SHADOW KEEP: Corruption Within

SHADOW KEEP: Corruption Within

So kann es gehen…erst vor kurzem habe ich mir das 6-Track-Mini-Album der englischen Power-Metaller (ja, so was gibt es anscheinend tatsächlich noch!) SHADOW KEEP gekauft und nun muss ich feststellen, dass genau diese Songs allesamt auf dem nun über ein Label vertriebenen Debütalbum der Band vertreten sind. Sauerei, muss ich für die Songs gleich doppelt bezahlen (da die Promo nur in der Papphülle daherkommt und die Texte mal wieder nicht dabei sind, muss ich mir das Album wohl doch kaufen…)

Aber ich will euch mit meinem Einzelschicksal verschonen und erzähl euch lieber was über die Musik von SHADOW KEEP, denn die ist um einiges interessanter als meine Privatprobleme. Wie bereits erwähnt, spielen SHADOW KEEP Power-Metal und das im Sinne der ursprünglichen Bedeutung dieses Ausdrucks! Power-Metal braucht Power und die haben SHADOW KEEP zuhauf zu bieten! Treibende Riffs, interessante Gitarrenarbeit und mitreißender Gesang, das waren schon immer die Trademarks dieser Metal-Spielart und die sind auch auf Corruption Within zu finden. Einen kleinen Exotenbonus bekommt die Band zusätzlich, da sich in deren Reihe eine weibliche Gitarristin (Nicki Robson) befindet, die sich mit ihrem Kollegen Chris Allen so manch hervorragendes Gitarrenduell liefert. Wird Zeit, dass sich da endlich mal ein paar talentierte Nacheiferinnen finden!

Und dann kommen wir auch schon zu einem Thema, das auch bei uns Vampsters bereits für Diskussionen sorgte: der Gesang von Rogue M. Für mich ein hervorragender Power-Metal-Sänger, für andere einfach nur überbewertet. Ganz klar, es lässt sich nicht abstreiten, dass Rogue technisch nicht gerade ein Meister seines Fachs und noch um ein vielfaches steigerungsfähig ist. Besonders was das Halten von Tönen betrifft, hat er immer wieder Schwierigkeiten und böse Menschen haben bereits den Werbeslogan wenn die Stimme bricht: SHADOW KEEP erfunden. Doch auf der anderen Seite steht die Power, die er durch seinen Gesang rüberbringt. Stets ans Limit gehend, bringt er in die Songs Ausdruck und Emotionalität und genau das ist es doch, was beim Power-Metal zählt!

Was die Songs betrifft, so muss man sagen, dass die Stücke des Mini-Albums gegenüber den neuen Kompositionen eindeutig die Nase vorn haben. Mit Dark Tower hat die Band eine Power-Metal-Hymne par excellence kreiert, denen Altar of Madness oder The Silver Sword kaum nachstehen. Doch ganz besonders hat es mir der Song Inner Sanctum mit seiner großartigen Gesangslinie angetan. Dagegen können die neuen Songs nicht ganz so viel aufwarten. Zwar sind auch diese auf einem überdurchschnittlichen Niveau anzusiedeln, doch wirken sie manchmal, als hätte man jetzt unbedingt ein paar Tracks für ein komplettes Album komponieren müssen. Ein bisschen mehr Ausarbeitungszeit und die Dinger hätten bestimmt ganz schön geknallt. So bleibt hiervon also in erster Linie der Titeltrack mit seiner interessanten Gitarrenarbeit und das etwas schräge aber dadurch umso bessere Meta-Morale.

Wieder ist uns also ein hervorragender Power-Metal-Act in diese Metal-Welt geboren worden und da das Geburtsdatum im Frühjahr 1999 liegt, kann man noch große Taten erwarten. Und wieder gibt´s die volle Kaufempfehlung!

Ach, fast vergessen: mit Queen of the Reich gibt´s übrigens ein hervorragend gespieltes (wenn auch nur nachgespieltes) QUEENSRYCHE-Cover als Bonus-Track!

Fierce

Veröffentlichungstermin: 18.09.00

Spielzeit: 63:33 Min.

Line-Up:
Rogue M. – vocals

Chris Allen – guitars

Nicki Robson – guitars

James Daley – bass

Dave Edwards – drums

Produziert von SHADOW KEEP & Karl Groom
Label: LMP

Hompage: http://www.shadowkeep.co.uk

Tracklist:
1. Dark Tower

2. The Trial of Your Betrayal

3. Mark of the Usurper

4. Altar of Madness

5. Corruption Within

6. Cast Out

7. Meta-Morale

8. Silver Sword

9. Death: A New Horizon

10. Murder

11. Inner Sanctum

Fierce
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