PROFUNDI: Lieber 100 Alben an echte Fans verkaufen als eine Million an beschissene Trendys

Mit "The Omega Rising" hat der ehemalige NAGLFAR-Frontmann Jens Ryden, Anfang des Jahres das viel versprechende Debüt seines neuen Projektes PROFUNDI veröffentlicht, was mehr als Grund genug war bei ihm nachzuhören, was er so getrieben hat seit seinem Ausstieg bei NAGLFAR. Während er allgemein recht auskunftsfreudig war, wurde er doch recht einsilbig wenn die Sprache auf seine alten Kampfgefährten kam.

Mit The Omega Rising hat der ehemalige NAGLFAR-Frontmann Jens Ryden Anfang des Jahres das viel versprechende Debüt seines neuen Projektes PROFUNDI veröffentlicht, was mehr als Grund genug war, bei ihm nachzuhören, was er so getrieben hat seit seinem Ausstieg bei NAGLFAR. Während er bei allgemein recht auskunftsfreudig war, wurde er doch recht einsilbig, wenn die Sprache auf seine alten Kampfgefährten kam.

Vor 2 Jahren hast du dich bei NAGLFAR verabschiedet, um dich deinem Studium zu widmen. Was studierst du, und wie weit bist du mit deinem Studium?

Ich hatte die Möglichkeit, Graphik-Design an einer wirklich guten Schule in Stockholm zu studieren. Dafür habe ich mich schon lange interessiert und ich war fest entschlossen, mich weiter zu entwickeln und meine Fertigkeiten auf diesem Gebiet zu verbessern. Diese Studium war genau das, was ich gebraucht habe, also bin ich umgezogen und habe die Band verlassen.
Inzwischen bin ich mit dem Studium fertig und arbeite als Art-Director für ein Magazin. Dieser Job gibt mir die Befriedigung, die ich lange gesucht habe und ganz ehrlich: Ohne dieses Studium wäre ich nicht in der Lage gewesen, diesen Punkt zu erreichen. Es war also nicht vergebens.

Nun hast du mit PROFUNDI ein neues Projekt am Start. Wann hast du wieder das Verlangen gespürt, dich musikalisch zu betätigen?


Sofort! Weißt du, viele Leute glauben, dass ich aufgehört hätte Musik zu machen, aber das stimmt nicht. Als Musiker und Komponist habe ich den verdammten Drang, diese Töne zu erschaffen, die in meinem Kopf entstehen. Das ist nichts, womit ich einfach aufhören kann. Nein, ich schreibe in Gedanken immer Musik, ob ich nun plane das zu tun oder nicht.

Aber ich habe mich entschieden, dieses Album für mich zu behalten, während ich daran arbeitete. Also habe ich sowohl das Projekt PROFUNDI, als auch das Album erst bekannt gegeben, als das Album fertig gestellt war und ein Veröffentlichungstermin feststand. Ich wollte beschissene Fragen vermeiden wie Ich habe von deinem neuen Projekt gehört, wann kommt dass Album raus?, weil so etwas nur meine Konzentration gestört hätte. Die Leute haben also gedacht, ich hätte aufgehört Musik zu machen, aber das habe ich nie getan. Ich habe die ganze Zeit Musik geschrieben und aufgenommen. Ich habe es nur für mich behalten, bis ich fertig war.

Musikalisch entfernst du dich mit PROFUNDI nicht zu weit vom NAGLFAR-Sound. Würdest du mir zustimmen wenn ich sage, dass The Omega Rising teilweise nach Sheol klingt, nur dass die melodischen Lead-Gitarren bei The Omega Rising nicht in dem Maße auftreten wie eben bei den NAGLFAR-Alben?


Ich denke jeder Hörer sollte sich seinen eigenen Eindruck davon machen, wonach es klingt oder was es ähnelt. Einige Leute scheinen zu glauben, dass es sich nach meinen vorherigen Sachen anhört, während andere denken, dass ich meinen persönlichen Weg gefunden habe. Ich persönlich kümmere mich nicht darum, was die Leute denken. Ich schreibe diese Musik nur für mich, nicht für eine gierige Plattenfirma, nicht für irgendwelche korrupten Magazine und auch nicht, damit es den Fans gefällt. Ich mache die Musik, die ich selber höre – das ist meine Vision davon, wie extreme Musik klingen sollte. Und wenn das irgendjemanden an irgendetwas anderes erinnert – fein.

