NAZARENE DECOMPOSING: Demonic Inquisition

Übertrieben klischeebehafteter Black Metal, der zwischen bierernst und selbstironisch pendelt.

Aus Passau, einer katholischen Hochburg, ist man solche rauen Töne eigentlich gar nicht gewohnt. Oder hat ein Pfarrer vor einigen Jahren mal etwas zu sehr Hand an drei Ministranten angelegt, die sich jetzt musikalisch rächen? Die Rede ist von NAZARENE DECOMPOSING, und wenn man es nicht besser wüsste, würde man die drei bayerischen Blasphemiebuben nach Schweden stecken. Mit ihrem Debütalbum Demonic Inquisition begeben sie sich auf die Fährte von MARDUK und DARK FUNERAL, klingen ähnlich frostig wie NAGLFAR zu frühen Zeiten und lassen keine Gotteslästerung aus. Musikalisch sind NAZARENE DECOMPOSING zwar kompromisslos, aber nicht so stumpf, wie man es befürchten könnte. Zwar sind boshaftes Geblaste und klirrende Riffs an der Tagesordnung, aber manchmal schaffen es die drei ungestümen Dämonen doch hier und da etwas zu grooven und zu rocken. Sogar ein paar melodische Teile, wie in Walk The Satanic Way werden hier und da eingebaut, was in ein sehr passendes, LowFi-Soundgewand gekleidet wurde.

Dennoch, Demonic Inquisition wirkt stellenweise sehr konfus und chaotisch, so richtig kann man den dreißig hasserfüllten Minuten nicht folgen, wie im kurzen und wilden Fuck Christianity. Hier hat auch der Drummer Probleme hinterher zu kommen und hat hier und da ein paar Geschwindigkeitsschwankungen zu verantworten. Auch die Riffs und das Kreischen, alles ist zu stereotyp und zu eintönig, ebenso wie die völlig übertriebene Aussage und die Aufmachung von Demonic Inquisition. Schön, dass NAZARENE DECOMPOSING ihren Vorbildern derart linientreu Tribut zollen, aber unterm Strich bedeutet das auch, dass Black Metal-Fans, die nicht immer nur das selbe Gebräu hören wollen, Demonic Inquistion gar nicht erst anhören müssen, sondern sich lieber auf andere Releases stürzen sollten. Und auch wer es kompromisslos schwarz und pubertär schockierend mag, ist bei den Vorbildern von NAZARENE DECOMPOSING besser bedient. Wer frisches aus dieser Ecke braucht, das irgendwo zwischen bierernst und selbstironisch liegt, der kann sich diese halbstündige schwarze Messe mit der nötigen Vorsicht anhören.

Veröffentlichungstermin: Juni 2009

Spielzeit: 32:01 Min.

Line-Up:
Judas – Vocals
Gaap – Guitars, Bass
Goatloard – Drums

Produziert von Goatlord und NAZARENE DECOMPOSING
Label: Pestilence Records

Homepage: http://www.nazarene-decomposing.de

MySpace: http://www.myspace.com/nazarenedecomposing

Tracklist:
1. Ave Satan, Moritui Te Salutant
2. Demonic Legion
3. Nazarene Decomposing Part II (A New Era)
4. End Of All Lies
5. Speak This Evil Words
6. Walk The Satanic Way
7. Fuck Christianity
8. Under The Sign Of Pentagram
9. Honourful Times
10. Death Came As Release