hauptsächlich damit beschäftigt, sich mit ihrem Label auseinander zu setzen, und völliger Frieden ist immer noch nicht eingekehrt.
Am Rande ihres Konzertes in Essen wollten wir einmal die Version der Band zu den Geschehnissen der vergangenen Jahre hören, denn es ist unendlich schade, dass eine der hoffnungsvollsten Band derart von der Bildfläche verschwindet.
Mir wäre es auch lieber gewesen, die Zeit für ein Interview zu nutzen, um mit SAMAEL z.B. einmal ausführlich über die wirklich interessanten Texte zu sprechen, in den oft auf Mystiker, Kabbalistik, etc. Bezug genommen wird. Hoffentlich ist das nächste Interview bei vampster Anlass, eben über diese Dinge zu sprechen, über kreative Dinge, und nicht über Reibereien und Plänkeleien…

Euer letztes Album erschien vor nunmehr vier Jahren– habt Ihr mittlerweile neues Material, um ein neues SAMAEL-Album veröffentlichen zu können?

Vorph: Nicht wirklich. Wir haben einige Ideen für ein neues Album gesammelt, aber keinen Song beendet, nur Material geschrieben und gesammelt. Es ist alles auf Tape, aber die Stücke müssen noch fertiggestellt werden. Wie Du ja weißt, hatten wir einige Probleme mit unserer Plattenfirma und wollten ihnen das Material nicht geben. Wir haben zwar versucht, eine Einigung zu erreichen, aber das hat nicht geklappt. Da wir aber etwas abliefern mussten, haben wir halt dieses Projekt gestartet, ERA ONE, was ausschließlich aus elektronischer Musik besteht, also Programmierungen, Keyboards und Vocals. Wir werden das Material heute in der Umbaupause vor unserem Auftritt spielen, damit die Leute einen Eindruck von den Songs bekommen.

Warum dieses Projekt, warum keine neue SAMAEL-Scheibe?

Wir hatten keine Lust, keine Motivation, eine neue SAMAEL-Scheibe zu schreiben. Wofür? Wir wussten, dass wir es nicht so machen konnten, wie wir wollten. Wir wussten, wir würden nicht das Budget erhalten, das wir gerne bekommen hätten, es wäre nicht das Album geworden, was wir gerne gemacht hätten. Und wenn man einfach nicht das notwendige Feeling hat, eine Sache anzugehen, dann bringt es letztlich niemandem etwas. Xy sagte irgendwann: ’Okay, wenn ich es machen muss, dann mache ich es’, aber das notwendige Feeling kam nicht wirklich auf.

Aber man sammelt doch ständig Ideen, so dass Material für das nächste Album mehr oder weniger irgendwann fast automatisch zusammenkommt?

Vorph: Wenn das Label ein neues SAMAEL-Album haben möchte, dann können wir schon ausreichendes Material dafür vorlegen. Es müsste zusammengestellt werden und wir müssten sehen, mit dem wir zusammenarbeiten, aber es würde nicht sehr lange Zeit in Anspruch nehmen. Wir sind nicht so faul, wie es von außen erscheinen mag (lacht)

Also war dieses ERA ONE-Material nie für eine SAMAEL-Scheibe gedacht, wie teilweise behauptet wurde?

Vorph: Nein. Die Sache ist, dass wir Century Media das Material gegeben haben, um die Dinge ans Laufen zu bekommen, vor allem, was die Gelder betrifft, die sie halt eingefroren hatten, also mussten wir warten, bis wir ihnen Material abgeliefert hatten. Und jetzt wissen sie nicht, was sie damit machen sollen. Erst hieß es, dass es zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden soll, aber man hat uns kein Veröffentlichungsdatum genannt. Ich hoffe, das es noch vor dem Sommer erscheinen wird, aber das steht meines Wissens noch nicht fest. Ich habe auch noch mit keiner verantwortlichen Person gesprochen.

