THE OKLAHOMA KID: SOLARRAY

THE OKLAHOMA KID: SOLARRAY

Das A und O der Album-Promotion ist gar nicht so schwierig zu durchblicken. Eingängig und melodisch sollte das erste Lebenszeichen sein, um eine möglichst breite Hörerschaft zu erreichen. So wie eben „Oasis“, das nicht von ungefähr am Anfang von „SOLARRAY“ steht. THE OKLAHOMA KID starten mit einem richtigen Hit, einem typischen Metalcore-Track samt Ohrwurmrefrain.

So hat uns das Quintett schnell um den Finger gewickelt, nur um dann die große Keule auszupacken. Nicht, dass „SOLARRAY“ ansonsten arm an Facetten wäre, doch „Oasis“ bleibt die einzige Nummer, der wir so etwas wie Radioappeal attestieren können. Dafür zerlegt „High Stakes“ im Anschluss mit seinen tief gestimmten Gitarren und dem grollenden Bass unsere Inneneinrichtung, während sich das moderne Element im Sound der fünf Musiker zusehends offenbart.

„SOLARRAY“ steckt die Genregrenzen breit ab

Im Hintergrund breiten sich sanfte Synthesizer aus, die in „Shaking Off The Disease“ einer Strophe zwischen Indie Rock und Modern Metal den Weg ebnen, bevor THE OKLAHOMA KID schließlich doch wieder in die harte Schiene zurückfallen.

Ganz gleich, ob „SOLARRAY“ nun mit Klargesang oder Screaming, mit atmosphärischen Arrangements oder drückenden Riffbollwerken durch das breit gesteckte Genre pflügt – den meisten Drive entwickeln THE OKLAHOMA KID, wenn alle Zahnräder ineinandergreifen. „Doppelgänger“ prescht etwa erst im Stil von ARCHITECTS zu „Lost Forever // Lost Together“-Zeiten geradlinig durch die Mitte, bevor ein harter Break die erste Zäsur setzt. Das zweiminütige Ambient-Outro ist dann so zerbrechlich, dass wir den Atem anhalten möchten, um diesen besonderen Ruhepol des Albums genießen zu können.

THE OKLAHOMA KID werfen den Köder aus – und wir beißen unbedarft an

Mit dem leicht vertrackten „Balaclava“, dem aufrüttelnden „Feed Me Fear“ sowie der Laut-leise-Dynamik im Titeltrack stören THE OKLAHOMA KID die Idylle derweil höchstselbst, während „Monster“ sogar mit ein paar Djent-Zitaten aufwarten kann. Das instrumentale „Dreambender II“ wäre letztendlich ein federleichter und versöhnlicher Schlusspunkt, gäbe es da nicht das experimentelle „Trailsign“, wo sich die Band in sechs progressiven Minuten noch einmal komplett austobt und dem wendungsreichen „SOLARRAY“ zum Abschluss ein paar zusätzliche Attribute spendiert.

Wie man eine solche Wundertüte bewirbt, wissen wir ja bereits: Man muss nur den richtigen Köder auswerfen, um der potenziellen Beute im Anschluss gehörig den Kopf zu waschen. Wir geben zu, das haben wir so nicht kommen sehen.

Veröffentlichungstermin: 13.9.2019

Spielzeit: 46:51

Line-Up:

Tomm Brümmer – Vocals
Fred Stoelzel – Gitarre
Andreas Reinhard – Gitarre
Robert Elfenbein – Bass
David J. Burtscher – Schlagzeug

Label: Arising Empire

Facebook: https://www.facebook.com/theoklahomakidofficial

THE OKLAHOMA KID “Solarray” Tracklist

01. Oasis (Video bei YouTube)
02. High Stakes
03. Shaking Off The Disease (Video bei YouTube)
04. Feed Me Fear (Video bei YouTube)
05. Doppelgaenger
06. Balaclava
07. Solar Ray (Video bei YouTube)
08. Heartdown
09. Monster
10. Dreambender II
11. Trailsign

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.