Welche Bands würdest du als deine Haupt-Einflüsse beim Songwriting bezeichnen?


Zu viele, um Sie aufzuzählen. Ich habe in all den Jahren so viele Inspirationen gesammelt und wenn es nur unterschwelliges Zeug ist. Ich habe alles vom frühen Death Metal über Thrash bis Black Metal als Inspiration genutzt, nicht zu vergessen auch Film-Soundtracks und ähnliche Sachen. Aber während meines Studiums bin ich durch Projekte mit anderen Underground-Musik-Szenen in Berührung gekommen. Ich rede hier von der DIY Hardcore-Szene und der Chiptune-Underground-Szene. Auch wenn die Musik weit von dem entfernt ist, was ich mit PROFUNDI mache, wurde ich trotzdem von diesen Musikern und Künstlern und ihrem Umgang mit ihrer Szene und der Herangehensweise an die Musik-Industrie inspiriert. Ich schätze mal, dass mich das noch mehr davon überzeugt hat, dass es eine der größten Prioritäten meiner Musik sein sollte, aufrichtig zu sein. Es war großartig, Underground-Szenen zu entdecken, die in vielen Dingen der Metal-Szene ähnelten, bevor diese zu sehr ausgebeutet wurde.

Die Produktion der Scheibe geht zwar größtenteils in Ordnung, ist aber teilweise etwas matschig ausgefallen. Denkst du im Nachhinein, dass es vielleicht besser gewesen wäre, einen externen Produzent hinzu zu ziehen?

Nein, niemals. Ich habe dieses Album alleine aufgenommen und diese Erfahrung war so gut, dass ich wohl nie wieder in einem normalen, professionellen Studio aufnehmen will. Dieses Mal lag alles bei mir, alle Entscheidungen und Deadlines. Normalerweise gibt es immer ein Budget das irgendwann aufgebraucht ist, so dass du nicht jedes kleine Detail hundertprozentig fertig stellen kannst, weil dir einfach die Zeit dafür fehlt. Das ist sehr ärgerlich. Von daher konnte ich mir diesmal Zeit lassen und allem den letzten Schliff geben, bis ich der Meinung war, dass das Album fertig ist.

Profundi
Ich verbringe meine Zeit lieber damit, neues Material zu schreiben, anstatt nach Session-Musikern zu suchen und ihnen den ganzen Scheiß beizubringen. Ich habe fast jeden Gig gespielt, von dem ich je geträumt habe und jetzt suche ich nach neuen Erfahrungen. – Liveshows sind von PROFUNDI nicht zu erwarten.

Außerdem bin ich es satt mit Tontechnikern zu arbeiten, die dies oder das denken. Ich bin müde jemandem zu erklären, wie eine gute Metal-Snare-Drum klingen muss, ich habe es satt zu erklären, warum Death Metal-Gitarren eben einen bestimmten Klang haben müssen. Das endet immer in einem beschissenen Kompromiss zwischen meiner Vision des Sounds und der Meinung des Tontechnikers, der aber normalerweise nicht die geringste Ahnung hat, worum es bei meiner Musik geht. Er versteht nicht, welche Vision ich mit meinen Songs aufbauen möchte. Er hat nicht einen einzigen Ton des Albums geschrieben, denkt aber trotzdem am besten zu wissen, wie mein Album klingen sollte. Das mag ich nicht. Nun, ich respektiere wenn du denkst, dass die Produktion nicht gut ist, aber ich habe genau den Sound bekommen den ich haben wollte. Ich habe mich bemüht, dass der Sound nicht zu verweichlicht kristallklar klingt, weil das einfach nicht brutal genug ist und ich wollte keinen rohen Oldschool-Sound, da das einfach langweilig klingt. Ich glaube ich habe eine Mischung aus beidem gefunden, die perfekt zu meiner Musik passt. Es gibt aber immer Raum für Verbesserungen und die nächste PROFUNDI-Veröffentlichung klingt vielleicht ein wenig anders. Du wirst wohl einfach abwarten müssen, aber ich kann dir versichern, dass es eine massive Soundwand werden wird, wie auch die Produktion von The Omega Rising

Hast du vor mit PROFUNDI auch Konzerte zu spielen oder bleibt es bei einem reinen Studio-Projekt? Wenn ja – hast du dir schon Gedanken über ein mögliches Live-Line-Up gemacht?