Es gab Berichte, die Euch allein die Schuld für diese Verzögerungen etc. zugeschrieben haben, sowohl was neues SAMAEL-Material als auch das Projekt betrifft …

Vorph: Aber ein weiteres Problem mit diesem Projekt war, dass als wir es aufnahmen, wir kein Geld von Century Media bekamen. Also haben wir alles selbst übernommen und es Zuhause aufgenommen, auf ein Band, und es dann in unserem Studio abgemischt. Century Media sagten dann, dass sie es veröffentlichen würden, uns aber vorher Geld zur Verfügung stellen würden, um in ein richtiges Studio zu gehen und das Material zu überarbeiten. Wir sind dann ins Woodhouse Studio hier in Dortmund gegangen, ein Studio, das wir sehr gut kennen, und mischten es ab. Century Media aber dachten, dass wir Gitarren hinzufügen und den Gehalt des gesamten Albums ändern würden, aber das war nie unsere Intention. Wir sind nie zu ihnen gegangen und sagten, dass wir Gitarren hinzufügen wollten, sie wollten es. Aber das hätte alles verändert und das war nie die Idee hinter dieser Sache. Wenn wir Material mit Gitarren aufnehmen wollen, dann machen wir das auch, aber nicht, um irgendwelche Leute zufrieden zu stellen. Das würde keinen Sinn machen.

Also wollten Century Media mehr oder weniger SAMAEL-Material haben…

Vorph: Ja, zumindest Metal-Material, denn in dieser Gattung verkaufen sie Platten und in diesem Bereich promoten sie Bands. Es ist schwieriger für sie, etwas anderes auszuprobieren. Sie wollten, dass wir diesen Weg gehen, aber im Grunde werden wir immer unseren eigenen Weg gehen.

Es gab dann ebenfalls Berichte, die Euch vorwarfen, dass Ihr für das Studio eben nicht den gesamten Betrag genutzt habt, den Euch CM zur Verfügung gestellt hatten, und das wurde mit dem Fehlen der Gitarren in Verbindung gebracht.

Vorph: Wir haben keine Gitarren verwendet, nein, und das ist die Sache. Natürlich haben wir das Geld verwendet, aber es kostete natürlich nicht so viel, wie sie und im Voraus dafür zur Verfügung gestellt hatten. Aber es gab weitere Zahlungen, die auftraten, und die sie leider nicht erwähnt haben. Und letztlich glichen sich die Beträge aus. Letztlich haben wir für alles bezahlt. Es macht keinen Sinn. Sie drehen es sich zurecht, und es ist ziemlich seltsam.

Ihr habt Euch angeblich darüber beschwert, dass ihr falsch promotet worden wärt – was passte Euch denn da nicht? Glaubt Ihr, dass es nach “Passage“ besser gewesen wäre, neben Promotion in den Metal-Magazinen auch Features in der Alternative-Presse zu bekommen?

Vorph: Kann sein, ja. Aber wenn man einen Plattenvertrag unterzeichnet, dann will man sich damit nicht auseinandersetzen und man hofft, dass die Band auf die bestmögliche Art und Weise promotet wird. Und je mehr man mit Leuten spricht, desto klarer wird es, dass die Leute der Band sehr offen gegenüberstehen und auch wollen, dass wir experimentieren. Natürlich haben die Metal-Fans eine gewisse Erwartungshaltung an unser Material und mögen bestimmte Dinge eher als andere, aber es wäre okay für sie, wenn wir verschiedene Dinge ausprobierten. Ich denke, dass SAMAEL ein weitaus größeres Publikum hätte ansprechen können, wenn man andere Sachen getan hätte. Aber wir sind nicht die einzige Band, die sich über die Arbeitsweise der Plattenfirma beschwert.

Denkst Du, dass Auftritte auf Festivals wie dem M’era Luna besser für Euch wären als z.B. das WFF?

Vorph: Mir ist es eigentlich egal, auf welchen Festivals wir spielen. Bis jetzt sind wir für dieses Jahr für das WFF gebucht, einem Metal-Festival, auf dem aber auch Hardcore-Bands auftreten. Und das ist völlig okay für uns, denn unsere Wurzeln liegen im Metal, damit haben wir angefangen. Wir mögen diese Atmosphäre wirklich, aber wir versuchen, das alles ein wenig auszuweiten. Wir haben vor einigen Jahren aber auch auf dem Wave-Gotik-Treffen gespielt (das war im Jahr 2000, an dem Samstag, bevor irgendwelche Personen mit der Kasse verschwanden – Anm. d. Verf.).

Das sind ja die Festivals, die ich meine, denn mittlerweile gibt es diese strikte Trennung zwischen Metal, Gothic, Alternative nicht mehr so strikt, und diese Festivals zeigen das ja sehr deutlich, zumal sie von den eben angesprochenen Alternative-Magazinen gesponsert werden…

Vorph: Century Media arbeiten z.B. mit einigen Magazinen seit sehr, sehr langer Zeit zusammen. Century Media und das Rock Hard verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Als sie anfingen, hatten sie Büros in einem Gebäude, so dass sie sich seit langer Zeit kennen. Aber ich habe nichts gegen diesen Journalisten vom Rock Hard. Sie haben es gegen unsere Interessen gedreht, aber letztlich macht das nichts.

Es wurde sich in diesem Artikel aber nicht auf Leute von Century Media bezogen, sondern auf Personen außerhalb der Band und ehemalige Label-Mitarbeiter…

Vorph: Ja, das weiß ich. Eine der Personen, auf die Bezug genommen wurde, ist Bobo, der auch jetzt unser Tourmanager ist, und ich weiß, was er gesagt hat, und das ist völlig okay für mich. Wenn wir etwas wollen, dann setzen wir es auch durch, egal wie, auch wenn einige Leute diese Einstellung nicht mögen oder nicht damit klarkommen.

Wenn man das sagt, was man denkt, ist es unangenehm für einige Leute …

Vorph: Genau so sieht es aus.

Nur haben Euch diese Auseinandersetzungen mit dem Label für circa vier Jahre aus dem Business herauskatapultiert – ist das eigentlich nicht ziemlich traurig…?

Vorph: Ja, wir mussten einiges ändern. Xy ist durch den Vertrag gegangen, wir mussten Anwälte kontaktieren. Das sind Dinge, die wir lieber gemieden hätten, die wir aber zu einem gewissen Zeitpunkt angehen mussten. Wir haben aber in dieser Zeit einiges über das Musikbusiness gelernt – nichts innerhalb der Musik, aber das, was drum herum passiert.

Und deshalb noch mal zu den Details – Ihr seid der Auffassung, dass Ihr noch ein weiteres Album bei Century Media veröffentlichen müsst, weil man zwei EPs einem Album gleichsetzen kann, während Century Media auf zwei Alben beharren?

Vorph: Ja, genau so sieht es aus. Und das ist auch genau die Sache – wir mussten diese Angelegenheit mit ihnen ausdiskutieren, hatten aber keinen direkten Ansprechpartner, da die Person, bei der wir den Vertrag unterzeichnet haben, vorgibt, nicht länger Teil des Unternehmens zu sein. Wir wissen überhaupt nicht, mit wem das Ganze nun auszuhandeln ist. Diese Person soll also nicht länger der Verantwortliche sein und alle Sachen sind in die USA verlegt worden. Dort heißen sie jetzt Century Media Inc.. So geben sie jetzt vor, dass Dortmund nur eine Art Zweigstelle und nicht mehr die Hauptgeschäftsstelle ist. Während des Gerichtstermins in Deutschland wurde uns mitgeteilt, dass wir im Grunde einen Prozess in den USA führen müssten. Wir haben also eine Menge Geld bezahlt, nur um das zu hören. Wenn wir es zuende führen wollten, müssten wir einen Prozess in den USA anstrengen, aber ich denke, wir belassen es dabei.

