THE OKLAHOMA KID: Tangerine Tragic

THE OKLAHOMA KID zeigen sich unberechenbar und wandelbar – sogar mehr noch als auf dem Debüt. Das macht “Tangerine Tragic” zumindest zu einem der originellsten Metalcore-Beiträge des laufenden Jahres.

Deutschlands Clubs müssen wohl demnächst ihre Türstöcke verbreitern. Wer mit derart breitem Kreuz agiert wie THE OKLAHOMA KID auf ihrem zweiten Album „Tangerine Tragic“, dürfte nämlich durch keinen gewöhnlichen Durchgang mehr passen. War das Debüt „SOLARRAY“ (2019) schon eine kleine Wundertüte, legen die Rostocker nun nochmal eine Schippe drauf, als wäre es das Normalste auf der Welt. Die Band verbindet munter modernsten Metalcore mit Rock, Indie und Elementen des klassischen Hardcore, so dass wir eigentlich nie wissen, was als Nächstes auf uns zukommt.

Da rücken uns in „To Dance With Fire“ und „Waldsterben“ etwa erst tief gestimmte Gitarren mit technischen Riffs und Djent-Kante die Frisur zurecht, bevor „Melt Into You“ eine lässige Rock-Note mit modernen Background-Synths und einem stampfenden Rhythmus verbindet. „Dye Black To Pink“ balanciert schließlich zwischen lockerem Indie Rock und einer dezenten Post-Hardcore-Note, die sich vornehmlich in den wandelbaren Vocals von Sänger Tomm Brümmer bemerkbar macht.

Auf ihrem zweiten Album zeigen sich THE OKLAHOMA KID noch wandelbarer als auf dem Debüt

Selbiger wechselt zwischen Klargesang, harten Screams und allen Varianten dazwischen in etwa so oft wie THE OKLAHOMA KID als Kollektiv die Stilrichtung. In dieser Hinsicht bleibt sich das Quintett im Vergleich zum Debüt also treu, bringt ihren eigenwilligen Stilmix aber noch besser auf den Punkt als anno 2019. Das mag an den griffigeren Hooks liegen, geschieht allerdings nie auf Kosten musikalischer Härte: Wenn „Pale Tongue“ den unruhigen Synth-Beat gegen drückende Metalcore-Riffs tauscht, braucht es nicht erst den späteren Breakdown, um Zweiflern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Die Wandelbarkeit THE OKLAHOMA KIDs erinnert ob leichtfüßiger Tracks à la „A Velvet Feel“ sogar ganz dezent an LANDMVRKS, ohne aber wirklich im selben Gewässer zu fischen. Die Art und Weise wie „Words Like Violence“ elektronische Beats und Synth-Teppiche kombiniert – irgendwie Disco-Pop und dabei trotzdem noch Metal -, bekommt man in dieser Form eben doch nur bei THE OKLAHOMA KID.

“Tangerine Tagic” ist einer der originellsten Metalcore-Beiträge des laufenden Jahres

In jedem Fall ist „Tangerine Tragic“ daher einer der mutigsten und wohl auch originellsten Metalcore-Beiträge des laufenden Jahres, wo frischer Wind dieser Tage rar gesät ist. Die unerschrockene und erfolgssichere Art der fünf Musiker kommt folglich genau zur richtigen Zeit – nur für die Architektur der hiesigen Konzerthallen müssen wir uns zeitnah noch eine Lösung überlegen, damit THE OKLAHOMA KID dieses imposante Selbstbewusstsein auch tatsächlich auf die Bühnen tragen können und nicht auf halbem Wege stecken bleiben.

Veröffentlichungstermin: 3.6.2022

Spielzeit: 45:17

Line-Up

Tomm Brümmer | Gesang
Fred Stölzel | Gitarre
Andreas Reinhard | Gitarre
Robert Elfenbein | Bass
David J. Burtscher | Schlagzeug

Produziert von Jan Kerscher und Lance Prenc (Mix und Mastering)

Label: Arising Empire

Facebook: https://www.facebook.com/theoklahomakidofficial

THE OKLAHOMA KID “Tangerine Tragic” Tracklist

1. To Dance With Fire
2. Pale Tongue (Video bei YouTube)
3. A Velvet Feel (Video bei YouTube)
4. The Way Things Were
5. Replaced
6. Come Undone (Visualizer bei YouTube)
7. Waldsterben (Video bei YouTube)
8. Dye Black To Pink (Video bei YouTube)
9. Melt Into You (Video bei YouTube)
10. Lost Purpose
11. Ohnmacht