Ich habe nicht vor live zu spielen. Ich verbringe meine Zeit lieber damit, neues Material zu schreiben, anstatt nach Session-Musikern zu suchen und ihnen den ganzen Scheiß beizubringen. Ich habe fast jeden Gig gespielt, von dem ich je geträumt habe und jetzt suche ich nach neuen Erfahrungen. Ich habe PROFUNDI nicht gegründet, um mich zu wiederholen, nicht wahr? Ich bemühe mich um neue Erfahrungen, weil mich das als Künstler wachsen lässt und auch mein handwerkliches Können verbessert. Das ist der Grund aus dem ich die kompletten Aufnahmen und den Mix alleine gemacht habe: um eine neue Erfahrung zu machen. Ich habe schon viele Male in Top-Studios aufgenommen und das Ergebnis war gut bla bla bla… Das langweilt mich. Anstatt mich also zu wiederholen und auf Nummer sicher zu gehen, tue ich lieber etwas anderes und das schließt auch das ganze Thema Live-Shows mit ein. Das ist für mich persönlich der Hauptaspekt bei PROFUNDI.

Du hast sämtliche Instrumente auf The Omega Rising selbst eingespielt. Was hat dir die meisten Schwierigkeiten bereitet und was ging dir am einfachsten von der Hand?


Das schwierigste waren wohl die Gitarrenleads… Ich habe Gitarrenleads nicht sehr viel geübt, musste also im Grunde genommen bestimmte Gitarren-Techniken lernen, um die Soli zu spielen, die ich im Kopf hatte. Das war also ganz schön harte Arbeit für mich. Ich könnte nicht sagen, dass irgendetwas besonders leicht war. Auch wenn die Rhythmus-Gitarre normalerweise kein Problem ist, versuche ich trotzdem einige Riffs zu schreiben, die technisch schwierig zu spielen und etwas herausfordernder sind. Ich will mich mit jeder Aufnahme, die ich mache, verbessern und es würde mich langweilen, wenn ich ein Album aufnehmen würde, bei dem ich mein handwerkliches Können nicht irgendwie verbessert hätte. Ich habe auch schon Vocals für viele Alben abgeliefert und hätte diese sicher recht schnell aufnehmen können, wenn ich gewollt hätte. Aber stattdessen habe ich die Latte etwas höher gehängt und versucht, mich zu fordern und ich habe hart gearbeitet um meine persönlich beste Gesangsleistung bisher abzuliefern. Ich denke dass Ergebnis ist wirklich gut geworden.

Vermisst du das Gefühl einer richtigen Band oder bist du eher froh darüber keine Kompromisse eingehen zu müssen und alles so machen zu können wie du willst?


Es ist natürlich eine Kombination aus beidem. Manchmal ist es schön einfach im Proberaum rum zu hängen und so. Aber wenn es ans Songwriting geht bevorzuge ich es definitiv alleine zu arbeiten. Wie du schon sagtest, muss ich dann keine Kompromisse eingehen und bin in der Lage die Vision des Songs zu realisieren, die ich im Kopf habe. Kompromisse einzugehen heißt normalerweise meine Ideen mit denen von jemand anderem zu mischen. Wenn ich Songs schreibe, will ich eine Übersicht über den Song als Ganzes, als auch über all die Details in ihm haben. Ideen mit jemand anderem zu mischen, zerstört diese Übersicht. Sicher, der Song kann auch so gut werden, aber ich denke immer noch dass meine eigenen Arrangements ein Stück besser sein könnten.

Hast du vor auch bei weiteren PROFUNDI-Alben alles im Alleingang zu machen? Hast du eventuell vor, mal etwas mit Gastmusikern zu machen? Wenn ja, schwebt dir jemand bestimmtes vor?

