SORCERER: Lamenting Of The Innocent

SORCERER: Lamenting Of The Innocent

Der Düster-Epik-Liebhaber konnte sich in den zurückliegenden Wochen wahrlich nicht beklagen: DEATH THE LEVELLER, MY DYING BRIDE und bei dem ein oder anderen auch MOONTOWERS haben die Portemonnaies ganz schön arg strapaziert.

Und dann kommt jetzt auch noch die neue SORCERER: Seit der Reunion 2010 stehen mit “In The Shadow Of The Inverted Cross” und “The Crowning Of The Fire King” zwei überdurchschnittliche Werke der Schweden zu Buche. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch, dennoch schaffen es die Zauberer mit “Lamenting Of The Innocent” erneut, ein hochwertiges Produkt zusammenzuschustern, das sich in der Albumtitelvergabe als auch an der stilistischen Ausrichtung an den beiden Vorgängern orientiert und qualitativ jenen sogar entwächst.

Anders Engberg zwischen Tony Martin und Ronnie James Dio

Denn was sich hier rund 63 Minuten abspielt, ist sehr mächtig! Kaum eine andere Band aus diesem Metier (inkl. CANDLEMASS) schafft es aktuell, kernige Heavy Doom-Riffs dermaßen in hochmelodische und hymnische Arrangements einzubetten, dass daraus nahezu ausnahmslos wahre Akustik-Perlen entspringen: ‘Age Of The Damned’, ‘Lamenting Of The Innocent’ oder ‘Where Spirits Die’ sind Paradebeispiele für herzerweichende Dramatik, in denen sich Sänger Anders Engberg wieder mal nach Herzenslust entfalten darf. Eine Stimme, bei der neben Tony Martin auch des öfteren RONNIE JAMES DIO durchschimmert (Engberg singt u.a. auch bei der Tony Martin-BLACK SABBATH-Ära-Tribute Band Headlöss Cross) und wie geschaffen ist für die großen, epischen Momente! Aber auch für die kraftvolle Theatralik, die die wuchtigeren Stücke ‘The Hammer Of Witches’, ‘Institoris’ oder ‘Path To Perdition’ auszeichnet. Die drei, vier angegrowlten Lyrics, die sich auf der neuen Scheibe eingeschlichen haben, passen ebenso ins Gesamtbild wie die mit Streichern unterlegte Ballade ‘Deliverance’ und verdeutlichen, dass die Nordmänner durchaus an kleinen Veränderungen interessiert sind.

Größere Veränderungen hingegen auf zwei Positionen: Justin Biggs als einer von zwei Neuzugängen darf nun am Bass beweisen, dass die Entscheidung, Urmitglied Johnny Hagel weiter in den Hintergrund zu drängen (er agiert aus dem Off sozusagen als Spiritus Rector und hat überdies noch die geschäftlichen Fäden in der Hand), richtig war. Zudem hat nach 25 Jahren Richard Evensand (u.a. auch für kurze Zeit Drummer bei THERION und SOILWORK) wieder hinter den Kesseln Platz genommen und darf nach einem Demo in der Frühphase der Band nun endlich seinen Langspiel-Einstand feiern.

Ding Dong, die Hex’ ist tot…

Und wer es jetzt anhand der Songtitel noch nicht erraten hat: der inhaltliche Schwerpunkt liegt lose bei dem Thema “Hexenverfolgung”, konkret um das zu jener düsteren Zeit gehandelte Pamphlet “Der Hexenhammer”. Kann man mal machen, ist ja auch ein allseits beliebtes Metalthema.

SORCERER sind im Kern enger zusammengewachsen und werfen Ende Mai opulenteren und griffigeren Stoff als je zuvor auf den Markt, der zudem mit einer warmen und atmenden Produktion ausgestattet ist. Auch in puncto songdienlichem Einbringen von flüssigen Soli und nachvollziehbaren Strukturen bedeutet “Lamenting Of The Innocent” nochmals einen Entwicklungsschritt nach vorne. Hammerteil!

Veröffentlichungstermin: 29.05.2020

Spielzeit: 63:38

Line-Up:

Anders Engberg – vocals
Kristian Niemann – guitars
Peter Hallgren – guitars
Justin Biggs – bass
Richard Evensand – drums

Produziert von SORCERER

Label: Metal Blade Records

Homepage: www.sorcererdoom.com

SORCERER „Lamenting of the Innocent“ Tracklist

1. Persecution (intro)
2. The Hammer of Witches (Video bei YouTube)
3. Lamenting of the Innocent (Video bei YouTube)
4. Age of the Damned (Video bei YouTube)
5. Where Spirits Die (Video bei YouTube)
6. Deliverance (Video bei YouTube)
7. institoris (Video bei YouTube)
8. Condemned (Video bei YouTube)
9. Dance with the Devil (Video bei YouTube)
10. Path To Perdition (Video bei YouTube)
11. Hellfire (Bonus Track Digipak) (Video bei YouTube)

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Andi Dollinger
Ein alter Freund, seit März 2020 neu bei vampster!