KEEP OF KALESSIN: Die Atmosphäre gewinnt jede Schlacht!

KEEP OF KALESSIN-Mastermind Obsidian C. erklärt, wie die Band zum Regisseur wird und warum die Atmosphäre jede Schlacht gewinnt…

Lange galten die Norweger von KEEP OF KALESSIN nur als Geheimtipp, der immerhin seit 1994 sein Unwesen in der Black Metal-Szene treibt. Mit dem überragenden Armada stürmte das Quartett – Nomen est Omen – dann dieses Jahr an die Spitze der schwarzmetallischen Kreationen und eröffneten stilvoll das diesjährige INFERNO FESTIVAL in Oslo. Ganz ohne Vorwarnung ist der Erfolg der Jungs indes doch nicht – Obsidian C. ist regelmäßig mit SATYRICON als Saitenhexer unterwegs und manifestierte sein Können bereits auf den vorhergehenden Alben. Höchste Zeit also, vom Mastermind von KEEP OF KALESSIN etwas mehr über das Drumherum von Armada zu erfahren.

Ich hatte das Vergnügen, euch am INFERNO FESTIVAL dieses Jahr live zu sehen. Zu meiner Überraschung wart ihr ziemlich früh dran am Donnerstag, was eure Performance indes nicht negativ beeinträchtigte. Angesichts ihrer Qualität habe ich mich allerdings doch gefragt: Warum wart ihr als Opener unterwegs und nicht als Act am späten Abend mit längerer Spielzeit?

Nun ja, wir haben versucht, einen besseren Platz im Programm zu ergattern. Aber ich nehme mal an, dass das INFERNO FESTIVAL einfach eine starke Band für die Eröffnung brauchte, damit das nötige Publikum gleich von Beginn an in der Halle wäre. Und die Organisatoren waren diesbezüglich sehr zufrieden mit uns. Sie haben mir sogar gesagt, dass die Eröffnung des Festivals noch nie so überzeugend gewesen wäre. Außerdem denke ich, dass es ein Prestigebonus ist, ein Festival zu eröffnen – anstatt Nummer zwei oder drei zu sein.

Du bist ja nicht nur mit KEEP OF KALESSIN aktiv, sondern auch Gitarrist bei SATYRICON. Was sind die Unterschiede für dich zwischen einem Auftritt mit SATYRICON zu einem Auftritt mit KEEP OF KALESSIN? Wo musst du dich mehr anstrengen? Und ist es für dich befriedigender, mit KEEP OF KALESSIN aufzutreten, da es ja deine Band ist?

Für mich ist es eine größere Herausforderung, mit KEEP OF KALESSIN live aufzutreten und natürlich ist es auch befriedigender, wenn die Gigs mit KEEP OF KALESSIN gut gehen. SATYRICON und KEEP OF KALESSIN sind stilistisch sehr verschieden und ich genieße es, beides tun zu können. SATYRICON ist sehr strikt und man muss immer zu 100% alles korrekt spielen. KEEP OF KALESSIN hingegen hat manchmal mehr was von einer Jam-Session. Hier kann ich es mir bei einem Konzert leisten, das gleiche Riff nicht immer ganz genau gleich zu spielen – und das gilt auch für den Rest der Band. Wir können es uns erlauben, jenseits dessen zu spielen, was auf den Alben zu hören ist.

Dass es bei SATYRICON disziplinierter zu und her geht, hat auch schon Frost im letzten Interview erwähnt. Er hat auch gemeint, dass Satyr extra für dich einen Song geschrieben hätte, als Bonus für die Vinyl-Version von Now, Diabolical. Was war eigentlich speziell schwierig an diesem Song und wie hört er sich an?

Hehe, hat er das gesagt? Dann nehme ich an, dass er sich auf den Song Storm of the destroyer bezogen hat. Wir haben noch nicht damit begonnen, diesen Song für die Live-Performance zu üben, aber bald werden wir das tun und ich freue mich schon darauf. Es ist ein schneller und komplexer Song, der aber gleichzeitig sehr viel von der Atmosphäre in sich hat, die ich musikalisch schätze. Außerdem sind die Riffs schnell und thrashig, es wird also großartig, diesen Song live zu spielen.

Nun sind ja beide Bands ziemlich aktiv – ist es eigentlich schwierig für dich, deine Aufgaben bei SATYRICON und KEEP OF KALESSIN zu vereinen?

Keep
Zudem beflügeln mich Filme, vor allem aus dem Sci-Fi und Fantasy Bereich. ´Armada´ wurde unter anderem von Filmen wie Gladiator, Troy, Alexander und Chronicles of Riddick inspiriert.