Ja, ich bin fest entschlossen PROFUNDI als Ein-Mann-Projekt zu belassen und da ich mit dem Album sehr zufrieden bin, sehe ich auch keinen Grund, jemand anderen zu involvieren. Gast-Musiker dazu zu holen würde ebenfalls zu Kompromissen führen. Einerseits wäre es natürlich toll, mit einem echten Schlagzeuger zu arbeiten, aber was ist, wenn er oder sie nicht das spielen kann, was ich mir vorstelle oder mal ein Drum-Break in seinem eigenen Stil spielen will. Schon hast du wieder einen Kompromiss. Das mag lächerlich wählerisch klingen, aber wenn jemand ein Riff nicht genau so spielen kann, wie es klingen soll, bin ich einfach nicht zufrieden. Dadurch, dass ich alles alleine mache, kann ich sicherstellen dass alles richtig klingt.

The Omega Rising ist beim mir bisher unbekannten Label Viva Hate Records erschienen. Gab es schlicht und ergreifend keine Angebote größerer Labels oder aus welchem Grund hast du dich für die Veröffentlichung über dieses Label entschieden?

Ich habe mit einem Haufen Labels in Kontakt gestanden. Alles von extrem kleinen Underground-Labels bis zu größeren Firmen. Ich habe auch mit einigen Labels geredet, die das Album wirklich gemocht haben, es aber aus verschiedenen Gründen nicht veröffentlichen konnten. Aber ich habe mich dafür entschieden zu einem kleineren Label zu gehen, weil sich das für mich am aufrichtigsten anfühlte. Meine Wurzeln sind in der Underground-Szene und nun möchte ich einen Schritt dorthin zurück machen. Meiner Meinung nach ist der Underground das Fundament, auf das sich dieses ganze musikalische Genre stützt. Ich habe hier die engagiertesten und aufrichtigsten Menschen gefunden. Ich hatte schwere Zeiten mit der Arbeitsweise größerer Firmen und wenn du mich fragst, ist deren Priorität Profit zu machen und nicht die Qualität der Metal-Szene selbst zu fördern. Ich denke die Ausbeutung der Szene ist einfach zu weit gegangen und von daher ist es mir wichtig, einige der Figuren zu umgehen, die für diese Ausbeutung verantwortlich sind. Es war also letztendlich recht offensichtlich, dass ich mich für ein Underground-Label entscheiden würde.

Wie sieht es denn mit dem Vertrieb aus? Hier ist The Omega Rising in den größeren CD Läden nicht erhältlich. Auch bei amazon ist die CD nicht gelistet und somit nur über Metalbörsen und einige Mailorder Firmen erhältlich.

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Ich hatte schwere Zeiten mit der Arbeitsweise größerer Firmen und wenn du mich fragst, ist deren Priorität Profit zu machen und nicht die Qualität der Metal-Szene selbst zu fördern. Ich denke die Ausbeutung der Szene ist einfach zu weit gegangen und von daher ist es mir wichtig, einige der Figuren zu umgehen, die für diese Ausbeutung verantwortlich sind. – Jens Ryden 2007

Wie du schon erwähntest ist Viva Hate ein kleines Label mit begrenztem Vertrieb. Ich habe damit kein Problem. Wie gesagt, ich mache diese Musik nur für mich. Es ist mir egal, ob die Verkaufszahlen des Albums gut oder schlecht sind, solange mich das Label mit dem Respekt behandelt, den ich verdiene. Ich verkaufe lieber hundert Scheiben an echte Fans, als eine Million an irgendwelche beschissenen Trendys. Sicher ist ein guter Vertrieb wichtig für ein Label, aber mit den heutigen Möglichkeiten des Internets ist es kein Problem einen Mailorder zu finden, der das Album auf Lager hat. Und außerdem: warum das Album nicht gleich beim Label oder bei mir kaufen?

Die Lyrics habe ich leider nicht vorliegen, da diese auch über das Label nicht zu bekommen waren und ich auch im Netz nichts finden konnte. Beschreib doch bitte mal, worum es in den Texten auf The Omega Rising geht.

Hölle, Apokalpyse, Tod, Blasphemie, Vernichtung. Im Grunde genommen all der Kram, um den es bei dieser Musik halt geht.

In wie weit unterscheiden sich deine Lyrics von denen, die du für NAGLFAR geschrieben hast?


Lies die Texte und mach dir deinen eigenen Eindruck davon.

Welche Bedeutung haben der Bandname PROFUNDI und der Albumname The Omega Rising. Das Omega ist der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets und gilt auch als Synonym für das Ende so wie Alpha als Synonym für den Anfang steht. Was also, ist der Aufstieg des Omegas?


