SIJJIN: Sumerian Promises

„Sumerian Promises“ hält, was das Demo „Angel Of The Eastern Gate“ versprach: SIJJIN liefern eine fantastische Hommage an den chaotischen Death-Thrash der 80er.

Ich lege ein Geständnis ab: Death-Thrash fand ich als junger Heranwachsender mal geil, mittlerweile gibt mir diese Musik nichts mehr. Null, zero, nada. Dachte ich. Und plötzlich erschienen SIJJIN auf der Bildfläche. Und siehe an, das Chaos der archetypischen, ungestümen Bands in diesem Genre – denke an POSSESSED, ganz frühe SEPULTURA, und so weiter –, es konnte ins Jahr 2019 transferiert werden. Da erschien nämlich das brillante Demo „Angel Of The Eastern Gate“. SIJJIN, das sind Malte Gericke alias Mors Dalos Ra von NECROS CHRISTOS und deren letzter Drummer Iván Hernandez, sowie Gitarrist Ekaitz Garmendia, stellen nun zwei Jahre später ihr Debütalbum „Sumerian Promises“ vor und werden den hohen Erwartungen locker gerecht.

Endlich wieder geiler Death-Thrash: SIJJIN bündeln die Stärken der alten Garde auf „Sumerian Promises“

Ach, würden MORBID ANGEL nur nochmal so klingen. SIJJIN bündeln das Chaos und die Wildheit von „Altars Of Madness“ mit einem trockenen, transparenten, aber brutalen Sound und jeder Menge Energie. „Sumerian Promises“ wurde im Studio live eingespielt und das hört und spürt man. In der Musik und den Growls liegt eine erfrischende Direktheit und Spontaneität, die kein Verschleiern von eventuellen halbgaren Ideen zulässt. Somit sind es vor allem die Riffs, die SIJJIN auszeichnen: Die Songs bersten geradezu vor extrem starken Riffs, vor wilden Soli und vor punktgenauem, thrashigem Drumming. Egal, dass es an Originalität mangelt, völlig wurst, dass keine neuen Akzente gesetzt werden können, denn diese Qualität macht alles wett.

Zehn Songs plus ein Interlude lang drücken SIJJIN das Gaspedal durch und bleiben trotz der hohen Geschwindigkeit stets ausgewogen. Das funktioniert so spielerisch einfach, weil das Trio eine klare Vorstellung von den Stücken hat. Anders gesagt: „Sumerian Promises“ hält sich nicht mit großen spielerischen Finessen auf, sondern setzt auf Prägnanz. So entstehen fantastische Songs wie der Opener „Daemon Blessex“, das langsam beginnende und schließlich explodierende „Those Who Wait To Enter“, der furiose Titeltrack und das abschließende „Condemned By Primal Contact“ mit seinem geradezu atomaren Mainriff.

Bei „Sumerian Promises“ hört man echte Bandarbeit: SIJJIN präsentieren sich als souveräne Handwerker

So schaffen SIJJIN das Kunststück, dass die Dreiviertelstunde wie im Flug vergeht und dass sich „Sumerian Promises“ in dieser Zeit nicht abnutzt. Gestrafft hätte das Album nicht werden können, die Songs sind punktgenau arrangiert. Das Debüt hat keinen Durchhänger, auch wenn in der zweiten Hälfte die Intensität der Stücke nachlässt. Sei es drum, es ist allein schon bemerkenswert, dass SIJJINs Publikum wirklich einer Band zuhört und keinem künstlich nach vorne gepushten Frontmann mit einer auf Perfektion getrimmten Instrumentalfraktion dahinter. In allen Belangen holen SIJJIN somit das Beste aus den alten Werten heraus und liefern ein exzellentes Debütalbum ab, das – warten wir ein paar Jahre ab – Klassikerpotenzial besitzt.

Wertung: 8 von 10 Wüstendämonen

VÖ: 12. November 2021

Spielzeit: 45:39

Line Up:
Malte Gericke – Vocals, Bass
Ekaitz Garmendia – Guitar
Iván Hernández – Drums

Label: Sepulchral Voice Records

SIJJIN „Sumerian Promises“ Tracklist:

1. Daemon Blessex
2. Dagger Of A Thousand Deaths
3. Those Who Wait To Enter
4. Sumerian Promises
5. Angel Of The Eastern Gate
6. Hunting The Lizard
7. Unchain The Ghost
8. Darkness On Saqqara (Official Audio bei Youtube)
9. White Mantras Bleed From Black Magick
10. Outer Chambers Of Entity
11. Condemned By Primal Contact (Official Audio bei Youtube)

Mehr im Netz:

https://sijjindeath.com/
https://sijjin.bandcamp.com/
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