TOTAL DEVASTATION: Wreck

Schlichtweg genial! Prog-Death vom Allerfeinsten.

Es gibt Bands, die sind so genial, dass einem schlicht die Superlative ausgehen. TOTAL DEVASTATION sind definitiv so ein Fall. Schon die ersten beiden Alben Reclusion und Roadmap of Pain waren für mich hart an der Grenze zur Genialität, aber Wreck überschreitet diese Grenze locker. Obwohl an dieser Musik wahrhaftig nichts Lockeres ist. Wahnwitzige Brutalität, verschmolzen mit industrieller Kälte und morbider Wissenschaft. Die Vertonung des Mad Scientist, der mit dem Umlegen eines einzigen, riesigen Kippschalters eine ganze Stadt auslöscht und sich anschließend über das gelungene Experiment mit den neuen Todesstrahlen mit kindlichem Kichern hüpfend freut. Eine Achterbahnfahrt mit Blast-Beats, Industrial-Einsprenkseln, herzhaftem Gebrüll und viel musikalischem Können. Als würden MORBID ANGEL eine Platte von MASTODON einspielen. Und DEVIN TOWNSEND produziert. Ein Beispiel: Unsung Heroes. Der Song beginnt mit fiesestem Bass aus den Tiefen der Hölle, der von den Gitarren in ein Labyrinth aus ungeraden Takten und Ausweglosigkeit verführt wird, die übergangslos in majestätischem Midtempo mit großen Akkorden und kalter Keyboard-Untermalung münden. Und dann sind noch keine 2 Minuten vorbei. Oder Massive Manmade Burning – Hammer! Die Band lotet ihre dunkle Seite bis zum Endpunkt aus, stellt sich ihren Dämonen und trotzt ihnen einen Pakt ab: Gebt uns 11 nie dagewesene Prog-Death-Granaten und ihr bekommt unsere Seelen. Oder besser noch, die Seelen all unserer Hörer!
Das Ergebnis ist dieser wilde Ritt durch alle extremen Spielarten des Metals, nur zusammen gehalten durch die Kunst des Songschreibens. Denn trotz aller Frickelei und Genre-Hopping bildet jeder Song eine nachvollziehbare Einheit, ist packend und will gar nicht mehr raus aus dem Gehörgang. Und alle diese Einheiten zusammen ergeben schlicht ein geniales Ganzes. Das Spektrum der Musik reicht von der industriellen Kälte der frühen 80er über brutalen Death bis hin zur Bösartigkeit des Black Metal, ohne eines der Genres wirklich auszuführen. Alles wird in ein einzigartiges Konzept eingebracht und dem Genius der Musiker unterworfen. Quasi vom Kapitalismus zum Satanismus in 45 Minuten. Prog Death für das Ende der Menscheit. Wenn diese Band nicht noch größer als ihre Referenzpunkte MASTODON, KING CRIMSON und MORBID ANGEL zusammen wird, kann es nur daran liegen, dass sie zu gut ist.
Es kann für diese Platte keine Anspieltipps geben, sondern nur einen Rat: Kaufen! Das Zimmer verdunkeln, Kopfhörer auf und komplett durchhören. Dann nochmal. Und nach dem dritten Mal den Vorhang wieder aufziehen und auf die rauchenden Trümmer der Stadt starren. Totale Verwüstung eben.

Veröffentlichungstermin: 25.09.2006

Spielzeit: 44:05 Min.

Line-Up:
Lauri Pikka – Vocals and programming
Saku Hakuli – Guitar
Jarmo Pikka – Drums
Jaakko Heinonen – Vocals
Harri Pikka – Guitar
Pasi Hakuli – Bass

Produziert von Janne Saksa & Total Devastation
Label: Firebox

Homepage: http://www.totaldevastation.org/

Tracklist:
1. Some Random
2. Aware
3. Collision Course
4. The great Revelation
5. Surveillance
6. Twitcher
7. Unsung Hero
8. High Standard
9. Massive Manmade Burning
10.Way to better
11.Wreck