Ja, da liegst du genau richtig. Der Titel bezieht sich auf die Ankunft der Apokalypse. Oder in anderen, vereinfachten Worten: Das Ende naht. PROFUNDI stammt aus dem lateinischen und steht für Abgrund, was eigentlich eine sehr schöne Zusammenfassung für alles ist, was diese Musik darstellt. Es ist die Stimme der Hölle, der Rachen der Dämonen, der Schmerz gepeinigter Seelen… Es ist der Klang des Abgrunds.

Bis auf das ebenfalls nicht gerade langsame Engulfed In Hellfire sind auf The Omega Rising eigentlich nur rasende Songs vertreten. Keinen Bock auf langsamere Songs gehabt?


Ich war in der Stimmung für ein aggressives, schnelles Album und somit ist genau das dabei heraus gekommen. Ich würde nicht sagen dass hohes Tempo ein Muss für jeden PROFUNDI-Song ist, den ich schreibe und ich bin mir ziemlich sicher, dass es zukünftig auch ein paar Mid-Tempo oder langsame Songs geben wird. Ich denke Engulfed In Hellfire ist ein gutes Beispiel dafür, genau wie Silent Hosts Of Decay, welches eine eher atmosphärische und experimentelle Seite zeigt, aber trotzdem gut zu dem High-Speed-Material passt. Ich muss betonen, dass Abwechslung der Schlüssel ist. Auch wenn es sich so ergibt dass ich nur schnelle Songs schreibe, so hat doch jeder Song seine eigene Identität und unterscheidet sich auf die eine oder andere Weise von den anderen.

Neben PROFUNDI hast du ja mit DEAD SILENT SLUMBER ein weiteres Projekt mit dem du 1999 das Album Entombed In The Midnight Hour veröffentlicht hast. War das eine einmalige Geschichte oder sind weitere Aktivitäten geplant?

Weißt du, das tolle bei Ein-Mann-Projekten ist, dass sie sich nicht auflösen können. Wenn ich morgen mit dem dringenden Bedürfnis und der Inspiration für ein weiteres DEAD SILENT SLUMBER-Album aufwache, werde ich das auf jeden Fall durchziehen. Aber ganz ehrlich: momentan bin ich viel mehr an Musik im PROFUNDI-Stil interessiert und ich denke als Nächstes steht ein weiteres PROFUNDI-Album an.

Wie ist die DEAD SILENT SLUMBER-Scheibe eigentlich damals gelaufen?

Ich habe keine genauen Zahlen oder etwas in der Art. Und so nebenbei: Wie misst du Erfolg? Geht es darum, wie viele Alben du verkaufst, hast oder wie viele gute Reviews du bekommen hast? Oder geht es darum, was du und ich von dem Album halten? Weißt du, selbst wenn ich nie wieder etwas mit DEAD SILENT SLUMBER veröffentlichen werde denke ich, dass das Album seinen Zweck erfüllt hat. Zumindest für mich. Ich hatte die Chance etwas experimentelles zu tun und es war eine großartige Erfahrung. Einige Leute fragen immer noch nach dem Album. Es ist schon seit einiger Zeit ausverkauft und es ist cool dass einige Leute sich an dieses Album erinnern. Wie auch immer, der wichtigste Punkt ist, dass man das tut was sich richtig anfühlt und das ist die Stimme auf die jeder hören sollte. Sicher könnte ich morgen damit anfangen, ein DEAD SILENT SLUMBER-Album aufzunehmen, wenn ich das wollen würde, aber wenn es nicht wirklich das ist, was ich tun will und ich daher nicht zu hundert Prozent der Sache widme, würde dabei wohl nur mittelmäßige Scheiße bei raus kommen. Und dann lasse ich es natürlich eher bleiben.

PROFUNDI und DEAD SILENT SLUMBER unterscheiden sich musikalisch ja durchaus voneinander. Gibt es noch weitere musikalische Ideen, die du gerne in Form eines Projekts oder ähnlichem umsetzen würdest?