Nicht wirklich. Da ich der Boss von KEEP OF KALESSIN bin, habe ich gewisse Freiheiten wenn es um die Planung dieser Dinge geht. Da jetzt beide Bands neue Alben veröffentlicht haben, werde ich natürlich extrem eingespannt sein. Jetzt sitze ich zum Beispiel gerade in Finnland und beantworte deine Fragen, nachher muss ich noch zwei Mal auf die Bühne mit SATYRICON. Währenddessen ist der Rest von KEEP OF KALESSIN auf Tour mit CARPATHIAN FOREST und betrinkt sich in Deutschland, bis ich wieder zurückfliege und wieder auf dieser Tour einsteige! In der tourfreien Zeit kommt erschwerend dazu, dass die beiden Bands 500 Kilometer auseinander sind. Es kann also schon mal passieren, dass ich um 11 Uhr morgens eine Probe mit SATYRICON habe und danach wieder nach Trondheim zurückfliege, weil ich am gleichen Tag auch noch eine Probe mit KEEP OF KALESSIN habe.
Fuck, wenn ich es mir überlege, war ich in den letzten vier Monaten gerade mal drei Stunden zu Hause! Andererseits fühle ich mich auch sehr glücklich – letztes Jahr hatte ich mir nämlich vorgenommen, 2006 mehr Gigs zu spielen als in meinem ganzen Leben zuvor.

Das hört sich ziemlich stressig an. Nun ist es ja nicht immer so, dass SATYRICON und KEEP OF KALESSIN meilenweit voneinander entfernt sind. Bei einigen norwegischen Dates spielst du ja mit beiden Bands am selben Abend. Hast du für solche Leistungen ein spezielles Workout oder heißt es einfach, dass du weniger feiern kannst?

Es heißt definitiv weniger feiern, hehe. Jetzt, wo ich das schreibe, gehört diese Doppelbelastung allerdings bereits der Vergangenheit an. Ich hatte jedoch keine Probleme damit, erst eine halbe Stunde mit KEEP OF KALESSIN auf der Bühne zu stehen und danach eine Stunde und 15 Minuten lang mit SATYRICON, ohne große Pause dazwischen. Ich muss sogar zugeben, dass ich zu Beginn der SATYRICON-Show jeweils am müdesten war.
Der Nachteil war einfach, dass ich nicht mit den anderen SATYRICON-Jungs zum Nachtessen gehen konnte. Stattdessen musste ich für einen weiteren Soundcheck in der Halle bleiben und kam fast gar nicht zum Essen bis zum Ende des Tages. Aber alles in allem bin ich zufrieden mit dem Resultat dieser Gigs.

Arbeitest du überhaupt noch neben dem Musikmachen oder lebst du unterdessen vom Gitarrespielen?

Ich habe hier und da schon noch neben den beiden Bands gearbeitet. Allerdings sieht es so aus, dass 2006 musikalisch ein sehr gutes Jahr für beiden Bands wird, also werde ich schauen, wie es mit dem Arbeiten weitergeht.

Du spielst ja nur ESP-Gitarren. Warum eigentlich? Hast du einen Endorsement Deal?

Ich mag den Sound dieser Gitarren sehr und habe auch einen Endorsement Deal mit ESP.

Kommen wir zu eurem aktuellen Album Armada. Bist du mit den Reaktionen der Presse zufrieden?

Ja, ich bin sogar sehr zufrieden mit den Pressereaktionen. Wir hatten Höchstpunktzahlen überall in Europa und auch in den USA und einige haben es sogar zum Album des Jahrzehnts gekürt. Also kann man nur hoffen, dass das Publikum es genauso mag.

Wie seid ihr eigentlich auf den Titel Armada gekommen? Ich muss dabei immer an die Spanische Armada denken, aber die ging ja – anders als euer Werk – unter.

Für mich klingt der Titel Armada einfach sehr kraftvoll und episch. Wir haben dabei nicht an die Spanische Armada gedacht, ich denke einfach, dass dieser Titel die Atmosphäre des Albums sehr gut einfängt. Die Musik ist genauso kraftvoll und episch wie der Titel.

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Ich wollte, dass das Album wie ein großer, epischer Film ist, wo der Filmtitel riesig ist und die Namen der Schauspieler oder des Regisseurs eher klein ausfallen. Im Sinn von ´KEEP OF KALESSIN presents: Armada´

Stichwort episch – hat das Album ein übergreifendes Konzept bzw. ein zentrales Thema wie zum Beispiel Schlachten? Oder hat jeder Song sein eigenes Themengebiet?

