MAROON: The Cold Heart Of The Sun

MAROON: The Cold Heart Of The Sun

MAROON sind auch so eine Band, die bisher irgendwie an mir vorbei gelaufen ist. Dieses Jahr haben die Zonen-Knüppler auf dem ROCK HARD FESTIVAL allerdings einen starken Auftritt abgeliefert, so dass ich mir die neue Scheibe dann doch mal anhören wollte. Eine gute Entscheidung, denn mit The Cold Heart Of The Sun liefern MAROON ein Brett von einem Album ab. Fangen wir beim offensichtlichsten, der Verpackung, an: Das Cover ist eine deutliche Steigerung zum Vorgänger When Worlds Collide, welches ja eher durch Hässlichkeit glänzte. Das neue Artwork passt perfekt zum Albumtitel. Verantwortlich dafür ist Ex-Gitarrist Mark Zech.

Musikalisch kann ich keine Vergleiche zu den Vorgängern ziehen, da mir diese bislang unbekannt sind. Sollten diese allerdings auf einem ähnlich hohen Niveau liegen wie The Cold Heart Of The Sun, werde ich das wohl mal ändern müssen. Mit dem Opener (Reach) The Sun legen MAROON schon mal mächtig vor. Rasender, geradezu überfallartiger Beginn auf der einen und ein fetter, bombastischer mit dezenten Keyboardklängen unterlegter Chorus auf der anderen Seite. Dazu ein kurzes Zitat von Griegs Hall Of The Mountain King im Gitarrensolo. Fertig ist ein monumentaler Opener. Da will definitiv jemand am Thron kratzen, auf den sich die Kollegen von HEAVEN SHALL BURN mit Deaf To Our Prayers gesetzt haben. Der nächste Song brettert ebenfalls voll auf die zwölf, überrascht dann aber mit einem melodischen, ja traditionell metallischen Gitarrensolo. Dazu ein fetter Moshpart, von dem sich noch so einige weitere auf dieser Scheibe befinden. Steelbath Your Heart wiederum zeigt eindeutiger die Metalcore-Wurzeln und ist deutlich einfacher gestrickt als die beiden Vorgänger und wirkt dadurch vielleicht erst mal etwas unspektakulär, was dem Song ungerecht wird, denn diese Mosh-Walze wird live sicherlich für ordentlich Schläge im Pit sorgen.

Fronter Andre Moraweck wechselt zwischen wüsten Shouts, Growls und hier und da etwas klarem Gesang, welcher aber nicht überhand nimmt. Nein, Weichspüler sind MAROON sicher nicht geworden, das glaube ich auch ohne Vorkenntnisse behaupten zu können. Na ja gut, der Rausschmeißer Some Goodbyes Are Farewells wird größtenteils von tiefem, klarem Gesang und Akustikklapmpfen getragen, nur im Chorus darf Andre wieder ein bisschen schreien. Da der Song aber kein bisschen aufgesetzt oder peinlich wirkt, sondern einem starken Album einen angemessen Abschluss verschafft, sei hierüber hinweg gesehen. Die Produktion, für die man dieses Mal im Rape Of Harmony-Studio einfiel, gibt ebenfalls keinen Anlass zur Kritik und ballert schön fett durch die PA. Im Vergleich zu Deaf To Our Prayers zieht die neue MAROON zwar klar den kürzeren, zu monumental, überragend und alles vernichtend ist das letzte Album der Freunde von HEAVEN SHALL BURN ausgefallen, doch wer dieses Jahr im Bereich moderner Metal mitreden will, sollte diese Platte gehört haben. Dagegen können die meisten Ami-Bands dieses Jahr nicht anstinken.

Veröffentlichungstermin: 19.10.2007

Spielzeit: 45:14 Min.

Line-Up:
Andre Moraweck – vocals
Sebastian Grund – guitar
Sebastian Riechtor Rieche – guitar
Tom-Eric Moraweck – bass
Nick Wachsmuth – drums

Produziert von Alexander Dietz @ Rape Of Harmony Studio / Mix: Jacob Hansen
Label: Century Media

Homepage: http://www.maroonhate.com

Email: info@maroonhate.com

Tracklist:
01. (Reach) The Sun
02. Only The Sleeper Left The World
03. Steelbath Your Heart
04. My Funeral Song
05. Black Halo!
06. The Cold Heart Of The Sun
07. For Those Unseen
08. As Truth Becomes Vain
09. The Iron Council
10. Fear The Most Them Who Protect
11. Some Goodbyes Are Farewells

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.