V.A.: Baltic Forces [Eigenproduktion]

Zusammenfassend kann man diesem Sampler ein gutes Urteil ausstellen. Gerade zum "Einfach-Auflegen" eignet sich die Scheibe aufgrund ihres Abwechselreichtums sehr gut. Darüber hinaus sind durchgehend fähige Bands am Werk…

Ein oberflächlich etwas missverständlicher Compilation-Titel ließ die Annahme zu, dass es sich bei Baltic Forces um einen Sampler aus dem Baltikum handle. Doch weit gefehlt, schließlich geben sich hier Bands aus dem deutschen Ostseeraum die Klinke in die Hand, so dass die Künstler ausschließlich aus Mecklenburg-Vorpommern kommen. Und hier wird – allem Sampler-Anschein nach – hauptsächlich die härtere Metal-Keule ausgepackt.

Dies führen unverhohlen gleich auch die eröffnenden PIGHEAD vor, die mit ihrem starken Opener Strangled With A Cablestrap dem klassisch grindigen Death Metal huldigen und die Erwartungshaltung an den Sampler gleich zu Beginn etwas hoch ansetzen. Denn die nachfolgende Deathcore-Kapelle CARDIAC verblasst dagegen total. In diese Blässe tauchen dann auch LONGED FOR FUSION ein, die sich dem Gothic Metal zuwenden und sich mit einer netten Frauenstimme an Bord unspekatulär aber romantisch angehaucht den sanfteren Tönen zuwenden.

Danach wird wieder etwas gewütet, indem NIDHØGG ihren Viking Metal auf See schicken und treibend dahinrudern – gut gemacht. EXECUTION entfernen sich darauf hin vom Skandinavien-Einfluss und lassen es lieber etwas inspirationslos im amerikanischen Death Metal-Stil krachen. Auch bei EDH ist man vor Innovationen gefeit – hier wird roher, melodischer Black Metal geboten, der mit einer weniger blechernen Produktion und einem gestrafften Songwriting durchaus Potenzial hätte.

Potenzial haben auch BECOMING DIVINE, die mit einer überraschenden Gerne-Mischung aufwarten können und sich mit unterschiedlichen Vocal-Performances in einer Mischung aus Progressive Rock, Death und Thrash Metal üben. Der Einbahnstraßen-Black Metal von DARK ACCEPTION folgt darauf wie eine plötzlicher Umkehrschwung. Etwas abwechslungsreicher gehen dann wieder AORTA zu Werke, die mit verspieltem Deathcore auf sich aufmerksam machen.

Eine ganze Spur geradliniger, wenngleich technisch einwandfrei geben DISEMBOWEL ihr US-Death Metal-Gastspiel. WEYLAND setzen daraufhin ein weiteres kleines Ausrufezeichen, indem sie ihren melodischen Death Metal in Deutsch vortragen und sich nicht zuletzt deshalb etwas vom Melodeath-Einheitsbrei abheben. Auch HEL´S CRUSADE singen in der Muttersprache, bleiben aber mit dem getragenen Viking Metal hinter der Vorgängerband zurück.

Stilistisch etwas aus der Reihe tanzt dann der Gothic Rock-Beitrag von MAINPOINT. Trotz der anderen Stilrichtung zeigt aber die Band, dass sie nicht zu Unrecht die wohl bekannteste Band dieses Samplers ist. Denn Cowboys hat Hand und Fuß, rockt medlodiös dahin und ist einfach nur gut gemacht. MOLOCH beschließen die Compilation durchaus würdig mit grindigem Death Metal der alten Schule, wobei sie zusätzlich eine orientalisch angehauchte Melodie einfließen lassen.

Zusammenfassend kann man dem Sampler ein gutes Urteil ausstellen. Gerade zum Einfach-Auflegen eignet sich die Scheibe aufgrund ihres Abwechselreichtums sehr gut. Darüber hinaus sind durchgehend fähige Bands am Werk, denen es an manchen Stellen nur am individuellen Wiedererkennungswert fehlt. Aber Gruppen wie PIGHEAD, NIDHØGG, BECOMING DIVINE, AORTA, WEYLAND oder MOLOCH sollten auf dem besten Wege sein, sich dies in Zukunft erarbeiten zu können.

Veröffentlichungstermin: 27. Juni 2008

Spielzeit: 65:29 Min.
Label: Eigenproduktion

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/meckpommmetalsampler

Tracklist:
1. PIGHEAD – Strangled with a Cablestrap
2. CARDIAC – Edge of Madness
3. LONGED FOR FUSION – Salvation
4. NIDHØGG – Des Jarls Tod
5. EXECUTION – Decomposing
6. EDH – Revolution of the Madness
7. BECOMING DIVINE – Obsidian Blades
8. DARK ACCEPTION – Winds of Sorrow
9. AORTA – Scizophren
10. DISEMBOWEL – Hanged, Drawn and Quartered
11. WEYLAND – Nächtliches Erwachen
12. HEL´S CRUSADE – Sista Slaget
13. MAINPOINT – Cowboys
14. MOLOCH – Burning Karthago