Es gibt ein übergreifendes Konzept, aber es geht hierbei mehr um die Atmosphäre als um eine Story. Die Songs sind über die Lyrics miteinander verbunden, aber es ist nicht eine Geschichte, die bei A anfängt und bei B endet. Und es bedeutet auch nicht, dass alle Songs genau vom gleichen Thema handeln. Die Lyrics kommen ohne Zeit- und Ortsbezug aus. Sie haben ein übergreifendes Konzept und eine umfassende Stimmung, aber eher indirekt – auch wenn einige Zeilen sehr direkt sein können. Auf jeden Fall gewinnt die Atmosphäre jede Schlacht!

Eine gewisse Schlachtstimmung lässt sich ja auch mit dem Cover assoziieren. Wer zeichnet für das Titelbild verantwortlich und wie seid ihr mit diesem Künstler in Kontakt gekommen?

Unser Label Tabu Records kannte diesen Künstler, weil er bereits für das KHOLD-Cover verantwortlich war. Er hat eine eigene Website dazu.
Ich habe ihm vom Konzept erzählt und welche Farben er für die entsprechende Atmosphäre benutzen sollte. Er hat dann wiederum mit dem Fotographen gesprochen und ihm bei der Wahl des Lichtes geholfen. Einige Ideen kamen auch geradewegs von ihm und wir haben uns dann abgesprochen, in welche Richtung das Ganze gehen sollte. Ich bin auf jeden Fall äußerst zufrieden mit dem Artwork!

Mir gefällt es auch sehr gut. Was mich allerdings etwas erstaunt hat, ist der relativ groß geratene Titel im Vergleich zu eurem Bandnamen. Außerdem fehlt euer Logo. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Verteilung?

Ich wollte, dass das Album wie ein großer, epischer Film ist, wo der Filmtitel riesig ist und die Namen der Schauspieler oder des Regisseurs eher klein ausfallen. Im Sinn von KEEP OF KALESSIN presents: Armada. Ich bin der Meinung, dass das viel besser zum Albumcover passt als das Originalbandlogo. Wir haben es schon auch mit dem Logo ausprobiert, aber wie ich bereits gesagt haben: Die Atmosphäre gewinnt die Schlacht!

Was bei euren Songs auch immer wieder auffällt ist, dass die Atmosphäre und auch die Spannung trotz Komplexität und Songdauer von mehr als sechs Minuten noch immer gewinnen. Wie sieht eigentlich der Songwriting Prozess bei euch aus? Komponiert ihr alle zusammen in Trondheim?

Für Armada habe ich alle Songs geschrieben und die meisten waren auch schon fertig als die Band angefangen hat, daran mitzuarbeiten. Ich hatte eine sehr präzise Idee davon, wie die Songs klingen sollten. Ich arbeite eher so, dass ich gute Songs will, anstatt jedes Riff, das ich komponiere, in einen Song hinein zu werfen. Die Struktur der Songs ist sehr wichtig für mich, jedes Riff muss einen Sinn ergeben. Meiner Ansicht nach vergessen das sehr viele Bands heutzutage.

Ich habe einmal gehört, dass ihr mit KEEP OF KALESSIN in einer Hütte probt, die der Vater eines Bandmitglieds für euch gebaut haben soll. Ist das wahr?

Das ist bizarr und stimmt wohl nicht. Wir üben neben dem Godt Selskap Studio und unsere Übungsräumlichkeit wurde von ihnen gebaut. Einige von ihnen betreuen mit mir zusammen Morningstar Records.

In dem Fall ist ein weiteres Mysterium geklärt. Bezüglich Line Up ist KEEP OF KALESSIN ja nicht von Änderungen verschont geblieben. Was ist eigentlich aus eurem früheren Sänger Ghash und dem Bassisten Warach geworden?

Sie hatten nie die gleichen Ziele wie ich und schließlich ist Warach gegangen. Ghash konnte nicht weitermachen, weil es unmöglich war, mit ihm zusammen zu arbeiten aufgrund von persönlichen Disputen.

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Ich kreiere den Großteil unserer Musik auf der akustischen Gitarre, also könnten wir heutzutage auch einen Unplugged Gig spielen, hehe. – KEEP OF KALESSIN sind für jede Schlacht gewappnet

Hat ihr Weggang den Songwriting Prozess irgendwie beeinflusst? Und war es schwierig, Ersatz zu finden?

Nicht wirklich. Ich hatte das Gefühl, dass es einfacher ist mit der Band fortzufahren, wenn keine Leute dabei sind, die gegen dich arbeiten.

