MONSTERWORKS: Malignment

MONSTERWORKS: Malignment

Bands, die gefühlt im Rhythmus der vier Jahreszeiten neue Alben veröffentichen, schenke ich in der Regel wenig Aufmerksamkeit. Wie viel Leidenschaft mag da schon ins Songwriting geflossen sein? Wie viel Zeit nahm da schon die Erarbeitung der Lyrics ein? Und wie viel Akribie steckt dann schon in der Produktion?

Ein solcher Kandidat sind MONSTERWORKS, die mit „Malignment“ ihr 16. Album vom Stapel lassen – und das seit 2000 bzw. das elfte full-length-Album seit 2013. Aber die inzwischen in London ansässige Band, die ihren Ursprung in Neuseeland hat, lüftete ein gewisses Geheimnis. Wenngleich es nur eine Mutmaßung ist: denn (zumindest Teile von) MONSTERWORKS müssen BULL ELEPHANT sein.

MONSTERWORKS müssen BULL EPEPHANT sein

Diese Annahme stützt sich gleich auf mehrere Säulen. Zum einen wäre da die narrative Herangehensweise an die Alben. MONSTERWORKS gefallen sich in der Rolle als Geschichtenerzähler. Die Alben wirken dabei beinahe wie Fortsetzungs-Romane. So nimmt „Malignment“ etwa Bezug auf frühere Alben der Band – genauer gesagt siedelt sich die Story zwischen „Spacial Operations“ (2007) und „Singularity“ (2009) an. Zum anderen ist es auch der Stil der Band, der sich aus verschiedenen Genre-Töpfen bedient. Da etwas Doom, dort etwas klassischer Heavy Metal und dann und wann eine Charge von extremeren Metal-Spielarten. Ein weiteres Indiz ist der Gesang von Jonathan Higgs (THE LIVING FIELDS), der nahtlos von Growls zu schrillem Kreischen übergeht und dann und wann auch in einen cleanen Modus schaltet. Geradezu bestätigt wurde die ganze Sache dann noch durch ein und dasselbe Label, das erst kürzlich ins Leben gerufen wurde (Eat Lead and Die Music).

Mit progressiver Attitüde dümpelt „Malignment“ etwas träge dahin

„Malignment“ an sich erweist sich im Gesamten als progressiv lastiges Album, das großteils das Tempo dosiert und – wie erwähnt – mit unterschiedlichen Genres spielt. Da ein Thrash-Riff, etwas Doom-Death dort und andernorts ein wenig Melodic Death Metal. Abwechslung ist demnach gegeben. Die packenden Elemente sind jedoch nur von kurzer Dauer. Es sind immer nur kleine Häppchen an Musik und insbesondere Vocal-Lines, die aufhorchen lassen. Dazwischen dümpelt das Album etwas zu träge dahin und offenbart so manche Länge – selbst bei kürzeren Songs wie „Harness the Engine“.

MONSTERWORKS fletschen mit „Malignment“ nicht gerade die Zähne

Vom Sound her klingen die Gitarren stellenweise zu hell, was dem Album gerade in thrashigeren Passagen den Zahn zieht. Auch sonst fletschen MONSTERWORKS nicht gerade die Zähne. Etwas mehr Aggressivität hätte „Malignment“ ebenso nicht geschadet wie auf der anderen Seite Atmosphäre. Und da wären wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt. Denn, wenn man nun die Arbeit an den jüngsten beiden BULL ELEPHANT-Alben, die auch recht knapp hintereinander erschienen sind, und die letzten Alben von MONSTERWORKS heranzieht, so kann einfach nicht übermäßig viel an Zeit in das aktuelle Album der Londoner geflossen sein. Und dennoch, in Ansätzen ist das Album reizvoll. Zudem bin ich beruhigt, hinter das Geheimnis vom „anonymen Kollektiv“ BULL ELEPHANTs gekommen zu sein.

Veröffentlichungstermin: 02.10.2020

Spielzeit: 40:00 Min.

Line-Up:
Jon – Gitarre & Gesang
Hugo – Bass
James – Schagzeug
Marcus – Gitarre

Produziert von Damian Herring (HORRENDOUS) @ Subterranean Watchtower Studios

Label: Eat Lead and Die Music

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/monsterworks
Mehr im Netz: https://monsterworks.bandcamp.com

MONSTERWORKS „Malignment“ Tracklist

1 Impending Doom (Audio bei Bandcamp)
2 Pre-Emptive Strike
3 Harness the Engine (Audio bei YouTube)
4 Post Everything
5 Ice and Awe
6 Contemplating Godhood
7 Eye of Darkness
8 Golden Age

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.