NINA HAGEN: Big Band Explosion

Muss man zu NINA HAGEN noch irgendetwas sagen oder schreiben? Ob man ihre Musik, ihr Image oder ihr Auftreten jetzt mag oder nicht – der Name NINA HAGEN ist mit Sicherheit jedem Musikkonsumenten ein Begriff. Oder?

Muss man zu NINA HAGEN noch irgendetwas sagen oder schreiben? Ob man ihre Musik, ihr Image oder ihr Auftreten jetzt mag oder nicht – der Name NINA HAGEN ist mit Sicherheit jedem Musikkonsumenten ein Begriff. Oder?

Nina (Catharina) Hagen wurde am 11.03.1955 in Ost-Berlin geboren. Ja, liebe Leser unter zwanzig, damals gab es ein Ost- und ein Westberlin. (Anmerkung : Natürlich meine ich mit 20 die Lebensjahre – nicht den IQ) und die erste Single („Du Hast den Farbfilm Vergessen“) erschien 1972. Die Ausweisung aus dem Arbeiter- und Bauernstaat folgte dann ein paar Jahre später. Seither wusste die „Mutter des Punk“ (wer verdient diesen Titel sonst?) und „Königin der Selbstinzenierung“ immer wieder zu überraschen. Lassen wir das UFO- und Indien-Gefasel mal beiseite, konnte sie auch etliche musikalische Paukenschläge auf ihrer Habenseite verbuchen. Damit meine ich nicht nur Alben wie „Nina Hagen Band“ (1978), „Unbehagen“ (1979) oder „Angstlos“ (1983) (Hallo Sony Music!! Wieso gibt es dieses Album als einziges NINA HAGEN-Album noch nicht auf CD!! Meine Sammlung ist so nicht komplett…), sondern auch ihre Zusammenarbeit mit solch unterschiedlichen Bands/Künstlern wie OOMPH, THOMAS D., DEE DEE RAMONE, KMFDM, ROSENSTOLZ und/oder APOCALYPTICA. NINA HAGEN war schon immer für eine Überraschung gut und hat schon mehrfach bewiesen, dass sie wirklich ALLES singen kann. Das beweist sie auch mit ihrem aktuellen Album „Big Band Explosion“, das sie mit der Leipziger Big Band einspielte und das zwölf Songs enthält – oder wie die Künstlerin selbst sagt „verborgene Schmetterlinge, die schon lange in mir waren. Und plötzlich sprudelten sie aus mir heraus, aus meinem Bauch, aus meinen Stimmbändern. Jetzt sind sie wieder frei!“.

Bei diesen Schmetterlingen handelt es sich um alte Swing- und Jazzklassiker, die kürzlich durch viele Neuinterpretationen eine echte Renaissance erfuhren. So gibt es u.a. “Let Me Entertain You”, “Over The Rainbow”, “Fever” und zwei Duette mit ihrem Ehemann und „Precious Lord of the Ring” Lucas Alexander („The Lady Loves Me”, “Let´s Call The Whole Thing Off”). Sicherlich für mich als NINA HAGEN-Fan nicht mehr als ein interessantes Album, aber ihre Stimme ist immer noch erstklassig und von einer Vielfalt geprägt, die immer noch ihresgleichen sucht (als männlicher Gegenpart fällt mir höchstens KNORKATORs Stumpen ein). Oder welche andere Sängerin kann singen, schreien, fauchen, röhren und schmachten – ohne das ein Qualitätsverlust eintritt? Mir fällt keine ein!

Die solide und souverän im Hintergrund agierende Big Band gibt der Künstlerin alle Gelegen- und Möglichkeiten zum Austoben – und diese werden von ihr auch genutzt. Aber die musikalische Seite spricht mich nicht unbedingt an. Da haben ROD STEWART und ROBBIE WILLIAMS, die ähnliche Alben einspielten, ihre Hausaufgaben besser gemacht. Und ob echte Big Band-Fans dieses Album mögen? Keine Ahnung, fragt sie, wenn ihr welche kennt!

Veröffentlichungstermin: 17.11.2003

Spielzeit: 42:41 Min.

Line-Up:
Nina Hagen (Gesang)

und die Leipzig Big Band mit Frank Nowicky (Bandleader), Sven Geipel, Thomas Scheibe, Torsten Hell, Hubertus Böhm, Jaroslaw Koncek (Trompete), Frank Nowicky, Stefan Fräntzel, Michael Arnold, Volker Dahms, Andre Bauer (Saxophon), Matthias Büttner, Burkhardt Götze, Johannes Kronfeld, Andreas Uhlmann (Posaune), Ralf Schrabbe (Piano/Keyboards), Eckhardt Gleim (Gitarre), Anne Lieberwirth (Bass), Jan Roth (Drums), Wolfram Dix (Percussion)

Produziert von Michael Wolff
Label: The-Berliner / SPV

Homepage: http://www.nina-hagen.com

Tracklist:
Let Me Entertain You

Sugar Blues

I Want To Be Happy

The Lady Loves Me (Feat. Lucas Alexander)

Rhythm And Romance

Over The Rainbow

If You Should Ever Leave

Fever

Love & Kisses

All Over Nothing @ All

Let´s Call The Whole Thing Off (Feat. Lucas Alexander)

Starlit Hour