PAPA ROACH: Who Do You Trust?

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Fast 20 Jahre ist es her, dass PAPA ROACH mit „Infest“ die Charts stürmten. Keine Frage, „Last Resort“ ist auch heute noch das erste, was einem einfällt, wenn der Name der Band fällt. Nun, 19 Jahre später, sind PAPA ROACH bei Album Nummer zehn angekommen. Und obwohl PAPA ROACH immer experimentierfreudig waren, ist „Who Do You Trust?“ ein ungewöhnliches Album. Sänger Jacoby Shaddix nennt es das extremste Album der Band. In Punkto Musikstil-Zusammenstellung mag er damit durchaus Recht haben. Hier wurde offensichtlich alles zusammengetragen, was irgendwer im Repertoire hatte.

„Who Do You Trust?“ startet, wie wir es von den Kaliforniern gewohnt sind. Interessante Wahl, den Opener „The Ending“ zu nennen, aber PAPA ROACH haben sich dabei bestimmt etwas gedacht. Und so beginnt „Who Do You Trust?“ mit „The Ending“ im klassischen PAPA ROACH Nu Metal Stil, fast hymnenartig. Gefolgt von „Renegate“ und „Not The Only One“, den beiden stärksten Nu Metal Titeln der Scheibe. Beide krachen ordentlich und machen Spaß. Hier und da drückt ILL NINO deutlich durch. Während „Renegate“ eher den Moshpit bedient, besticht „Not The Only One“ mit akustischen Klängen und etwas ruhigeren Tönen. Auch der Titeltrack „Who Do You Trust“ bewegt sich im klassischen Nu Metal, wenn er auch nicht so mächtig wie die beiden Vorgänger rüberkommt. So weit, so gut!

PAPA ROACH experimentieren wieder!

Elevate“. Ich bin sprachlos. Was ist denn da passiert? Rap dröhnt mir ins Ohr. Sprechgesang, unterbrochen von Synthie-Backing-Chören. Meinem Bedürfnis, mit großgliedriger Goldkette um eine brennende Tonne zu tanzen, folge ich nicht. Nicht weniger überraschend, aber doch mit weniger Rap-Anteilen siegt bei den folgenden drei Titeln der Pop. „Come Around“ und „Feel Like Home“ kommen MAROON 5 mäßig daher. Wenn auch nicht in den eigentlich dazugehörenden Höhen, was durchaus nicht negativ zu bewerten ist. Die beiden Songs stehen für mich ganz klar auf den vorderen Rängen des Albums. „Problems“ schließt sich als Pop-Halbballade der Kategorie seiner Vorgänger an.

Rap, Pop, Nu Metal, Punk und Hip Hop auf „Who Do You Trust?“- Somebody call a doctor!

Aber es geht noch abwechslungsreicher: „Top Of The World“ bedient die Hip Hop Fangemeinde, welche vermutlich niemals ein PAPA ROACH Album in den Händen halten wird. Sei es drum.
Es lebe der Punk! In einer Minute und 21 Sekunden zaubern mir PAPA ROACH ein breites Grinsen ins Gesicht! „I Suffer Well“ ist ein speediger Punk Rock Track, der Spaß macht ohne Ende! Eine weitere Überraschung! Zum wohlsortierten, unfassbar wilden Durcheinander der Musikstile bleibt an dieser Stelle nur eins zu sagen: “Better call the doctor!“, was auch PAPA ROACH in „Maniac“, dem vorletzten Song, wohl für angemessen halten. Mit „Better Than Life“ klingt „Who Do You Trust?“ dann nu-metallisch aus.

Unfassbar, wie viele völlig verschiedene Musikstile PAPA ROACH auf „Who Do You Trust?“ vereint bzw. zusammengewürfelt haben. Es war das Ziel der Band, Musikstile, die sie inspiriert haben, zu integrieren. Gelungen ist PAPA ROACH das. Und da ist zweifelsfrei für jeden etwas dabei. Aber will man das?

Veröffentlicht: 18.01.2019

Spielzeit: 38:28 min.

Line-Up:
Jacoby Shaddix: Vocals
Jerry Horton: Guitars
Tobin Esperance: Bass
Tony Palermo: Drums

Label: Eleven Seven Music

Band-Homepage: https://www.paparoach.com/

Mehr im Netz: https://de-de.facebook.com/paparoach/

Tracklist PAPA ROACH „Who Do You Trust?“:

1. The Ending
2. Renegade Music
3. Not The Only One
4. Who Do You Trust?
5. Elevate (Lyrics-Video bei YouTube) 
6. Come Around
7. Feel Like Home
8. Problems
9. Top Of The World
10. I Suffer Well
11. Maniac
12. Better Than Life

Anke Braun
Anke ist seit 2016 bei vampster, kümmert sich um Reviews und zieht mit Charme und Kamera bewaffnet durch Metalkonzerte. Lieblingsbands: PRONG, HELLYEAH, DEATH ANGEL, SODOM. Genres: Heavy Metal, Speed/Thrash Metal.