Ich stecke jederzeit voller Ideen. Einige davon sind sicherlich purer Müll, andere sind zu zeitaufwändig, einige zu schwierig für mich zu verwirklichen und den Rest hoffe ich mit PROFUNDI kombinieren oder mit einem anderen Projekt verwirklichen zu können. Sicher, ich folge meinem Instinkt und tue das, was sich in diesem Moment richtig anfühlt aber natürlich gibt es Grenzen. Die Chancen, dass ich zum Beispiel mal ein Rock´n´Roll oder ein Power Metal-Album aufnehme sind… nun ja… nicht existent.

Deine Ex-Kollegen haben 2005 mit Pariah das erste Album ohne dich abgeliefert. Was hältst du von der Scheibe, insbesondere dem Gesang von Kristoffer Olivius?


Es ist ein gutes Album.

War es für sich ein merkwürdiges Gefühl, NAGLFAR ohne dich als Sänger zu hören?

Ich finde es weitaus merkwürdiger, dass Leute PROFUNDI-Interviews in Features über meine vorherigen Bands und Projekte umwandeln.

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Weißt du, viele Leute glauben, dass ich aufgehört hätte Musik zu machen, aber das stimmt nicht. Als Musiker und Komponist habe ich den verdammten Drang, diese Töne zu erschaffen, die in meinem Kopf entstehen. Das ist nichts, womit ich einfach aufhören kann – Jens Ryden 2007

In wie Weit stehst du noch mit den restlichen NAGLFAR Mitgliedern in Kontakt?


Ja, aber natürlich nicht mehr so viel wie früher. Ich lebe jetzt in einem komplett anderen Teil von Schweden.

Hattest du schon die Gelegenheit, Songs der neuen NAGLFAR-Scheibe Harvest zu hören? Wenn ja, wie gefallen dir die Songs?


Nein, aber ich bin sicher, dass es gut ist.

Nun zu der unumgänglichen Frage, die sicherlich viele Fans, inklusive mich, interessieren wird: Wie stehen die Chancen, dass du irgendwann wieder bei NALFAR einsteigst?


Ich tue das, was ich für das richtige und beste für mich halte. Ich bin aus der Band ausgestiegen, weil ich es für das richtige gehalten habe. Ich spekuliere ungern über die Zukunft, aber ich sehe keinen Grund, warum es dazu kommen sollte. Sie kommen gut ohne mich klar und ich komme gut ohne sie klar. Ich meine, gibt es irgendeine Chance dass Bill Steer wieder bei NAPALM DEATH einsteigt? David Vincent bei TERRORIZER? Nicke Anderson bei ENTOMBED?

Letztes Jahr hat sich mit Jon Nödveidt, einer der wichtigsten Musiker der schwedischen Black-Metal-Szene, gleichzeitig aber auch eine der umstrittensten Persönlichkeiten, das Leben genommen. Kanntest du Jon näher? Wie hast du dich gefühlt als du von seinem Tod erfahren hast und was denkst du über die Umstände der ganzen Geschichte?


Ich respektiere seine Entscheidung völlig. Sicher, einerseits war es eine Tragödie und es wäre cool wenn DISSECTION noch mehr veröffentlichen würden bla bla bla… Aber ich bin überzeugt, dass er wie ich seiner inneren Stimme gefolgt ist und getan hat, was richtig war. Ich kannte ihn nicht und weiß auch nichts über die ganze Situation, aber soweit es mich betrifft scheint es mir so, dass er wusste, was er tut. Und da ich glaube, dass er das getan hat, was er für richtig gehalten hat, unterstütze ich seine Entscheidung.

Gerade im extremen Black Metal-Underground machen sich einige Musiker und Bands immer wieder durch rechtes Gedankengut, gerechtfertigt durch die misantrophische Einstellung im Black Metal, unbeliebt. Wie stehst du, als jemand, der sich auch schon seit vielen Jahren in dieser Szene bewegt, zu diesen Auswüchsen?


Es interessiert mich einen Scheiß. Links, rechts, white trash, Juden, Asiaten, Afrikaner und so weiter… Wen interessiert es? Die ganze menschliche Rasse verdient es ausgelöscht zu werden, nicht nur bestimmte Teile von ihr. Aber wenn ich persönlich eine politische Botschaft verbreiten wollen würde, würde ich wohl eine andere Karriere einschlagen.

So, das war es auch schon. Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit PROFUNDI! Die letzten Worte gehören dir.


Danke für dieses lange und gründliche Interview. Und entschuldige, dass ich erst so spät geantwortet habe.

Bilder: Label