THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT: Ösforras

THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT: Ösforras

Bereits im August 2008 aufgenommen und im Frühjahr 2009 veröffentlicht, hat das dritte Album von THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT noch eine Weile gebraucht, um in unserer Redaktion zu landen. Aber das macht nichts, die Musik des ungarischen Duos hat mit Trends und angesagten Klängen so viel zu tun wie Halászlé mit dem Big Mac.

Agnes Toth und Mihaly Szabo haben sich der Folklore verschrieben, die weitestgehend die heimischen ungarischen Klänge mit sich führt, dabei auch die Geschichte des Landes musikalisch erklingen lässt, indem sich keltische und türkische Melodien einschleichen. Das Duo verzichtet darauf, sich mit harten Klängen einem größeren Publikum anzubiedern, es gibt ausschließlich traditionelle Musik. Und die hat es in sich, weiß zu fesseln und bringt in vielen Momenten mehr Energie mit sich als so manche True Metal-Band und mehr Pathos als viele Pagan Metal-Bands oder Mittelalterrock-Kapellen. Letztere kommen einem in den Sinn, weil THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT sicher einen ähnlichen Kreis an Zuhörern ansprechen wird. Auf großen Bühnen wird man das Duo, zumindest außerhalb von Ungarn, nicht finden, eher auf Mittelaltermärkten und Folklorefesten. Dort dürfte ihre Musik ihren Charme zweifelsohne entfalten. Egal, ob man sich von den teils schwermütigen Melodien forttragen lässt, zu den treibenden Klängen das Tanzbein schwingt oder einfach gespannt lauscht, diese Musik hat etwas fesselnd exotisches, natürlich auch durch die ungarische Sprache. Oft wirkt die Musik scharmanisch, hypnotisch, verbreitet Magie, die vielen traditionellen Instrumente klingen fremd und vertraut zugleich. Der Gesang von Agnes ist bezaubernd, Mihaly steuert heroische und beschwörende Männergesänge dazu. Schnell bauen sich Bilder auf von rauen Männern, ums Lagerfeuer tanzt eine sexy Zigeuner-Hexe, der Duft von Gulasch im großen Kessel und des süßen Trokajer-Weines füllen den Raum. Der Gesamtsound von Ösforras ist erfreulich kraftvoll, lässt aber immer genug Raum für die Instrumente. Es ist zu schade, dass diese Musik an den meisten Menschen ungehört vorbei ziehen wird.

Wer Folklore und Mittelaltermusik mag, World-Music im Allgemeinen oder beim Labelnamen Equilibrium Music aufhorcht, der dürfte Ösforras lieben. Die Chance, THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT auf einem entsprechenden Fest live zu sehen, sollte man sich sicher auch nicht entgehen lassen, zum Beispiel aktuell auf dem Walpurgisnachtsfest auf der Ronneburg.

Veröffentlichungstermin: 19.03.2009

Spielzeit: 44:58 Min.

Line-Up:
Agnes Toth – Gesang, Bass, Violine, Woodwinds, Morin Khuur, Percussion
Mihály Szabo – Gesang, Gitarre, Bass, Zither, Fujara, Percussion

Produziert von Toth, Szabo
Label: Equilibrium Music

Homepage: http://www.themoon.equilibriummusic.com

MySpace: http://www.myspace.com/themoonandthenightspirit

Tracklist:
1. Álomidö
2. Ég Felé
3. Ösforrás
4. Fénybe Térö
5. Bensö Patak
6. Tüzben Születö
7. Alkonyvarázs
8. Hétvilág
9. Földanya Sóhaja

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.