OBTEST: Gyvybes medis

OBTEST: Gyvybes medis

Handwerklich einwandfreien Pagan Metal hat die baltische Formation OBTEST zu bieten. Die Mannen aus Litauen, die schon seit über 15 Jahren im Geschäft sind, geben dem Genre allerdings kein eigenes Gesicht. Gerade musikalisch wird hier zu wenig Eigenständigkeit und Bissigkeit geboten. Zwar grenzen sich OBTEST von softeren Folk-Anleihen ab und vermengen ihren Pagan Metal eher mit Black Metal und auch die Lyrics in der Landessprache sollen einen gewissen Exoten-Bonus auslösen. Doch ob nun eine Band ihre Texte auf Litauisch, Russisch oder Finnisch grölt, wird dem Hörer hierzulande nur bedingt auffallen.

Dass man mit Osmose dann aber doch ein namhaftes Label für sich aufmerksam machte, liegt unter daran, dass die Band technisch sehr reif spielt. Die Kompositionen sind in sich sehr stimmig, die Songs eingängig und das Tempo durchgehend flott. Insofern klingt Gyvybes medis richtig professionell, aber eben ohne die eigene Note, wenngleich der helle Sound durchaus OBTEST-typisch ist. Auch Sänger Baalberith bekommt eine solche verliehen, wenngleich es sich hierbei nicht gerade um eine Eins handelt. Denn der kauzige, angeraute Gesang ist auf Dauer einfach zu eintönig.

Insgesamt liefern OBTEST ein durchschnittliches Pagan Metal-Album ab, das qualitativ zwar gut ist, aber dem es eindeutig an Kanten fehlt.

Veröffentlichungstermin: 4. April 2008

Spielzeit: 43:12 Min.

Line-Up:
Baalberith – Gesang
Sadlave – Gitarre
Enrikas Slavinskis – Gitarre
Demonas – Bass
Insmuth – Schlagzeug

Label: Osmose Productions

Homepage: http://www.obtest.lt

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/obtestofficial

Tracklist:
1. Apeigos / Rites
2. Vedlys / Guide
3. Šviesa / The Light
4. Gyvybes medis / Tree of Life
5. Sakalo vaikai / Children of the Hawk
6. Ažuolas / Oak
7. Geležinis vilkas / The Wolf of Steel
8. Tai ne pabaiga / This is not the End
9. Ikaitai / Hostages

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.