NOCTURNAL RITES: Afterlife

NOCTURNAL RITES: Afterlife

Ach ist das schön, wenn man von einem Album so gar nichts erwartet und dann wird man so positiv überrascht! Ich gebe zu, dass ich den Backkatalog von NOCTURNAL RITES nicht kenne und auch live konnte ich mich von den Qualitäten der Band bisher nicht überzeugen, da die Band auf der Tour mit NEVERMORE letztes Jahr in Stuttgart nicht aufspielte. Aus irgend einem Grunde ging ich jedoch davon aus, dass es sich bei NOCTURNAL RITES einfach um eine weitere Band handelt, die eben melodischen Metal spielt und sich kaum aus der Masse solcher Acts herauszuheben weiß.

Doch weit gefehlt! NOCTURNAL RITES treten auf Afterlife beeindruckend den Beweis an, dass man melodischen Power/Speed Metal auch heute noch interessant gestalten kann und sich nicht mit belanglosem Kopieren etablierter Acts begnügen muss.

Zwar steigt die Band mit den ersten drei Tracks Afterlife, Wake up Dead und The Sinners Cross noch recht traditionell in das Album ein, doch bereits hier ist auszumachen, dass die Band auch gerne mal mit modernem Studioequipment experimentiert – zum Glück auf eine sehr unaufdringliche Art und Weise.

Spätestens beim Song Hell and Back fängt die Band dann aber an, von ihrem Gespür für gute Melodien und ihrem Drang nach dem Druck auf das Gaspedal zu profitieren. Und auch hier wird plötzlich deutlich, um was für einen hervorragenden Sänger es sich bei Jonny Lindkvist handelt, der seine Stimme enorm abwechslungsreich und songdienlich einsetzen kann. Besonders er schafft es immer wieder Akzente zu setzen und das Album um den ein oder anderen Glanzpunkt zu erweitern.

Bei The Sign kommen dann endlich so richtig die tiefergestimmten Gitarren zum Tragen, die letztendlich charakteristisch für dieses Album sein sollen. Genau dieser Gitarrensound verleiht dem Album nämlich eine ganz besondere Note, durch die die Band auch einen eigenständigen Sound erreicht hat. Man könnte jetzt natürlich sagen, der lässt sich ja leicht blenden, eine eigenwillige Produktion und der man findet die Band originell, aber das ist es nicht. Afterlife enthält Ideen! Die Band folgt zwar dem vorgetrampelten Pfad dieses Genres, wagt aber immer wieder einen Abstecher in die umgebende Landschaft um das ganze interessanter zu gestalten. Und dann kommt eben die hervorragende Gesangsleistung hinzu, die deutlich zu spüren aus tiefem Herzen kommt, und so soll es ja auch sein.

Noch ein bisschen mehr Mut, von den Wurzeln loszulassen und ein paar gut ausgearbeitet Ideen mehr und das Album wäre ein absoluter Hammer. So bleibt aber ein interessantes und eindeutig überdurchschnittliches Stück Power/Speed Metal.

Fierce

Veröffentlichungstermin: 28.08.00

Spielzeit: 40:50 Min.

Line-Up:
Jonny Lindkvist – Vocals

Fredrik Mannberg – Guitar

Nils Norberg – Lead / Rythm Guitar

Nils Eriksson – Bass

Owe Lingvall – Drums

Mattias Bernhardsson – Keyboards
Label: Century Media

Hompage: http://www.algonet.se/~mutbniq/rites

Tracklist:
1. Afterlife

2. Wake up Dead

3. The Sinners Cross

4. Hell and Back

5. The Sign

6. The Devil´s Child

7. Genetic Distortion Sequence

8. Sacrifice

9. Temple of the Dead

10. Hellenium

Fierce
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