Wenn ich einen Vertrag in Deutschland unterzeichne, ist der doch wohl gültig? Ich kann doch einen Vertrag, der auf Gesetzen herzulande basiert, nicht auf einmal nach Gesetzen eines anderen Landes auslegen?

Vorph: Anscheinend können sie das. Alles wurde angeblich an eine Person verkauft, die aber natürlich bereits in der Firma war, jemanden, den wir seit langer Zeit kennen, jemand hier aus Deutschland. Es war eine interne Sache. Und wir waren die Angeschissenen.

War das zu der Zeit, als sie in den USA mit Nuclear Blast zusammengingen?

Vorph: Vielleicht. Ich weiß es nicht genau. Ich weiß nicht, wann das stattfand. Ich weiß nicht mal, wie die Situation genau aussieht mit den Labels.

Aber zurück zu den EPs…

Vorph: Wie gesagt – “Worship Him“ wurde von Century Media wiederveröffentlicht, und zusätzlich gibt es die beiden Mini-Alben – es könnte eine Option sein. Wir sehen es so, aber das Label sagt, man könne es nicht als solche sehen. Darüber müsste letztlich ein Richter entscheiden. Aber wir haben einfach keine Lust mehr, wieder vor Gericht zu erscheinen. Deshalb versuchen wir nun, einen verhältnismäßig glatten Weg aus der Sache zu finden. Wenn sie noch zusätzliches Material haben wollen, könnten wir ein weiteres Album dieses Projekts abliefern, was wir tun werden, wenn wir es müssen, um dann weiterzugehen und ein neues SAMAEL-Album zu veröffentlichen.

Ihr habt ja, während ihr “Passage“ aufgenommen habt, im Studio zusätzliches Material aufgenommen, welches später auf “Exodus“ verwendet wurde…

Vorph (unterbricht): … weil Century Media es so wollten. Die Idee mit einem Mini-Album entstand nach “Ceremony Of Opposites“. Und wir fanden die Idee wirklich sehr gut. Da es kein richtiges Album war, konnten wie ein wenig experimentieren. Eine EP kauft nicht jeder Fan, nur diejenigen, die wirklich daran interessiert sind, in welche Richtung man gehen möchte. Sie brachten diese Idee vor und wir fanden sie wirklich okay. So erklärten sie, dass wir während der nächsten Studiophase zusätzliche Songs aufnehmen sollten, um danach eine EP zu veröffentlichen. Und das war wirklich großartig. Nur für die Aufnahme von fünf Songs ins Studio zu gehen, ist etwas völlig anderes. Fünf Stücke extra aufzunehmen war gut, denn sie hätten auch auf “Passage“ selbst sein können, außer den beiden neu aufgenommenen Stücken natürlich, aber die neuen schon.

Also gab es bei “Eternal“ keine Leftovers?

Vorph: Nein, da nicht.

Aber hättet Ihr nicht irgendwelche Songs nehmen und andere Stücke neu aufnehmen können, um aus diesem Vertrag zu kommen, wenn Euch so viel daran liegt?

Vorph: Wir haben an alles Mögliche gedacht, auch an Re-Mixe. Aber wir brauchen ihr Einverständnis, sie müssen dem Vorschlag zustimmen. Zudem wollen wir auch nichts vorlegen, dessen wir uns schämen müssten. Und ERA ONE ist ein Projekt, aber es ist doch eng mit SAMAEL verbunden. Xy hat die ganze Musik geschrieben, ich steuerte alle Texte bei, und wir brachten alles zusammen. Der Spirit der Band ist schon vorhanden. Leute, die das Material gehört haben, sagten schon, dass es zwar nicht SAMAEL ist, man aber den Stücken deutlich anhört, wer sie geschrieben hat.

