SHINING: 8 1/2 – Feberdrömmar i vaken tillstånd

Alles halbneu macht der September?
Neuaufnahmen von alten Werken sind populär – immerhin erscheint so der Eindruck, dass man es als Band doch noch drauf hat und nicht einfach Uralt-Demos mit potentiell erheblichen Schämfaktor wiederveröffentlicht. Wirklich einleuchtend sind Neuaufnahmen dennoch oft nicht – man erinnere sich etwa an das gruselige DIMMU BORGIR “Stormblåst 2005”-Fiasko oder an die überflüssigen Neuaufnahmen mehrerer Songs der drei ARCH ENEMY-Alben Black Earth, Stigmata und Burning Bridges mit der damals neuen Sängerin Angela Gossow.
SHINING scheinen sich dieser Gratwanderung bewusst zu sein und nennen ihr 8 1/2 – Feberdrömmar i vaken tillstånd-Album schon im Titel nur ein achteinhalbtes Album (Übersetzung: Fieberträume im Wachzustand). Zudem haben die Schweden nicht alles neu eingespielt. Lieber nehmen sie Songs aus dem Vorproduktionsstadium, legen neue Bass- und Keyboardspuren dazu und deichseln ein bisschen an den Mischpultknöpfen rum. Richtig cool wird so das alte Songmaterial im Opener Terres des anonymes: Unweigerlich fühlt man sich an BURZUM erinnert – ABER mit einem fett klingenden Bass dazu. Schöner wird es – trotz typischem SHINING-Vibe und dem von Attila Csihar-inspirierten Niklas Kvarforth-Gesang – auf 8 1/2 – Feberdrömmar i vaken tillstånd nicht mehr. Denn dieser Opener vereint körningen Black Metal mit sattem Bass-Sound, und da bleibt kein Armhaar unbehelligt in der Horizontalen liegen…
Fazit: Nach drei Splits liefern SHINING dieses halbe Album. 8 1/2 – Feberdrömmar i vaken tillstånd ist kein schlechtes Werk und sicherlich ein schöner Streifzug in die Vergangenheit für langjährige Fans (nicht nur wegen dem starken Opener). Gerade Anhänger der jüngeren, geschliffer klingenden SHINING-Zeiten werden damit jedoch nur schwer die Wartezeit auf ein neues Werk der schwedischen Schwarzmetaller zu überbrücken vermögen. Darum – bitte gebt uns endlich die volle Nummer neun, SHINING!

Veröffentlichungstermin: 23.09.2013

Spielzeit: 48:47 Min.

Line-Up:

Christian Larsson – Bass
Peter Huss – Gitarren
Niklas Kvarforth – Vocals, Gitarren, Keyboards

Label: Dark Essence Records

Homepage: http://www.shiningasylum.com/

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/shiningofficial

Tracklist:

1. Terres des anonymes
2. Szabadulj meg önmagadtól
3. Ett liv utan mening
4. Selvdestruktivitetens emissarie
5. Black Industrial Misery
6. Through Corridors of Oppression