ULCERATE: Stare Into Death And Be Still

Mit “Stare Into Death And Be Still” legen ULCERATE einmal mehr Beleg davon ab, dass die Neuseeländer zu den Besten ihres Fachs gehören.

Auf ULCERATE ist einfach Verlass. Denn auch mit ihrem sechsten Album “Stare Into Death And Be Still” liefern die Neuseeländer brillante Feinschmecker-Kost in Sachen Progressive Death Metal ab.

Dabei ist man angehalten, das neue Album, welches die Ehrfurcht vor dem Tod zum Thema macht, ganz bewusst zu genießen. Denn “Stare Into Death And Be Still” ist in keiner Weise ein musikalischer Happen für Zwischendurch – viel zu groß wäre die Gefahr, sich an den komplexen Songs zu veschlucken. Viel mehr muss man sich jede einzelne Minute der Scheibe auf der Zunge zergehen lassen, sich ganz bewusst dem Gaumenabgang widmen, ehe Ton für Ton in die Mitte des Körpers abgleitet.

“Stare Into Death And Be Still” braucht mehr als nur einen Durchgang

Mit “The Lifeless Advance” wird man jedoch gleich einmal unorthodox zu Tisch gerufen. Denn der Opener erweist sich aufs Erste ziemlich sperrig. Aber wie es Ex-Kollege Boris bei “Shrines Of Paralysis” schon erklärt hat, es braucht einfach ein paar Durchgänge, um in die Klangwelten von ULCERATE einzutauchen. Ist man dann jedoch darin gefangen, tun sich abenteuerliche Kompositionen auf. Das Trio durchbricht kleinere Genregrenzen, um vor allem auf den Post-Metal und ein wenig auf den Black Metal zu schielen. Doch grundsätzlich bleibt die Band gut im Segment des Progressive Death Metals zu verorten. Denn alleine der dominante Growl-Gesang von Paul Kelland ist Death Metal per se und verkörpert den Befehlston des Albumtitels “Stare Into Death And Be Still” bestens.

ULCERATE Drummer Jamie Saint Merat ist wieder in Höchstform

Kompositorisch leisten sich ULCERATE auf den knapp 60 Minuten keinen Ausreißer. Zwar vermeint man bei “Drawn Into The Next Void” gegen Ende etwaige Längen zu vernehmen, doch ist das Jammern (und nicht einmal das) auf allerhöchstem Niveau. Besonders gelungen sind einmal mehr die geschickten Spielereien mit dem Tempo: “There Is No Horizon” ist hierbei besonders hervorzuheben, als dass hier die Upbeat-Passagen derart abgehen, dass gleich mehrere Hüte zu ziehen sind. Dass man in diesem Zusammenhang Drummer Jamie Saint Merat unbedingt erwähnen muss, ist eine Frage der Ehrerbietung. Denn der Schlagzeuger ist einfach einer der besten seines Fachs. So wimmelt es nicht nur in “Dissolved Orders” von grenzgenialen Breaks, auch schlägt er immer wieder spektakuläre und einzigartige Rhythmen an (“Exhale The Ash”).

“Stare Into Death And Be Still” ist ein Album für Körper, Kopf und Seele

Beinahe eingängig wirken da schon Songs wie “Inversion” und “Visceral Ends”, wenngleich jeder der acht Tracks auf “Stare Into Death And Be Still” nach drei, vier Durchgängen auf seine Art eingängig und inwendig wird. Denn das neue Album von ULCERATE liegt einem noch sehr lange im Magen und bleibt auch ergreifend in Erinnerung. Somit ein Album für Körper, Kopf und Seele.

Veröffentlichungstermin: 24.04.2020

Spielzeit: 58:23 Min.

Line-Up:
Jamie Saint Merat – Schlagzeug
Michael Hoggard – Gitarre
Paul Kelland – Gesang & Bass

Label: Debemur Morti

Homepage: http://www.ulcerate-official.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/Ulcerate
Mehr im Netz: https://ulcerate.bandcamp.com

ULCERATE “Stare Into Death And Be Still” Tracklist

1. The Lifeless Advance
2. Exhale The Ash
3. Stare Into Death And Be Still
4. There Is No Horizon
5. Inversion
6. Visceral Ends
7. Drawn Into The Next Void
8. Dissolved Orders (Audio bei YouTube)

ULCERATE „Stare Into Death And Be Still“ Stream bei YouTube