MESSIAH´S KISS: Prayer for the Dying

Eine deutsch-amerikanische Freundschaft der etwas anderen, weil härteren, Art…

Ich weiß zwar, dass D.A.F. (Der Mussolini) wieder zusammen sind, dass sie ihre Reunion aber unter einem anderen Namen durchziehen, war mir bis dato unbekannt. Doch Spaß beiseite, denn bei MESSIAH´S KISS handelt es sich um eine Deutsch Amerikanische Freundschaft der besonderen Art. Das musikalische Gerüst dieser Scheibe wurde von der deutschen Formation REPRESSION errichtet. Diese Band sagte mir bisher zwar nichts, aber immerhin brachte man zwischen 1986 und 1998 vier Eigenproduktionen unter die Leute. Die Musiker sind also lange genug dabei, um in den Fächern handwerkliche Fähigkeit und Songwriting gut abzuschneiden. Und das tut sie auch, auch wenn es von textlichen und stilistischen (Metal-)Klischees nur so wimmelt. Doch wen kümmert das ernsthaft? Ist ja schließlich auch ´ne Metalscheibe, deren Inhalt oft und deutlich an Bands wie DIO, JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN, aber auch teutonischen Stahl aus dem Hause ACCEPT, RUNNING WILD oder GRAVE DIGGER erinnert. Manchmal sogar so offensichtlich, dass ich gelegentlich glaubte, es mit einer Coverversion zu tun zu haben. Traditioneller (Kritiker würden altbackener sagen) kann Metal nicht sein. Kein Rondo Veneziano-Metal á la RHAPSODY, kein Nu Metal, sondern einfach Metal, auf den Attribute wie kraftvoll, eingängig-straight, melodisch, treibende Drums, hymnenhaft, episch-bombastisch und rifflastig gleichermaßen zutreffen. Doch kommen wir jetzt zu dem Herren, der diese Scheibe mit guten Songs zu einer Scheibe mit sehr guten Songs macht. Mike Tirelli heißt der Knabe, der früher mal bei BURNING STARR (der Band um Ex-Virgin Steele-Gitarrist Jack Starr) sang und später vier durchweg geile Scheiben mit (den glücklicherweise immer noch existierenden) HOLY MOTHER einsang. Dass dieser Mann mit seiner kräftigen Stimme – die man durchaus als eine Mischung aus Dio und Halford bezeichnen kann – noch nicht für mehr Furore gesorgt hat, ist eine absolute Schande (vor allen Dingen, wenn man hört, was für Trälleraffen sich sonst so in der Szene tummeln). Klar, originell oder gar innovativ ist diese Scheibe nicht, aber dafür ein Album, das nicht nur durch das Mitwirken von Mike Tirelli auch internationalen Ansprüchen gerecht wird. Eine in allen Belangen (s.o.) wirklich hervorragende Scheibe. Anders kann man Prayer for the Dying nicht bezeichnen…

Spielzeit: 48:46 Min.

Line-Up:
Mike Tirelli (Vocals)
Georg Kraft (Guitars)
Alexander Hitz (Guitars)
Andreas Roschak (Bass)
Eckard Ostra (Drums)

Produziert von Rainer Hänsel & Gerog Kraft
Label: Steamhammer

Tracklist:
1.The rising
2.Light in the black
3.Reign of fire
4.Dream evil
5.Blood, sweat & tears
6.Thunderball
7.Prayer for the dying
8.Night comes down
9.Mortal sin
10.Final warning
11.Pride & glory
12.Blood of the kings