PORN / MERZBOW: …And the Devil Makes Three

PORN / MERZBOW: …And the Devil Makes Three

Das strapaziert die Nerven. Das geht auf die Nüsse. PORN, ehemals MEN OF PORN, haben sich mit MERZBOW, dem japanischen Elektro-Noise-Sonderling zusammengerottet und durchbrechen die Grenzen des Hörbaren mit spielerischer Leichtigkeit. Denn hier herrscht nicht der Rock des Supertrios, bestehend aus Dale Crover, Tim Moss und Produzentenlegende Billy Anderson, hier hat MERZBOW fest das Zepter in der Hand. Entsprechend gibt es nur wenig, das rockt, dafür umso mehr, das schlicht und ergreifend den Gehörgang zerschneidet. Seltsame Synthesizer und weitere pervertierte Instrumente erschaffen Random Noise, leider ohne erkennbare Strukturen und Muster, nur über Kopfhörer kommen einige Lärmeskapaden ganz gut. Die Band PORN selbst tritt viel zu selten auf, um mal auf den Putz zu hauen.

Das ist äußerst schade, denn hier wurde einiges Potenzial verschenkt. Anstatt die wenigen wirklichen Songs von PORN zu bereichern, zerstört MERZBOW diese mit einem Knopfdruck, das Ergebnis …and the Devil Makes Three ist schier unhörbar, nur selten bleiben einige Synthies im Gedächtnis und wirken brauchbar. Auch das, was PORN veranstalten ist eher belanglos, außer Track 4, Track 7 und vielleicht Track 11 sind sie eher unmotiviert. Auch dass die eigentliche Musik völlig in den Hintergrund gemischt wurde ist sehr bedauerlich. Obwohl ich offen bin für jegliche Form von krankem Lärm, ist …and the Devil Makes Three eindeutig das Ergebnis einer misslungenen Kollaboration, die nur sehr selten gute Momente hat. Und das sage ich nicht, weil ich mich mit der Musik, sagen wir lieber, dem vorliegendem Produkt nicht auseinander gesetzt hätte, denn das habe ich, und zwar in allen möglichen Zuständen. Vielleicht entfaltet dieses 45minütige Monstrum erst seine Wirkung, wenn der Konsument stoned ist, aber das ist mir dann auch egal. Wenigstens ist das Artwork von Seldon Hunt wunderschön.

Veröffentlichungstermin: 31. Oktober 2008

Spielzeit: 48:11 Min.

Line-Up:
Masami Akita – Noise, Computer, EMS Synthi A, Fuzz Bass, Guitar, Effects
Billy Anderson – Bass, Piano, Organ, Backing Vocals
Dale Crover – Drums, Tympani, Percussion
Tim Moss – Guitars, Pedal Steel, Effects, Vocals

Produziert von Tim Moss und Masami Akita
Label: Truth Cult

Homepage: http://www.merzbow.net

MySpace: http://www.pornmusic.com

Tracklist:
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle