WIZARD: Magic Circle

WIZARD: Magic Circle

Mich würde wirklich mal interessieren, welche Art von Musik Sänger Sven D’Anna und seine Mannen machen würden, wenn es eine Band wie MANOWAR nicht geben würde?
Egal, MANOWAR gibt es nun mal und der Einfluss, den diese Band mit Alben wie Hail To England oder Sign Of The Hammer auf das Songwriting des Bocholter Vierers ausgeübt hat, ist unüberhörbar.

Würde auch gerne mal in einem fairen (also, schön das Sword Of Steel zuhause lassen!) Wettstreit feststellen lassen, welche Band am stärksten von Joey DeMaio und seiner Band beeinflusst wurde! MAJESTY? SOLEMNITY? Oder vielleicht doch WIZARD, über die man fairerweise aber sagen sollte, dass sie nun bereits ihr fünftes Album veröffentlicht und schon seit knapp zehn Jahren diesen Stil zelebrieren, so dass von Aufspringen auf einen Trendzug überhaupt keine Rede sein kann.

Das neue Album besticht nicht nur durch einen Sound der Extraklasse, ein dickes Lob dafür an Produzent/Mischer Christian Jungebluth, der bereits für Bands wie METALIUM, SAEKO, ANGER oder CHINCHILLA arbeitete, sondern auch durch die gute Leistung eines jeden einzelnen Musikers, von denen ich aber besonders Sänger Sven D´Anna hervorheben möchte.
Zwar mutet er seiner Stimme in den etwas höheren Tonlagen meinem Ohr zwar etwas zuviel zu, kann aber ansonsten als Shouter UND Sänger mit seiner variablen Stimme überzeugen.

Zu den Songs muss man nicht viel, zu den Texten gar nichts sagen. Oder soll ich hier noch erklären, worum es in den Songs geht, wenn Begriffe wie Fire, Blood, Warrior, Rainbow, Thunder, Magic, Sword, Power, Steel, Honour und Pride in fast jedem Song auftauchen?
Na gut, Uruk-Hai ist ein Song, der sich mit dem Thema Herr der Ringe beschäftigt – aber sonst?
Die Texte wimmeln also nur so vor Klischees, das gehört aber zu diesem Sub-Genre und dürfte keinen Hörer überraschen oder verärgern.
Ich habe mit Lyrics dieser Art überhaupt kein Problem, vermisse allerdings die Intros/Outros der ersten Scheiben, die dem Ganzen oftmals eine Art Hörspiel-Charakter verliehen.

Musikalisch und stilistisch bekommt der Fan genau das, was er erwartet, wenn er eine WIZARD-Scheibe kauft – nämlich Songs mit Hymnen- und Ohrwurmcharakter, mitsingbaren Refrains und einer straighten, harten und knackigen Gitarrenarbeit.
Dass Tempo ist über weite Strecken recht hoch, wobei die Grenzen zu den Genres Thrash oder Speed aber nie wirklich überschritten werden.

Klar, sehr abwechlungsreich klingt das Songmaterial nicht, auch wenn zum Abschluss der Scheibe mit Don´t Say Goodbye ein Song erklingt, den man nicht nur und durchaus als (Power-)Ballade bezeichnen darf, sondern der auch zu den besseren Stücken einer wirklich guten Scheibe gilt.
Einer Scheibe, der vielleicht DER Übersong fehlt, bei der aber das Niveau der einzelnen Songs aber in etwa auf einem hohen/niedrigen Niveau liegt.

Für Fans der Band ein hundertprozentiger Muss-man-haben-Kauf! Aber auch alle Genre-Fans sollten an dieser wirklich guten Scheibe aus dem Münsterland ihre Freude haben.

Veröffentlichungstermin: 27.06.2005

Spielzeit: 59:15 Min.

Line-Up:
Volker Leson – Bass

Sven D’Anna – Vocals

Dano Boland – Guitars

Soppi – Drums

Produziert von Christian Jungebluth & Wizard
Label: L.M.P.

Homepage: http://www.legion-of-doom.de

Tracklist:
1.Enter The Magic Circle

2.Fire And Blood

3.Call Of The Wild

4.Death Is My Life

5.On Your Knees

6.Metal

7.Uruk-Hai

8.Circle Of Steel

9.Warriors Of The Night

10.No Way Out

11.The Magic Goes On

12.Don´t Say Goodbye