MOONSPELL: Night Eternal

Für mich persönlich das beste Album seit "Irreligious".

Schon auf dem Vorgängeralbum Memorial haben sich MOONSPELL auf ihre grandiosen Frühwerke besonnen und diesen Weg führen die Portugiesen auch auf Night Eternal fort. Für mich persönlich sind Irreligious und Wolfheart immer noch die Vorzeigealben der Band und nie haben sie es wieder geschafft mich in den Bann dieser beiden Veröffentlichungen zu ziehen. Bis jetzt, denn Night Eternal ist sehr stark und das Quartett zieht sämtlich Register ihres Könnens. Der alte Spirit lebt in den insgesamt neun Tracks, gepaart mit einer fetten Produktion von Tue Madsen und einem dezenten modernen Anstrich. Schon der Opener At Tragic Heights versetzt den Hörer in eine andere mystische Welt aus Bombast, Härte, schönen Melodien und kraftvollen, kernigen Vocals von Fernando Ribeiro. Doch wenn man denkt, dass dies bezüglich des Härtegrads schon alles war, darf sich mit dem folgenden Titeltrack Night Eternal belehren lassen. Akustische Gitarren und Keyboards leiten das Stück ein, welches anschließend langsam zu grooven beginnt, um dann mit schnellen Doublebassattacken, geschrubbten Riffs und grabestiefen Vocals schon in die Death Metal-Richtung tendiert. Den Höhepunkt findet Night Eternal im majestätischen Ohrwurmrefrain. Apropos Ohrwürmer. Diese findet man zahlreich auf dieser Veröffentlichung. Man nehme als weiteres Beispiel den Midtemposmasher Moon In Mercury, ein wiederum recht hartes, düsteres Stück. Ein weiterer Höhepunkt ist definitiv das melodische, verträumte Scorpion Flower. Fernando setzt hier auch seine cleane Stimme ein und im Duett mit der ehemaligen THE GATHERING-Sängerin Anneke van Giersbergen wildert dieser Song schon im Gothic Metal-Sektor. Aber im Gegensatz zu vielen Vertretern dieser Szene wirkt hier nichts gekünstelt, platt oder übertrieben zuckersüß. Mit Scorpion Flower können MOONSPELL einen weiteren eingängigen Hit verbuchen. Ihr seht schon, Night Eternal ist sehr vielschichtig ausgefallen. Wobei die Härte bei Night Eternal überwiegt und durch gelungene Arrangements stets die Spannung aufrecht gehalten wird. Erstmals ist MOONSPELL gelungen mich wieder so richtig in ihren Bann zu ziehen und das aktuelle Werk wird sicherlich noch öfters den Weg in meinen Player finden.

Veröffentlichungstermin: 16.05.2008

Spielzeit: 44:15 Min.

Line-Up:
Fernando Ribeiro – Vocals
Mike Gaspar – Drums
Pedro Paixao – Guitar, Keys
Ricardo Amorim – Guitar, Keys

Produziert von Tue Madsen
Label: Steamhammer/SPV

Homepage: http://www.moonspell.com

Tracklist:
01. At Tragic Heights
02. Night Eternal
03. Shadow Sun
04. Scorpion Flower
05. Moon In Mercury
06. Hers In The Twilight
07. Dreamless (Lucifer And Lilith)
08. Spring Of Rage
09. First Light