MORK: Katedralen

MORK setzen auch auf ihrem fünften Album “Katedralen” auf Bewährtes: Nocturno Culto (DARKTHRONE) kommt als Gastsänger vorbei, gespielt wird zu 100% nur norwegischer Schwarzmetall und die Flagge der Trveness hängt genau gleich hoch wie damals auf dem dritten Album “Eremittens Dal”. Der chormäßige, eingängige (steinigt mich, aber das ist ein Mitsingrefrain, wenn man die Black Metal-Messlatte nimmt) Cleangesang in “Arv” ändert nichts daran. Mit Hingabe grasen MORK noch immer die Midtempo-Gefilde ihrer Heimat ab und erinnern dabei oft an DARKTHRONE. Aber nicht immer, denn MORK sind doch eine ganze Handvoll weniger frostig und verfallen bisweilen in gefährlich melodiöse Gitarrenleads…

Keine Folk-Ausflüge, keine Weiber, keine experimentelle Nabelschau

So oder so: “Katedralen” ist von A bis Z darauf ausgelegt, sich als Wohlfühl-Puristen-Paradies für Black Metaller in Szene zu setzen (die Keyboards sind natürlich nur extremst marginal vorhanden, wie das noch salonfähig war in den 90ern). In Zeiten, in denen man schon längstens über die Trauerphase bezüglich ULVERs “Nattens Madrigal” hinweg ist, geben MORK all denjenigen, die sich so gar nicht mit DARKTHRONE 2021 abfinden wollen, ein Album, das frei von Innovation ist. Keine Folk-Ausflüge, keine Weiber, keine experimentelle Nabelschau. “Katedralen” zur Rettungsflamme des Black Metal herauf zu stilisieren, wie das der Promofötzel macht, ist sicherlich dennoch zu hoch gegriffen. Doch MORK haben sich produktionstechnisch und songwriterisch seit “Eremittens Dal” weiterentwickelt (natürlich in ihrem eng mit Spikes abgesteckten Garten) und liefern mit “Katedralen” ein gutes Album, das überraschungsverachtenden Schwarzmetall-Puristen 49 Minuten Normalität bietet (auch wenn “Lysbaereren” schon gefährlich am Grenzzaun rüttelt).

Veröffentlichungsdatum: 05.03.2021
Spieldauer: 49:00
Label: Peaceville
Website: https://www.morkisebakke.no

Line Up
Thomas Eriksen – alles

Gastmusiker
Nocturno Culto (DARKTHRONE) – Vocals in “Svartmalt”
Dolk (KAMPFAR) – Vocals in “Født Til å Herske”
Eero Pöyry (SKEPTICISM) – Keyboards in “Dødsmarsjen” und “De Fortapte Sjelers Katedral”

MORK “Katedralen” Trackliste

1. Dødsmarsjen
2. Svartmalt
3. Arv
4. Evig Intens Smerte
5. Det Siste Gode I Meg
6. Født Til å Herske
7. Lysbaereren
8. De Fortapte Sjelers Katedral