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WAGE WAR: Stigma

Berechenbar und und zweckmäßig: Mit “Stigma” präsentieren sich WAGE WAR erstaunlich ambitionslos, indem sie nun vollends auf die Radiocore-Schiene aufspringen.

„Man stirbt als Held oder lebt so lange, bis man selbst der Böse wird.“, heißt es in Christopher Nolans „The Dark Knight“. Nun wäre es gleichermaßen übertrieben, WAGE WAR jemals auf dem Weg zum Heldentum gesehen zu haben oder sie gleich als Untergang des Metalcore ans Kreuz schlagen zu wollen. Doch ein gewisser Einfluss an zeitgenössischen Trends darf man dem als Songwriter umworbenen Cody Quistad durchaus unterstellen.

Die Entwicklung hin zu Pop- und Alternative-Vibes, die der Gitarrist nicht nur mit seiner Band vollzogen hat, wirft nicht zu Unrecht die Frage auf, ob das alles denn überhaupt noch Berührungspunkte mit dem Hardcore habe. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir wohl eher verneinen, wenn uns der wabernde Synth-Beat des Openers „The Show’s About To Start“ eher in diesige Nachtclubs mitnehmen will.

WAGE WAR agieren auf “Stigma” zu berechenbar

Elektronische Stützpfeiler sind genauso wie die überzogene Postproduktion voller Vocal-Effekte ein zentrales Element auf „Stigma“, das in eine halbe Stunde viel Inhalt packt und doch nichts zu sagen hat, was von Belang wäre. Dafür agieren WAGE WAR zu berechenbar und kalkuliert: Länger als drei Minuten darf es ohnehin nicht dauern, wenn das Quintett einen von zwei prominenten Ansätzen verfolgt. Neben der Radiocore-Schiene von „Magnetic“, „Hellbent“ oder „Blur“, wo poppige Refrains, ruhige Strophen, und catchy Gitarren auf Airplay aus sind, zielen „Tombstone“ oder „Nail5“ auf die hartgesottene Hörerschaft ab.

Heavy bedeutet auf „Stigma“ allerdings vorwiegend stampfende Downtuned-Gitarren, matschige Synths und einen verbittert bellenden Briton Bond. Das entwickelt hier und da zeitweise durchaus launigen, doch letztlich substanzlosen Groove. Spannendes Riffing, originelle Einfälle oder irgendein Experiment abseits des kleinsten gemeinsamen Nenners alternativer Radiostationen bleiben Wunschdenken, solange das kurze Thrash-Zitat in „Tombstone“ bereits der Gipfel der Kreativität ist.

“Stigma” ist so zweckmäßig wie ambitionslos

Mitnichten dilettantisch, aber erstaunlich ambitionslos eiern WAGE WAR auf diese Weise durch zehn Stücke, die in ihrer Zweckmäßigkeit so plump sind, dass es fast schon unverschämt erscheint. Schlimmer noch als den Wandel vom Helden zum Bösewicht dürfte Cody Quistads eigene Band bald ein ganz anderes Schicksal ereilen, wenn ein solch beliebiger Beitrag wie “Stigma” völlig zu Recht in Vergessenheit geraten wird.

Veröffentlichungstermin: 21.06.2024

Spielzeit: 31:02

Line-Up

Briton Bond – Vocals
Cody Quistad – Gitarre, Clean Vocals
Seth Blake – Gitarre, Backing Vocals
Chris Gaylord – Bass, Backing Vocals
Stephen Kluesener – Drums

Produziert von Drew Fulk, Zakk Cervini (Mix) und Ted Jensen (Mastering)

Label: Fearless Records

Homepage: https://wagewarband.com/
Facebook: https://www.facebook.com/wagewar

WAGE WAR “Stigma” Tracklist

  1. THE SHOW’S ABOUT TO START
  2. SELF SACRIFICE
  3. MAGNETIC (Video bei YouTube)
  4. NAIL5 (Video bei YouTube)
  5. BLUR (Video bei YouTube)
  6. TOMBSTONE (Video bei YouTube)
  7. HAPPY HUNTING
  8. HELLBENT
  9. IN MY BLOOD
  10. IS THIS HOW IT ENDS?
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