Also kann das Label darüber entscheiden, was genau gemacht wird und was auf das Album kommt?

Vorph: Eine der Diskussionen, die wir geführt haben, und worüber wir uns auch einigen konnten war, dieses Material unter dem Namen ERA ONE zu veröffentlichen, und nicht unter dem Namen SAMAEL. Wenn sie jetzt ihre Meinung ändern sollten, liegt es halt bei ihnen. Es würde natürlich einigen Ärger verursachen, da wir erklären müssten, was es damit auf sich hat. Aber wir müssen es halt abwarten. Wir werden erst einmal die Tour beenden und dann zu diesem Projekt zurückkehren. Wir sind zurzeit einfach nur glücklich, wieder zu touren.

Ist es nicht ein wenig ungewöhnlich gewesen, nach vier Jahren zu touren, ohne eine neue Scheibe veröffentlicht zu haben?

Vorph: Klar, wir werden zurzeit natürlich nicht wirklich promotet, das stimmt. Die Leute, die bei den Konzerten erschienen sind, sind diejenigen, die uns seit einiger Zeit kennen. Sie haben von dieser Tournee nicht aus Magazinen erfahren, sondern weil sie die Band seit längerer Zeit begleitet haben. Wir spielen auf dieser Tournee Stücke, die sie kennen, und außerdem haben wir nach dem Release von “Eternal“ nicht getourt, zumindest nicht in Europa. Für einige Leute sind die Songs, die wir hier spielen, neu, obwohl sie bereits vier Jahre alt sind. Wir haben zwar in den Vereinigten Staaten getourt, aber genau zu der Zeit, als das Album veröffentlicht wurde, nicht danach. Hier in Deutschland haben wir zusammen mit GRIP INC. zehn Shows gespielt, bevor “Eternal“ hier auf den Markt kam. Die einzigen Shows, die wir nach der Veröffentlichung von Eternal gespielt haben, war das Wave-Gotik-Treffen im Jahr 2000 und das Summer Breeze im vergangenen Jahr.

Diskussionen gab’s zudem um das Management – Ihr seid jetzt bei World Management, und lange Zeit vorher bei Direct Managment…

Vorph: Wir haben uns vor langer Zeit von Direct Managment getrennt. Danach hat sich Xy um Geschäftsangelegenheiten gekümmert, aber das war definitiv zu viel Aufwand. Danach hat sich jemand aus der Schweiz anderthalb Jahre lang um unsere Angelegenheiten gekümmert, und er musste all diese Schwierigkeiten ausstehen, und ab einem gewissen Punkt wurde es ihm einfach zuviel, also kündigte er. Und dann haben wir bei World Management angefragt. Wir kannten den Verantwortlichen zwar nicht persönlich, hatten aber von ihm von Bands gehört, die er ebenfalls managt. Er kümmert sich jetzt um alle Geschäftsbelange. Aber nach all den Erfahrungen, die wir gemacht haben, gehen wir auf Nummer Sicher, jemanden zu haben, der sich in unserem Sinne um die Sachen kümmert. Wir treffen die Entscheidungen, und er setzt sie um. Zuvor hatten wie diesen Einfluss nicht in diesem Masse.

Ihr habt durch diese ganze Situation auch Euren Gitarristen Kaos verloren…

Vorph: Irgendwie schon, ja. Er war hauptsächlich in der Band, um Gigs spielen zu können, dafür brauchen wir einen zweiten Gitarristen. Aber da es nichts zu tun gab, hat er sich auf andere Dinge konzentriert und wollte dann auch nicht länger bei SAMAEL weitermachen. Irgendwann rief er halt an und sagte, dass er aufhören wolle. Aber das ist mittlerweile bereits über ein Jahr her.

Xy hat ja mit War D. von ALASTIS zusammen Parallel Union Records – ist dieses Label auch weiterhin mit Century Media verbunden?

