VALKYRIE: Man Of Two Visions

VALKYRIE: Man Of Two Visions

Wenn es etwas gibt, dass nach einem harten Tag wie Seelenbalsam ist, das sofort ein Lächeln auf das stressgeplagte Gesicht zaubert und das alles vergessen lässt, was dich bedrückt, dann ist es Rock and Roll. Massive Riffs, zweistimmige Leadgitarren, Gesang mit Seele, donnernde Grooves, pumpenden Bass und ein Händchen für packende Songs, das kann schon der Himmel auf Erden sein. Du ahnst, was ich sagen will, VALKYRIE bieten genau das auf ihrem Zweitwerk Man Of Two Visions. Und hier wird auch klar, woher der Classic Rock-Wind bei BARONESS seit Blue Record weht, denn Pete Adams ist nicht nur deren neuer Gitarrist, sondern zusammen mit seinem Bruder Jake die treibende Kraft hinter VALKYRIE.

VALKYRIE träumen von einer gerechten Welt. Ihnen reicht das wenige, das andere schon dreißig Jahre vor ihnen verwendet haben, um Mauern einstürzen zu lassen. Früher war eben doch alles besser und das zeigt Man Of Two Visions überdeutlich, und das sagt die Band selbst: No fashion, no image, no hype. Einfach das beste von IRON MAIDEN aus der Paul Di Anno-Ära, frühen PENTAGRAM, BLACK SABBATH und THIN LIZZS in einen Topf geworfen, umgerührt und siedend heiß in teils klassische, teils experimentelle Formen gegossen, und sicher sind viel zu kurze siebenunddreißig Minuten, die garantiert permanent am Stück laufen werden. Das passiert dank Songs wie dem treibenden Opener Running Out, dem heavy groovenden Dawntide´s Breeze und Apocalypse Unsealed, bei dem du dir nach anfänglicher Relaxtheit so groß vorkommst, als wärst du selbst einer der Reiter der Apokalypse, denen in den Texten gehuldigt wird.

Trotz der überragenden Momente ist Man Of Two Visions kein perfektes Album. Das Instrumental Green Highlander klingt belanglos, das Mastering ist zu leise, die Platte ist zu kurz, das Artwork ist schlecht, warum man hier nicht die Dienste von John Dyer Baizley in Anspruch genommen hat, wird auf ewig ein Rätsel bleiben. Aber seis drum. Trotz dieser Schönheitsfehler schaffen es VALKYRIE, dass auch du nach den letzten Tönen des Albums restlos begeistert sein wirst. Klar, nach dem schönen Akustikgitarrenstück The Gorge erhebt sich der Titeltrack mit dem besten Schluss eines Albums seit was-weiß-ich-wann. Diese zweistimmigen Leadgitarren, die VALKYRIE hier parat haben sind es, die Man Of Two Visions so großartig machen. Hier ist Seele drin, Liebe, Kraft, das lässt dich Bäume ausreißen. Merke dir, lieber hinsetzen, bevor das Finale dieses Albums beginnt, das sind die letzten vier Minuten, die dich für alles entschädigen.

Man Of Two Visions ist ein ganz einfaches Album, eines, das durch seine Simplizität schon wieder zu etwas besonderem wird. So sehr wie VALKYRIE atmen nicht viele den Geist des Heavy Metal, schon gar nicht so frisch und in diesem Jahrzehnt. Auch trotz der Schwächen, die hier zu finden sind, ist dies ein Album, das du als Fan von altmodischem Hardrock nicht verpassen darfst.

Veröffentlichungstermin: 9. Juli 2010

Spielzeit: 37:21 Min.

Line-Up:

Jake Adams – Guitar, Vocals
Pete Adams – Guitar, Vocals
Will Barry-Rec – Bass
Warren Hawkins – Drums

Label: Meteor City Records

Homepage: http://www.thevalkyrierides.com

MySpace: http://www.myspace.com/valkyrie

Tracklist:

1. Running Out
2. Dawntide´s Breeze
3. Green Highlander
4. Apocalypse Unsealed
5. False Dreams
6. The Gorge
7. Man Of Two Visions

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle