WOLFHEART: Skull Soldiers [EP]

WOLFHEART demonstrieren in weniger als 20 Minuten eine beachtliche Bandbreite, letztendlich fehlt der EP mit nur zwei neuen Songs aber etwas Fleisch auf den Knochen.

„Skull Soldiers“ ist eine zweischneidige Angelegenheit. Nicht etwa, weil WOLFHEART ihr Handwerk verlernt hätten. Das Gegenteil ist der Fall: In weniger als 20 Minuten demonstriert die Formation eine Bandbreite, die durchaus Anerkennung verdient. Der Titelsong bleibt zwar im melodischen Death Metal beheimatet, die sonst so typische finnische Melancholie tauschen WOLFHEART aber gegen tief gestimmte Gitarren: „Skull Soldiers“ präsentiert sich zunächst erstaunlich hart, düster und verbittert.

Das Wagnis geht auf, auch weil auf den humorbefreiten Auftakt mit „Hereditary“ ein typischer Melodeath-Hit folgt, dessen Riffing anfangs an NEAERA erinnert, bevor sich doch die bandtypischen Trademarks herausschälen. Wehmütige Melodien, dezente und denooch flächige Synthesizer im Hintergrund und sowie die markigen Growls sind bewährte Eckpfeiler eines Erfolgsrezepts, das nur schwer totzukriegen ist. Dass hier und da etwas INSOMNIUM durchklingen, ist dann auch eher Gütesiegel denn Makel.

“Skull Soldiers” fehlt etwas Fleisch auf den Knochen

So weit, so gut – wäre damit nicht das Pulver der EP fast schon verschossen. „Reaper (Live)“ vom vergangenen Streaming-Konzert ist eben das: ein ordentlicher Live-Mitschnitt ohne Publikum und damit letztendlich als reiner Audiotrack verzichtbar. Die Akustikfassung von „Aeon of Cold“ wiederum startet vielversprechend, baut jedoch mit dem einsetzenden Gesang rapide ab – als Instrumentalstück wäre die Nummer sicherlich ein schönerer Ruhepol gewesen.

Und genau hier schält sich die Krux an der Sache besonders deutlich heraus: „Skull Soldiers“ fehlt schlicht etwas Fleisch auf den Knochen: Zwei gute Tracks und ebenso viel – obgleich solides – Füllmaterial ist dann doch etwas mager – vor allem, wenn sich die erwartete Zwischenmahlzeit nach starkem Auftakt lediglich als Appetizer entpuppt.

Veröffentlichungstermin: 05.03.2021

Spielzeit: 17:12

Line-Up

Tuomas Saukkonen – Vocals, Guitar
Mika Lammassaari – Guitar
Lauri Silvonen – Bass
Joonas Kauppinen – Drums

Produziert von

Label: Napalm Records

Homepage: https://wolfheart.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/WolfheartRealm

WOLFHEART ”Skull Soldiers” Tracklist

1. Skull Soldiers (Lyric-Video bei YouTube)
2. Hereditary (Playthrough-Video bei YouTube)
3. Aeon of Cold (Acoustic)
4. Reaper (Live)