WITCHERY: Restless And Dead

Ja, was soll ich viel erzählen? Witchery sind großartig. Jeder angehende Gitarrist sollte diese Band verehren, Jensen und Richard Corpse sind einfach die wahren Riffing-Könige. Auf "Restless and Dead", der ersten Veröffentlichung von 1998, findet sich kein überflüssiges Gedudel, keine überflüssigen Soli, sondern wunderbar altmodisches, kraftvolles Riffing ohne Schnickschnack.

Ja, was soll ich viel erzählen? WITCHERY sind großartig. Jeder angehende Gitarrist sollte diese Band verehren, Jensen und Richard Corpse sind einfach die wahren Riffing-Könige. Auf Restless and Dead von 1998 findet sich kein überflüssiges Gedudel, keine überflüssigen Soli, sondern wunderbar altmodisches, kraftvolles Riffing ohne Schnickschnack. Für WITCHERY gibt es keine passende Stilbezeichnung, dazu sind die Jungs zu vielseitig. Ihre Wurzeln im klassischen Metal und im Thrash Metal können die Schweden nicht leugnen, durch die unverkrampfte Umsetzung wird diese Basis jedoch mit einer ordentlichen Portion Rock n´ Roll Feeling angereichert. WITCHERY hauen zwar ordentlich auf den Putz, sind dabei aber nie langweilig oder verwechseln Power mit Geprügel.

Auf “Restless And Dead” ist jeder Song ein Highlight

Jeder Song ist für sich genommen ein Highlight. The Reaper gallopiert munter drauf los, um alle, die handgemachte, schnelle und brutale Musik mögen, zu holen. The Hangman ist ein ruhigerer, schleppender Track, dessen Slayer-mäßiges Giarrensolo eigentlich gar nicht zum Rest des Songs passen will und vielleicht gerade deshalb aufhorchen lässt. Jeder Song hat eine eigene kleine Idee, ist ziemlich schnell wiederzuerkennen und dennoch unverkennbar ein Witchery-Track. Von knallenden Speed-Nummern wie Restless and Dead bis zu düster-unheimlichen Stampfern wie House of the Raining Blood (alleine der Titel ist klasse) gibt es hier Metal, der, obwohl herrlich altmodisch, alles niederwalzt und erfrischend spontan klingt. WITCHERY haben den Bogen raus, genau so viel Technik wie nötig in ihre Songs einzubauen und dennoch weder zu simpel noch zu eingängig zu sein.

Die Gitarren stehen bei WITCHERY im Vordergrund

Bei WITCHERY steht nicht der Gesang im Vordergrund, sondern die Killer-Gitarren, die durch Toxines Kreischen untermalt werden – was nicht heißen soll, dass sein einwenig monotones Gebrüll untergeht. Im Gegenteil, die Drohung The reaper is coming to get you klingt aus seinem Mund reichlich einschüchternd. Dazu kommt die Produktion, die eigentlich keine Wünsche offen lässt – differenziert, und dennoch blasen dich die Songs förmlich weg.

Dieses Album macht sehr viel Spaß!

Einerseits reizen WITCHERY jedes Klischee aus, man betrachte sich das Cover, den Schriftzug, die Texte und die Songtitel. Anderseits übertreiben sie so, dass das ganze zwar noch immer als Hommage an alte Helden durchgeht, aber keinesfalls albern oder gar aufgesetzt wirkt. Sie haben einfach Spaß an der Musik! Diese Rock n´ Roll Attitude ist auch dafür verantwortlich, dass das Album so viel Spaß macht. Völlig unverkrampft und dennoch mit einer gehörigen Portion Aggression prügeln sich WITCHERY durch die zehn Tracks ihres Debüt-Albums – jeder Titel für sich ein kleines Kunstwerk, das sich auf alten Thrashmetal bezieht und dennoch keine Nachahmung ist. WITCHERY haben ihren Platz gefunden. Auch ich habe einen Platz für WITCHERY gefunden – ganz oben im CD-Regal!

Line-Up:

Toxine – Vocals
Jensen – Gitarre
Richard Corpse – Gitarre
Sharlee D´Angelo – Bass
Mique – Schlagzeug

vampirias Witchery-History

Tracklist von Restless And Dead

The Reaper
Witchery
Midnight at the graveyard
The Hangman
Awaiting the Exorcist
All evil
House of the raining blood
Into purgatory
Born in the night
Restless and dead

VÖ: 02.10.1998

Spielzeit: 35:41

Label: Necropolis Records