Das hat was. Eine weitere Veränderung lässt sich bei euch in der Sprachwahl ausmachen. Früher hattet ihr einige Songtexte auf Norwegisch, heute seid ihr eher den englischen Lyrics verhaftet. Wie kommt es?

Es hat wiederum mit der Atmosphäre zu tun. Ich denke, englische Lyrics haben mehr Wörter, welche die Atmosphäre in unserer Musik heute ausdrücken können. Ich mag norwegische Songtexte wie etwa diejenigen von DARKTHRONE. Aber so wie KEEP OF KALESSIN heute klingt, passen meiner Ansicht nach englische Texte einfach besser dazu.

Ein besonders schönes Beispiel für gelungene englische Lyrics und die Verbundenheit zu eurer Musik ist die Zeile We will walk behind you, and at last, we will find you im Song The Wealth of Darkness. Wer ist eigentlich das we in dieser Zeile?

Wir, die KEEP OF KALESSIN-Armada.

Im Song The Black Uncharted spielst du einige coole akustische Gitarrenpassagen, die man nicht in die übliche Black Metal-Schublade stecken kann. Was hat dich zu diesen Parts inspiriert?

Ich wollte allen zeigen so spielen wir. Es ist genau der gleiche Part wie derjenige, der nach dem Flamenco kommt. Viele Songs auf dem Album könnten so arrangiert werden. Ich kreiere den Großteil unserer Musik auf der akustischen Gitarre, also könnten wir heutzutage auch einen Unplugged Gig spielen, hehe.

Überhaupt ist die Gitarrenarbeit bei KEEP OF KALESSIN bemerkenswert. Ich nehme mal an, dass du mehrere Spuren für die Gitarrenarbeit auf Armada aufgenommen hast. Da du ja der einzige Gitarrist bist – wie bist du mit dem Aufwand im Studio zurecht gekommen? Hast du wirklich alle Gitarren auf eurem aktuellen Output eingespielt?

Ja, ich habe alles gespielt. Wir haben uns einfach Zeit gelassen und ich glaube, dass das weniger Zeit war, als die Leute gemeinhin annehmen. Die meisten Gitarrenparts bestehen aus einer Gitarre rechts, einer links und einer in der Mitte. Diese spielen genau das gleiche. Vieles, was man hört, ist nur auf einer Gitarre eingespielt. Ich spiele diese Sachen ja auch live, aber natürlich gibt es schon die eine oder andere Passage, die ich live nicht genau so spielen kann. Die meisten Melodien, die mit einer separaten Gitarre eingespielt worden sind, bestehen aus Melodien, die eh schon im Riff vorkommen. Meistens spiele ich diese innerhalb des Riffs auf der ersten Gitarre. Letzten Endes ist die Spielweise in sich selbst kompliziert, nicht das, was hinzugefügt wird.

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Fuck, wenn ich es mir überlege, war ich in den letzten vier Monaten gerade mal drei Stunden zu Hause! Andererseits fühle ich mich auch sehr glücklich – letztes Jahr hatte ich mir nämlich vorgenommen, 2006 mehr Gigs zu spielen als in meinem ganzen Leben zuvor – Obsidian C.

Damals zu Reclaim-Zeiten hat ja Frost (SATYRICON) die Drums bei euch übernommen. Mir ist aufgefallen, dass sein Snaresound auf Reclaim anders klingt als derjenige, den er sonst hat. Warum? Hat er ein anderes Snare benutzt?

Nein, es war wegen des Studios und auch wegen des anderen Abmischens des Snaresounds. Wir wollten keinen SATYRICON-Sound auf Reclaim, da wir musikalisch sehr weit weg sind von SATYRICON.

Nun sitzt ja – wie in den frühen Tagen – wieder Vyl hinter dem Schlagzeug bei KEEP OF KALESSIN, da das Line Up mit Frost aufgrund der geographischen Distanz nicht beibehalten werden konnte. Wie hast du es eigentlich geschafft, dass Vyl wieder zurückkam?

Ich habe ihn kontaktiert und ihn gefragt. Eigentlich habe ich mit ihm in den letzten Jahren fast nicht gesprochen, aber er hat trotzdem sofort Ja gesagt und wollte wieder mit KEEP OF KALESSIN spielen.

Was ihm auch gut gelingt. Er scheint weniger locker zu spielen, als er das schon getan hat. Warum hat er seinen Drumming Stil verändert?

