MÄRVEL: Graces Came With Malice

Der Blick aufs Cover von “Graces Came With Malice” lässt spontan an ein Grindcore-Album denken. Haben MÄRVEL nach rund 20 Jahren Rock’n Roll plötzlich einen krassen Stilkurswechsel vollzogen und eifern jetzt ihren Landsleuten BIRDFLESH nach? Doch nein, auch das neunte Album MÄRVELs bietet schwedischen Rock n’ Roll. Sehr sauber produziert, natürlich wird – im Gegensatz zum Cover – nämlich nicht gekleckert auf “Graces Came With Malice”. Obwohl, ein bisschen unheimlich sind die Texte bisweilen schon – das fängt schon mit dem “Slasher with a broken heart” an, der im Opener im Busch auf seine Opfer lauert und – Überraschung – nicht auf der Suche nach romantischer Liebe ist. 

Salonfähige HELLACOPTERS?

Auf “Graces Came with Malice” führen MÄRVEL so mit hörbarer Spielfreude ihren Mix aus “salonfähige HELLACOPTERS”-Einflüssen gepaart mit technischer Versiertheit weiter. Die Schweden leisten sich zwar keine technischen Sonderflüge wie in ihrem beeindruckenden DIRE STRAITS “Sultans of Swing”-Cover anno 2019, aber “Graces Came With Malice” zeigt dennoch die handwerkliche Geschicklichkeit des Trios. Der Titelsong selber ist eher eine langsame Nummer und MÄRVEL nehmen immer wieder mal den Fuß vom Gas. “Hot Nite in Dallas” ist hingegen um einiges flotter und empfiehlt sich als Anspieltipp. Als Ganzes wird “Graces Came With Malice” so erwachsener, reifer, massentauglicher – selbst wenn die Schweden an ihren Konzerten noch immer gewohnt rotzig zu Werke gehen. Nur bei den Texten merkt man manchmal eben doch, dass hier freche Geister am Werke sind. 

MÄRVEL als Soundtrack für den nächsten Roadtrip

So kommt “Graces Came With Malice” insgesamt nicht an die 2015-EP “The Hills Have Eyes” heran, eignet sich jedoch dennoch als Soundtrack für den nächsten Roadtrip. Damit es nicht zu sauber wird, kann man das neueste MÄRVEL-Werk ja leicht mit COBRA CULT und den HELLACOPTERS kombinieren in der Playliste, damit man flott einige Stunden mit gepflegtem Schwedenrock unterwegs sein kann. 

Veröffentlichungstermin: 22.04.2022

Spieldauer: 35:00

Label: The Sign Records

Website: http://marvel.nu

Line Up
The Vicar – Drums
The King – Gitarren, Vocals
The Burgher – Bass

MÄRVEL “Graces Came With Malice”  Tracklist

Slasher With a Broken Heart
The Disaster
“Sound Of Life Slipping Away”
Great Man (Video bei YouTube)
Graces Came With Malice
One Common Enemy 03:31
Sorry State of Affairs
“Lizard’s Tounge”
Hot Nite in Dallas
Queen for a Day