Vorph: Es war nicht wirklich an Century Media gebunden. Sie hatten sich bereit erklärt, den Vertrieb für das erste MY INSANITY-Album zu übernehmen. Da wir aber nicht länger zusammenarbeiten, ist diese Kooperation auch beendet. Der Vertrieb wird jetzt von einem französischen Label gemacht, welches einen europaweiten Verrieb hat.

Die “Black Trip“-DVD, die jetzt veröffentlicht würde – wie viel Einfluss hattet Ihr darauf?

Vorph: Gar keinen. Wir wurden irgendwann vor der Tour davon unterrichtet, dass es diese DVD geben würde. Wir hatten aber nicht wirklich etwas damit zu tun. Wir haben weder das Cover noch den Titel ausgesucht, nichts. Das einzige ist, dass wir darauf zu sehen, ansonsten hatten wir nichts damit zu tun. Wir haben es jetzt auf der Tournee das erste Mal gesehen, vor drei oder vier Tagen.

Seid Ihr zufrieden damit?

Vorph: Einige sagen, es wäre okay, mir persönlich gefällt es aber nicht. Ich hätte es anders gemacht. Und zu diesem Zeitpunkt hätten wir gar nichts gemacht. Nichts gegen DVDs, aber wir hätten solange damit gewartet, bis wir eine Idee, eine Vision gehabt hätten, hinter der wir gestanden und sie letztlich realisiert hätten. Bisher ist das aber noch nicht passiert. Vielleicht hatten Century Media Recht, es jetzt zu machen, weil wir einfach zu langsam waren, an eine visuelle Umsetzung zu denken. Vielleicht werden wir in einigen Jahren etwas haben, von dem wir denken, das es wert ist, umgesetzt zu werden.

Ich denke, es wäre gut gewesen, Extramaterial zu haben, vielleicht noch zusätzliche Bearbeitung des Sounds im Studio, etc…

Vorph: Ja, das wäre wirklich gut gewesen, aber das hätte höhere Kosten bedeutet, und deshalb haben sie es wahrscheinlich vorgezogen, es auf ihre Art und Weise zu machen, denke ich.

Nächstes Gerücht – Mass soll gesagt haben, dass falls CM nicht nachgibt, Ihr ein pinkes Cover verwenden würdet…

Vorph: Das ist Bullshit. Das ERA ONE-Cover ist pink, aber es ist ein Sonnenaufgang, der darauf zu sehen ist. Es ist pink, und es wird wieder eine Riesensache daraus gemacht. Klar, es ist pink und blau und was weiß ich, aber es ging nicht darum, irgendwelche Leute auf den Arm zu nehmen, sondern wir mochten diese Idee wirklich.

Ihr habt Euch jetzt in der ganzen Zeit hauptsächlich mit dem Geschäft auseinandersetzen müssen – erlebt man als Musiker dies als ziemlich großen Clash zwischen zwei Welten?

Vorph: Wie gesagt, wir haben in dieser Zeit viel gelernt, aber es ist ein Teil des Ganzen. Es ist ein Teil der Musik, und das müssen wir berücksichtigen. Aber es ist eine feine Linie, den künstlerischen Weg zu gehen und sicherzustellen, dass man Erfolg hat mit dem, was man macht.

Ich denke nicht, dass es viele Labels gibt, die wirklich daran interessiert sind, was mit einer Band geschieht oder gar, wie sich eine Band fühlt bei bestimmten Dingen…

Vorph: Ich denke, Labels werden aus bestimmten Motiven gegründet, und meistens wollen sie Bands unter Vertrag nehmen, hinter denen sie stehen. Aber manchmal ändert sich das.

Aber Ihr sucht jetzt ein neues Label?

Vorph: Wir wollen erst einmal dies alles klären, und dann wollen wir weitergehen. Sicher. Das hat Priorität. Aber wir sind definitiv zurück!