Findest du? Nun ja, vielleicht ist er einfach ein besserer Drummer geworden. Ich glaube nicht, dass er seinen Stil sehr verändert hat. Ich denke aber, dass er ein sehr sehr viel besserer Schlagzeuger geworden ist. Er ist sogar mein Lieblingsdrummer im extremen Bereich! Ich habe noch nie einen Schlagzeuger gehört, der gleichzeitig so schnell spielen kann und die langsameren Passagen ebenfalls mit so viel Groove rüberbringt. Technisch ist er auch exzellent.

Ihr wohnt ja im eher abgelegenen Trondheim. Wie sieht es eigentlich in der Trondheimer Black Metal-Szene aus? Gibt es viele Konzerte? Und – kannst du einige lokale Bands aus dem Underground empfehlen?

Zurzeit wächst die Trondheimer Metalszene rasant und es gibt sehr viele ausgezeichnete Formationen hier. Aus dem Death Metal Sektor sind sicher BLOODTHORN und CHTON zu empfehlen. Und natürlich haben wir die drei berühmten M: MAX MIDSUN, MANIFEST und MANES. Die Szene explodiert geradezu von Qualität! Meiner Meinung nach schlägt die Trondheimer Szene heute sowohl die Szene in Oslo als auch die in Bergen, wenn man auf die Qualität achtet!

Wenn wir gerade von Bands sprechen – gibt es Gruppen, die dich inspirieren? Was dient dir sonst noch als Inspirationsquelle?

Verschiedene Musiksparten inspirieren mich. Ich höre mir viel Trance an (um genau zu sein: israelischen Underground Trance), aber auch Pop und Rock. Alles was die Art von Stimmung transportiert, die ich in Musik suche. Zudem beflügeln mich Filme, vor allem aus dem Sci-Fi und Fantasy Bereich. Armada wurde unter anderem von Filmen wie Gladiator, Troy, Alexander und Chronicles of Riddick inspiriert.

Welche Band war eigentlich dein erster Kontakt mit Metal und welche Formation brachte dich zum Black Metal?

Welches die erste Metalband war, die ich hörte, weiß ich nicht mehr. Aber ich kann mich daran erinnern, dass ich IRON MAIDENs Killers zu meinem zehnten Geburtstag geschenkt bekam. Das hat mich auf den richtigen Pfad gebracht! Ich erinnere mich daran, dass ich mich bereits damals ein großes Interesse an Musik hatte. Und als METALLICA mit Master of Puppets folgte, war ich einfach wie weggeblasen. Diese Atmosphäre war einfach unglaublich! Zum Black Metal kam ich durch die erste EMPEROR-EP, damals gab es ja sowieso so viele großartige Veröffentlichungen. Man denke nur mal an IMMORTAL, ENSLAVED und DARKTHRONE – alle haben damals sensationelle Alben veröffentlicht, die ich mir noch immer gerne anhöre.

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Wir wollten keinen SATYRICON-Sound auf Reclaim, da wir musikalisch sehr weit weg sind von SATYRICON. – auf der EP waren mit Frost und Obsidian C. gleich zwei SATYRICON-Musiker beteiligt

ENSLAVED sind ja ebenfalls bei Tabu Records unter Vertrag. Wie seid ihr mit KEEP OF KALESSIN zu diesem Label gekommen und wie seid ihr mit der Arbeit eurer Plattenfirma zufrieden?

Ich bin sehr zufrieden mit ihrer Arbeit! Ich war auf Labelsuche und kannte dieses neue Label in Norwegen, welches neben ENSLAVED noch einige andere Bands, die ich von früher kannte, unter Vertrag genommen hatte. Alle haben von diesem neuen Label gesprochen, also habe ich sie kontaktiert. Sie interessieren sich sehr für ihre Veröffentlichungen und haben uns ein gutes Angebot gemacht. Wir haben zugesagt und es nicht bereut, ich bin sehr froh, dass wir bei Tabu Records sind.

Ihr wart ja auf Armada-Tour mit CARPATHIAN FOREST. Wie kamt ihr dazu, euch mit Hellcommander Nattefrost und seiner Truppe zusammenzutun?

Unser Booking Agent hat uns die Tour via Metallysee vermittelt. Es war toll mit CARPATHIAN FOREST und HATE zu touren!

Welche Pläne habt ihr mit KEEP OF KALESSIN nach dieser Europatour?

Wir haben einige Festivaltermine diesen Sommer und ich spiele die gesamte Festivalsaison auch noch mit SATYRICON. Danach werden wir mit KEEP OF KALESSIN in Großbritannien auf Tour gehen, mit von der Partie sind auch ENSLAVED, ZYKLON und 1349. Und bis zu diesem Zeitpunkt werden wir wohl auch wieder mitten im Schreibprozess für das kommende Album sein.