SARAH JEZEBEL DEVA: The Corruption Of Mercy

Symphonischer Beginn, danach gradueller Absturz…

Dass SARAH JEZEBEL DEVA seit ihren Glanztagen bei CRADLE OF FILTH, THE KOVENANT und ANGTORIA auf Solopfaden wandelt, dürfte spätestens seit A Sign Of Sublime bekannt sein. The Corruption Of Mercy startet denn auch verheissungsvoll und erinnert zu Beginn an einen bombastischen Filmsoundtrack – Daumen rauf für den Opener, hier hat jemand produktionstechnisch ganze Arbeit geleistet.

Leider geht es danach mehr und mehr bergab. Kann man den symphonischen Gothic Metal zu Beginn noch als DIMMU BORGIR für Mädchen einstufen – sowohl wegen des Frauengesangs wie auch wegen des weichspülenden Instrumentariums (keine bösen Gitarren, kein böses authentisches Schlagzeug) – leistet sich SARAH JEZEBEL DEVA nach der deutlichen CRADLE OF FILTH-Parallele in Silence Please eine richtige Niedrigniveaublösse: ein Cover von THE CRANBERRIES Zombie. Argh. Schlimm. Ganz garstig das. Die Vocals sind zu glatt, die Gitarren dünn und schmerzhaft dissonant, und das Cover zeigt höchstens negative Seiten einer Eigeninterpretation auf. Grauenhaft.

Die Songs in der zweiten Hälfte des Albums trösten kaum über das bereits Gehörte hinweg. SARAH JEZEBEL DEVA gibt sich weich und zart wie EVANESCENCE, hat aber nicht deren Verletzlichkeit. Und anders als etwa bei THEATRE OF TRAGEDY fehlt The Corruption Of Mercy einfach Persönlichkeit. Im Endeffekt überzeugt The Corruption Of Mercy überhaupt nicht – der anfängliche Glanz ist verschwunden und macht einem belanglosen Album mit schwachen Female Vocals Platz. Schade.

Veröffentlichungstermin: 20.06.2011

Spielzeit: 43:08 Min.

Line-Up:
Sarah Jezebel Deva – Vocals
Dan Abela – Gitarren
Jamie Abela – Drums
Jonny Gray – Gitarren
Ablaz – Bass

Label: Listenable Records

Homepage: http://www.myspace.com/jezebeldeva

Tracklist:
1. No Paragon of Virtue  
2. The World Won`t Hold Your Hand
3. A Matter of Convenience  
4. Silence Please  
5. Zombie  
6. Pretty With Effects  
7. What Lies Before You  
8. Sirens  
9. The Eyes That Lie  
10. The Corruption Of Mercy