MOTÖRHEAD: Kiss Of Death

You can´t mess with Doctor Rock! So don´t you even try!!!

Sie sind einfach nicht tot zu kriegen. 29 Jahre ist es nun her, dass MOTÖRHEAD ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichten. Gar 31 Jahre sind nun vergangen seit Lemmy im Jahre 1975 MOTÖRHEAD gründete. 61 Jahre alt wird er dieses Jahr und immer noch touren MOTÖRHEAD um den Globus, blasen ihrem Publikum die Trommelfelle weg und veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Alben. Seit dem 1996er-Werk Snakebite Love immer schön im 2 Jahres Rhythmus. Was soll man zu dieser Band noch großartiges schreiben? Man weiß als Fan halt was man bekommt. Mit Inferno haben MOTÖRHEAD vor 2 Jahren eine verdammt starke Scheibe veröffentlicht. Also stellt sich als erstes die Frage, ob die neue Langrille mit dem Vorgänger mithalten kann oder nicht. Lassen wir den Meister doch selber zu Wort kommen. Besser als Inferno sei das neue Album so Lemmy. Bessere Songs, bessere Gesangsleistung und besseres Gitarrenspiel. Soweit die Meinung der Chefwarze. Kann ich diese Meinung teilen? Was das Gitarrenspiel angeht definitiv. Phil Campbell agiert auf Kiss Of Death unglaublich variabel was auch daran liegt, dass die gesamte Platte variabler ist als der fast durchgehend ballernde Vorgänger. War Inferno eine harte, sehr metallische Scheibe, handelt es sich bei Kiss Of Death um eine entspannte, rock´n´rollige Platte. Was einem nun besser gefällt muss jeder für sich selbst entscheiden, aber momentan tendiere ich persönlich tatsächlich dazu die neue als stärker einzuschätzen.

Mit Sucker gibt es gleich zu Anfang ordentlich was auf die Fresse. Ein kurzer, prägnanter Song. Ideal als Opener geeignet und noch am ehesten mit Inferno auf einer Linie. Die folgenden One Night Stand und Devil I Know wiederum sind eher relaxte Rocker, während Trigger sich eher am klassischen Metal orientiert. Mein persönliches Highlight der Scheibe ist die absolut geniale Ballade God Was Never On Your Side, welche mit einem großartigen, gotteskritischen Text von Lemmy aufwarten kann. Fantastisch! Living In The Past geht danach fast ein wenig unter, ist letztendlich aber eine solide wenn auch nicht herausragende Nummer. Ganz anders der fast schon Gute-Laune-Rocker Christine der direkt für Bewegung in den Beinen sorgt. Ein weiterer erwähnenswerter Song ist Sword Of Glory bei dem Lemmy sich mal wieder der Kriegsthematik angenommen hat und Phill Campbell mit einem starken Solo die Aufmerksamkeit erregt. Ok, mit dem relativ lahmen Devil I Know, dem weiter oben bereits erwähnten Living In The Past oder dem düsteren Kingdom Of The Worm gibt es auch ein paar unspektakuläre Nummern aber einen wirklichen Ausfall gibt es auf Kiss Of Death nicht zu vermelden.

Aber um mal wieder auf den Anfang meiner Rezi zurück zu kommen: Was soll man zu MOTÖRHEAD noch großartig schreiben? Die meisten Fans werden sich Kiss Of Death eh holen und sie tun recht daran denn verdammt noch mal, diese Scheibe rockt! Und so kann ich diesen Artikel mit einem Zitat aus Going Down beenden: You can´t mess with Doctor Rock! So don´t you even try!!! Geht raus, kauft euch Kiss Of Death und erweist damit einem der letzten echten Rock´n´Roller den verdienten Respekt!

Veröffentlichungstermin: 25.08.2006

Spielzeit: 44:56 Min.

Line-Up:
Lemmy: vocals & bass
Phillip Campbell: guitars
Mikkey Dee: drums

Produziert von Cameron Webb @ Paramount Studios / LA
Label: SPV / Steamhammer

Homepage: http://www.imotorhead.com

Tracklist:
01. Sucker
02. One Night Stand
03. Devil I Know
04. Trigger
05. Under The Gun
06. God Was Never On Your Side
07. Living In The Past
08. Christine
09. Sword Of Glory
10. Be My Baby
11. Kingdom Of The Worm
12. Going Down