PUSHKING: The World As We Love It – A Rock And Roll Journey

PUSHKING: The World As We Love It – A Rock And Roll Journey

In ihrer Heimat zählen die `94 gegründeten PUSHKING aus St. Petersburg mit ihren unzähligen Veröffentlichungen zu den Helden des harten Rock, auch international ist die Band eine der bekanntesten Hard `n´ Heavy-Bands Russlands. Der Kultstatus der Band offenbart sich mehr als deutlich, wenn man das neue Album in den Händen hält. Unter dem Titel The World As We Love It – A Rock And Roll Journey hat man einige Songs der Bandgeschichte zusammengepackt, und mit Unterstützung von Produzent Fabrizio Grossi hat sich eine beachtliche Reihe von namhaften Musikern eingebracht und diese Songs zu einem bunten Potpourri verwurstelt. Vornehmlich 80er-Helden finden sich, zumindest hatten sie da zumeist ihre größten Erfolge und haben entsprechend selbst sicher auch PUSHKING beeinflusst.  

Nun, der Wert einer solchen Geschichte ist nicht zu leugnen: die beteiligten Gast-Musiker können so wieder oder endlich einen Fuß in den russischen Rock-Markt setzen, die Russen setzen so ihre Flagge endgültig im internationalen Rockzirkus. Was sich wie eine platte Strategie liest, das macht durchaus Laune. PUSHKING haben sich immer gern an amerikanischen, aber auch europäischen Sounds orientiert, sodass viele Songs vertraut erscheinen. Es wird locker-flockig Rock`n´Rollt, so klingt der erste Song mit Vocals und Gitarre von Billy Gibbons (ZZ TOP), als würde der Niederländer HERMAN BROOD W.A.S.P.s Blind In Texas spielen. Es gibt groovende Rock-Songs, Hard Rock mit deutlichem 80er-Flair, einen Hauch spät-70er-Rock, viele vertraute Melodien, eingebettet in klassisches Songwriting, das keinem weh tut. Von den beiden älteren PUSHKING-Alben, die ich habe, finden sich zwei Songs wieder, die man sofort erkennt, die durch die beteiligten Gäste aber ein ganz eigenes Gesicht bekommt. Bei so vielen allzeit vertrauten Stimmen und typischem Gitarrenspiel der Beteiligten ist das wohl auch kaum vermeidbar. So könnte Troubled Love zum Beispiel ohne weiteres auch auf einem ALICE COOPER-Album stehen. Es macht kaum Sinn, auf einzelne Songs oder Künstler einzugehen, ein Blick auf die Tracklist macht schnell klar, dass es hier eine Freakshow vom Feinsten gibt, eben weil jeder seinen persönlichen Stempel hinterlässt. Schön, mal wieder die Stimme von John Lawton (Ex-URIAH HEEP) in einem schunkeligen Schmusesong zu hören, das nachdenkliche My Reflection After Seeing The Schindler´s List Movie singt Hausherr KOHA selbst, begleitet von STEVE VAIs Gitarre könnte der Song auch auf einem BRUCE DICKINSON-Album stehen. Gänsehaut gibt es erwartungsgemäß bei den Vocals von Altmeister GLENN HUGHES, traurig stimmt einen Tonight, das einen deutlichen Touch GARY MOORE-Ballade mitbringt mit gefühlvollem Gitarrenspiel von Bluesman JOE BONAMASSA. Unser Giftzwerg UDO DIRKSCHNEIDER mit einem amüsanten Party-Rocker, das hat dann wieder was von einer Freakshow.

Nun ja, nicht jeder Song und auch nicht jede Gesangsleistung ist über jeden Zweifel erhaben, aber hier zählt letztendlich das Gesamtwerk. Die Band PUSHKING erweist ihren Vorbildern die Ehre und bekommt dies mit Respekt und teils tollen Beiträgen zurück. Wer die Russen kennt und mag, der wird diese bunte Sammlung an Bandklassikern lieben. Das werden nicht allzu viele Hard-Rocker sein, durch die vielen beteiligten Promis ist aber eigentlich für jeden Hard`n´Heavy-Rock-Fan der 80er was dabei. Gezielt die Generation, die bei den genannten Namen sofort aufhorcht, kann hier also ruhig zugreifen.

Veröffentlichungstermin: 28.01.2011

Spielzeit: 79:11 Min.

Line-Up:
Konstantin KOHA Shustarev – Vocal, Guitars
Andrey DRUNIA Kruglov – Drums
Oleg IVANICH Bondaletov – Keyboards
Dmitriy MITYA Losev – Guitars
Roman ROMA Nevelev – Bass

Produziert von Fabrizio Grossi
Label: ear-Music/edel

Homepage: http://www.pushking.eu

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/pushkingofficial

Tracklist:
01. Intro
02. Night Rider – Vocals, Guitar: Billy Gibbons (ZZ TOP)
03. It´ll Be O.K. – Vocals: Billy Gibbons, Guitar: Nuno Bettencourt (EXTREME)
04. Trouble Love – Vocals: ALICE COOPER, Guitar: Keri Kelli (ALICE COOPER)
05. Strangers Song – Vocals: John Lawton(URIAH HEEP), Guitar: Steve Stevens(BILLY IDOL)
06. Cut The Wire – Vocals: Paul Stanley(KISS), Guitar: Stevie Salas
07. My Reflection After Seeing The Schindler´s List Movie – Vocals: Koha, Guitar: STEVE VAI
08. God Made Us Free – Vocals: Graham Bonnet (RAINBOW), Guitar: Dobro Al Perkens
09. Why Don´t You – Vocals: GLENN HUGHES (DEEP PURPLE/BLACK SABBATH), Guitar: Dobro Al Perkens
10. I Believe – Vocals Jeff Scott Soto (JOURNEY/MALMSTEEN)
11. Tonight – Vocals: GLENN HUGHES, Guitar: Joe Bonamassa
12. Private Own – Vocals: GLENN HUGHES, Guitar: Matt Filippini (MOONSTONE)
13. Open Letter To God – Vocals: Eric Martin (MR. BIG)
14. Nature´s Child – Vocals: Udo Dirkschneider (U.D.O.)
15. I Love You – Vocals: Dan McCafferty (NAZARETH)
16. Head Shooter – Vocals: JOE LYNN TURNER (RAINBOW/BRAZEN ABBOT)
17. Heroin – Vocals: JORN LANDE, Guitar: Alex de Rosso (DARK LORD/DOKKEN)
18. My Simple Song (Vocals: Dan McCafferty)
19. Kukarracha (Vocals: Joe Lynn Turner, Graham Bonnet, Eric Martin, Paul Stanley, Glenn Hughes, Guitar: Steve Lukather/TOTO)

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.